Schwerer Dämpfer für die Euphorie

Hart gelandet: Für das Team um Philipp Kluge (rechts) war gegen Patrick Glowka und Co. letztlich nichts drin.
Hart gelandet: Für das Team um Philipp Kluge (rechts) war gegen Patrick Glowka und Co. letztlich nichts drin.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
RESG Walsum verliert erstes Play-off-Viertelfinale gegen die ERG Iserlohn mit 2:7. Trainer Szalek sah das Unheil schon früh kommen.

Duisburg. Bei den Auszeiten dröhnte am Samstag „Euphoria“ aus den Lautsprechern der Halle Beckersloh, der Siegertitel des Eurovision Song Contest von 2012. Symbolkraft hatte dieser Song nicht, denn das Thema Euphorie hat sich für die RESG Walsum zunächst einmal erledigt. Der seit dem Trainerwechsel von Detlef Strugala zu Günther Szalek in der Rollhockey-Bundesliga ungeschlagene Rekordmeister kassierte im ersten Play-off-Viertelfinalspiel gegen die ERG Iserlohn eine deftige 2:7 (0:3)-Niederlage.

Günther Szalek war nachher schon ein wenig geknickt, dass sein Versprechen, die Mannschaft werde die Fans mit vollem Einsatz begeistern, sich nicht in die Tat umsetzen ließ. „Ich habe leider schon nach fünf Minuten gemerkt, dass das nichts wird“, meinte der Coach. Die in den vergangenen Wochen demonstrierte Leidenschaft war nicht zu erkennen. Dazu kamen Konzentrationsfehler wie beispielsweise vor dem 0:1, als Lowie Boogers mit einem defekten Rollschuh von der Bahn musste, seine Teamkollegen das nicht mitbekamen und Jorge Costa die plötzliche Überzahl zum Führungstor nutzte.

Tritt gegen die Bande

Noch schlimmer war allerdings, dass es auch an der Disziplin mangelte – umso fataler, wenn ein Schiedsrichtergespann auf dem Feld steht, das jede sich bietende Chance nutzt, eine Strafe gegen die RESG auszusprechen. Lowie Boogers machte es den Unparteiischen Loewe/Niestroy in dieser Hinsicht einfach, als er nach 20 Minuten frustriert mit voller Wucht in die Bande trat. Dafür gab’s die Blaue Karte und einen Penalty, den Costa zum 2:0 verwandelte. Mit dem 3:0 durch Carlos Nunez drei Minuten später war schon eine Art Vorentscheidung gefallen.

Daran änderte auch das 1:3 durch Felipe Sturla (31.) nichts, bei dem Gästekeeper Patrick Glowka nicht sehr glücklich aussah. Nur Sekunden später handelte sich die RESG das zehnte Teamfoul ein; den fälligen „Direkten“ brachte Costa zum 4:1 unter. ERGI-Kapitän Sergio Pereira und Jorge Fonseca schraubten das Ergebnis noch weiter in die Höhe. Philipp Kluge, der keinen sonderlich guten Tag erwischt hatte, betrieb mit einem Schuss aus der eigenen Hälfte, der Glowka sichtlich überraschte, noch einmal Ergebniskosmetik; den Schlusspunkt setzte aber Iserlohn, als RESG-Keeper Tobi Wahlen die Kugel vor die Füße von Pereira klärte, der fast schon unfreiwillig das 7:2 erzielte.

„Keine Frage, ein ganz klar verdienter Sieg für Iserlohn“, resümierte Günther Szalek, der am Spielverlauf merklich zu knabbern hatte: „Natürlich stecken wir jetzt nicht den Kopf in den Sand. Aber es ist schade, dass wir uns die Arbeit der letzten Wochen so kaputt gemacht haben.“

Das zweite Halbfinalspiel steigt am kommenden Samstag um 15.30 Uhr in Iserlohn. Endet es mit einem RESG-Sieg, folgt die dritte Partie tags darauf um 15.30 Uhr an gleicher Stelle.

Tore: 0:1, 0:2 Costa (3., 20.), 0:3 Nunez (23.), 1:3 Sturla (31.), 1:4 Costa (32.), 1:5 Pereira (34.), 1:6 Fonseca (37.), 2:6 Kluge (41.), 2:7 Pereira (43.).