Scherpenberg gewinnt Homberger Turnier

Bis ins Finale kämpfte sich Außenseiter VfL Rheinhausen (weiße Trikots) vor. Dann war im Neunmeterschießen gegen den SV Scherpenberg Endstation.
Bis ins Finale kämpfte sich Außenseiter VfL Rheinhausen (weiße Trikots) vor. Dann war im Neunmeterschießen gegen den SV Scherpenberg Endstation.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Moerser Bezirksligist setzt sich im Neunmeterschießen des Finales mit 5:4 gegen den VfL Rheinhausen durch. VfB scheitert im Halbfinale.

Duisburg..  Kein Pokalverteidiger, kein Pokal – irgendwie logisch, oder? Nicht nur Vorjahressieger GSV Moers fehlte am Freitag beim 19. Willi-Kleinophorst-Gedächtnisturnier, das Fußball-Oberligist VfB Homberg in der Glückauf-Halle ausrichtete, sondern auch die Trophäe, die sich die Grafschafter in den vergangenen zwei Jahren gesichert hatten. „Der Pokal ist beim GSV wohl in den Wirren des Umzugs zur neuen Platzanlage verloren gegangen“, stellte VfB-Geschäftsführer Wilfried Conrad fest. Den vom Landesliga-Schlusslicht bezahlten neuen „Pott“ holte sich wieder ein Moerser Verein: Bezirksligist SV Scherpenberg setzte sich im Neunmeterschießen des Finales gegen A-Kreisligist VfL Rheinhausen mit 5:4 durch.

Held des Tages wurde ausgerechnet ein ehemaliger VfL-Kicker: Marco Tietze rückte wegen Torwartmangels beim SVS zwischen die Pfosten und hielt den entscheidenden Strafstoß von Franck Sylla – nachdem er zuvor selbst gegen Mike Römer verwandelt hatte. Das änderte freilich nichts daran, dass der Bergheimer Schlussmann der mit Abstand beste seiner Zunft bei diesem Turnier war. Im Finale hatte der VfL schon mit 3:1 geführt und dann mit 3:4 zurückgelegen, ehe Marco Koske mit seinem dritten Treffer den erneuten Gleichstand herbeiführte. Danach verschoss der A-Ligist drei Neunmeter, Scherpenberg nur zwei.

Nur zu gern hätten die Gastgeber das Turnier genutzt, um nach einer verkorksten Oberliga-Hinrunde neues Selbstvertrauen zu sammeln. Das schien in der Gruppenphase mit Siegen gegen Scherpenberg (4:2), den SV Haesen/Hochheide (5:0) und den VfL Repelen (4:1) auch gut zu klappen. Im Halbfinale gegen den VfL Rheinhausen schossen dann Ognjen Petrovic und Almir Sogolj eine sicher anmutende 2:0-Führung heraus, die der Außenseiter aber in den letzten zwei Minuten durch Luca Heckt, Franck Sylla und Nikola Karanovic noch in ein 3:2 drehte. „Typisch VfB“, meinte Wilfried Conrad, während Abteilungsleiter Wolfgang Graf mit bitterem Humor sinnierte: „Irgendwo hier gibt es eine Voodoo-Puppe, ich finde sie auch irgendwann . . .“

Keinen Spaß verstehen die VfB-Verantwortlichen allerdings bei der Zukunft ihres Turniers. Die 20. Auflage zu Weihnachten 2015 soll es noch geben – dann wird voraussichtlich Schluss sein. FIFA und DFB schreiben vor, dass ab 2016 in der Halle nur noch nach den Regeln der in Deutschland kaum verbreiteten Futsal-Variante gespielt werden darf, was die Homberger nicht mittragen wollen. „Die Konsequenz dieser Politik wird sein, dass es keine Hallenturniere mehr gibt“, so Wilfried Conrad. Die auch diesmal wieder zahlreich erschienenen Zuschauer werden es bedauern.

Das Turnier in Zahlen

Gruppe A: Fichte Lintfort – SV Schwafheim 2:1, DSV 1900 – VfL Rheinhausen 1:3, Rheinhausen – Fichte 3:3, DSV – Schwafheim 4:2, Fichte – DSV 6:3, Schwafheim – Rheinhausen 5:0.

Gruppe B: VfB Homberg – SV Scherpenberg 4:2, VfL Repelen – SV Haesen/Hochheide 2:1, Haesen/Hochheide – Homberg 0:5, Repelen – Scherpenberg 2:3, Homberg – Repelen 4:1, Scherpenberg – Haesen/Hochheide 3:1.

Halbfinale: Fichte – Scherpenberg 3:5, Rheinhausen – Homberg 3:2.

Finale: Scherpenberg – Rheinhausen 5:4 im Neunmeterschießen.