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Schon wieder Favorit?

11.08.2009 | 11:00 Uhr

Bei Hamborn 07 würde sich niemand gegen einen erneuten Aufstieg sträuben.

Dieses Team von Aufsteiger Hamborn 07 soll auch eine Klasse höher eine gute Rolle spielen: (hinten von links) Geschäftsführer Hans Werner Schwarz, Yunus Yildiz, Dejan Orlovic, Patrick Schneider, Benjamin Jakobi, Daniel Brosowski, Sascha Wiesner, Sportlicher Leiter Frank Golomb; (Mitte von links) Trainer Siegfried Sonntag, Betreuer Norbert Zirwes, Richard Zander, Daniel Dentgen, Danny Andrzejak, Dennis Pfeil, Robin Bohres, Daniel Surkau, Marvin Krupke, Dawid Klopacz, Betreuer Günter Zeitz, Torwarttrainer Peter Spielvogel; (vorn von links) André Trienenjost, Mathias Banowski, Pascal Dimmel, René Staron, Yannik Kosmell, Sascha Milbrandt, Okan Demircan, Rouven Zeitz, Jan Joormann. (Foto: Paul Schulte)

Siegfried Sonntag ist gemeinhin nicht als Tiefstapler bekannt. Der Trainer von Hamborn 07 weiß, was das Publikum am Holtkamp erwartet, und richtet seinen Blick in die neue Saison danach aus, wenn er sagt, seine Mannschaft sei „stark genug, um mit jedem Gegner mitzuhalten”. Das sind für einen Aufsteiger zur Fußball-Landesliga schon recht optimistische Worte; gleichwohl gibt sich Sonntag, im dritten Jahr Coach der Löwen, damit noch deutlich zurückhaltender als Frank Golomb, der sportliche Leiter in Hamborn. Der sagt nämlich unverblümt: „Platz sechs wäre für uns schon eine Enttäuschung.” Und im Prinzip dürfe es sogar schon gleich der nächste Aufstieg sein.

Eine Vorgabe, mit der sich Siggi Sonntag ein wenig schwer tut – nicht etwa, weil er fürchtet, sie nicht erreichen zu können. „Nein, völlig unrealistisch ist das sicher nicht”, räumt er ein. Doch auf ein konkretes Saisonziel will er sich trotzdem nicht festlegen lassen: „Ich möchte die Mannschaft jetzt noch nicht so sehr unter Druck setzen.” Anders als im Vorjahr, als nichts außer der sofortigen Rückkehr in die Landesliga zählte, die dann furios mit deutlichem Vorsprung und überragender Offensivbilanz erreicht wurde. „Aber was nützt es, wenn ich jetzt sage, dass ich Fünfter oder Sechster werden will”, meint der Trainer. Einfach nur „jeden Sonntag guten Fußball bieten” will er.

Ein Ziel, das bei den Anhängern auf Zuspruch stoßen dürfte – zumal Sonntag auf typische Aufsteigerreflexe verzichtet: „Wir haben in der Bezirksliga mit drei Spitzen viel Erfolg gehabt. Warum soll ich jetzt auf einmal anfangen, deutlich defensiver zu spielen?” Auf die geänderten Voraussetzungen sieht er sein Team vorbereitet; schließlich wurde mit der Verpflichtung von Marvin Krupke, Daniel Dentgen und Robin Bohres das Augenmerk überwiegend auf die Defensive gelegt. Dass nun ausgerechnet die Offensive durch den langwierigen Ausfall von Top-Torjäger Daniel Brosowski, der in der vergangenen Saison 37 Tore erzielt hatte, zum Sorgenkind werden könnte, glaubt der 07-Trainer nicht: „Seinen Platz im Angriff nimmt erst einmal Dejan Orlovic ein. Ich glaube, er wird in dieser Saison auch für Furore sorgen.”

Mit Orlovic bleibt auch die taktische Formation nahezu unverändert. Siggi Sonntag probierte in der Vorbereitung ein 4-4-2-System aus: „Aber die Sache mit der Raute hat mir nicht gefallen.” Zuletzt gab's die Rückkehr zum bewährten 4-3-3 mit André Trienenjost in der Angriffsmitte, daneben Sascha Wiesner und eben Orlovic.

In anderen Mannschaftsteilen ist die Besetzung noch nicht festgelegt – vor allem im Tor, wo der Coach einen offenen Zweikampf zwischen dem letztjährigen Stammkeeper René Staron und Sascha Milbrandt propagierte. Am Donnerstag soll die Entscheidung fallen, wer im Auftaktderby gegen den Duisburger SV 1900 zwischen den Pfosten steht, wobei Milbrandts Chancen nach seinem jüngsten Patzer im Pokalspiel gegen Schwarz-Weiß Essen nicht die allerbesten sein dürften.

Bei der 2:4-Niederlage gegen den NRW-Ligisten waren einerseits diverse positive Ansätze zu sehen, aber eben auch einiges, was zum Sprung nach oben noch fehlt. Sonntag: „Wir hatten insgesamt sicher keine Vorbereitung, in der alles super gelaufen ist, aber wir haben konditionell gut gearbeitet. Außerdem ist die Mannschaft von Nummer 1 bis Nummer 24 charakterlich hervorragend zusammengestellt. Und das ist für mich das Wichtigste.”

Thomas Kristaniak

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