Rückschlag im Spitzenrennen

Das tat weh: Markus Raue und die Viktoria kassierten eine schmerzhafte Heimniederlage.
Das tat weh: Markus Raue und die Viktoria kassierten eine schmerzhafte Heimniederlage.
Foto: Michael Dahlke
Was wir bereits wissen
Viktoria Buchholz kassiert mit dem 1:4 gegen Möllen die erste Niederlage des Jahres. Bezirksliga-Meisterschaft ist nun weit weg. Kaum noch Hoffnung für 07 II.

Die stolze Serie ist gerissen. Neun Spiele hatte Fußball-Bezirksligist Viktoria Buchholz zuletzt nacheinander gewonnen, insgesamt sogar standen elf Partien ohne Niederlage für den Landesliga-Absteiger in der Statistik. Jetzt setzte es beim Versuch, mindestens den Kontakt zu Spitzenreiter Blau-Weiß Oberhausen zu wahren, den ersten echten Rückschlag des Jahres. Auf dem heimischen Karl-Dölzig-Platz verloren die Grün-Schwarzen mit 1:4 (1:1) gegen Glückauf Möllen.

„So etwas passiert, wenn man selbst nicht gut spielt und auf einen Gegner trifft, der an seine Grenzen geht. Unter dem Strich haben wir verdient verloren“, analysierte Viktoria-Trainer Michael Roß die Partie ganz nüchtern. Die Gäste nutzten die Buchholzer Fehler gnadenlos aus – beispielsweise beim 0:1 in der 13. Minute, als aus einem eigenen Angriff heraus das Gegentor durch Tobias Tönges entstand. Zumindest bekam die Viktoria das Geschehen danach etwas besser in den Griff und kam auch folgerichtig nach einer sehenswerten Kombination zum Ausgleich durch Maurice Rybacki (25.).

Fünf Minuten nach Wiederbeginn wurden die Buchholzer dann kalt erwischt: Aus einem Fehlpass in der Vorwärtsbewegung entwickelte sich ein Konter, den Ertugrul Yirtik zum 1:2 abschloss. „Das war der Knackpunkt im Spiel“, so Michael Roß, der anerkennend feststellte, wie offensiv Möllen diese Führung nicht nur verteidigte, sondern durch Dennis Slowinski (68.) sowie erneut Tönges (75.) weiter ausbaute.

Ob damit das Rennen gelaufen ist? Michael Roß ist Realist: „Sicher ist noch alles drin, aber dafür müsste Blau-Weiß mal straucheln – und wir müssten alles gewinnen.“


Während Blau-Weiß Oberhausen nach der Buchholzer Niederlage in der Gruppe 6 der Fußball-Bezirksliga auf bestem Wege zur Meisterschaft ist, zeichnet sich für die Reserve von Hamborn 07 in der Gruppe 5 immer deutlicher der Gang in die Kreisliga ab.

Gruppe 5: Phönix Essen – Hamborn 97 II 4:3 (1:1):Andreas Kubinski war nach der Pleite beim SC, der bis dato auf dem ersten Nichtabstiegsplatz stand, fassungslos. Wie schon gegen Frintrop beim letzten Sechs-Punkte-Spiel auf fremden Platz gab sein Team nach Treffern von David Schulz, Carsten Scholz und Mehmet Kilic eine 3:1-Führung aus der Hand. „Das kann einmal passieren“, so der Coach, „aber dass wir es in zwei aufeinander folgenden Auswärtsspielen nicht schaffen, eine Zwei-Tore-Führung über die Runden zu bringen, kann ich nicht nachvollziehen. Nach dem 2:3 fehlte komplett die Körpersprache.“ So trennen die Löwen nun schon elf Punkte vom rettenden Ufer.

Weitere Spiele der Gruppe 6: Rheinland Hamborn – TuRa 88 Duisburg 3:0 (1:0): Rheinland nutzte den Buchholzer Ausrutscher und ist durch den Derbysieg nach Tore von Alperen Sipahi, Bilal Kayaoglu und Erdal Uyar auf einen Punkt an Platz zwei herangerückt. „Wir haben verdient gewonnen, aber etwas mit angezogener Handbremse gespielt“, wähnte Bayram Cetinyürek seine Kicker gedanklich schon im Topspiel bei Blau-Weiß in einer Woche. Sakis Papachristos musste nach Ausfällen von Hakan Karabel, Hakan Yildirim, Fotios Papachristos (verletzt) und Philipp Wypler (beruflich) erneut A-Junioren aufstellen. „Sie haben es gut gemacht, aber so viele Ausfälle konnten wir nicht kompensieren.“ In der nächsten Saison werden dem Coach zwei Offensivkräfte fehlen. André Fuhrmann kehrt zum SV Wanheim zurück, Philipp Wypler zieht es zu Hamborn 07.

SV Genc Osman – DJK Vierlinden 2:2 (0:0): Für Ilyas Basol war das Derby „ein schrecklich anzuschauendes Spiel“, so der Genc-Coach. „Man hat gemerkt, dass es für beide Seiten um nichts mehr geht. Das war Not gegen Elend, beide Teams haben sich gequält und am meisten habe ich mich an der Seitenlinie gequält.“ Dass die DJK die Führungstreffer von Samed Basol und Sinan Calik durch A-Junior Ömer Apaydin und Sebastian Bergmann jeweils ausglich wurmte ihn natürlich zusätzlich, während Ahmet Tutal zufrieden gestellt wurde. „Wir mussten durch Grippe und Sperren vier Spieler ersetzen und haben alles gegeben. Leider war nicht mehr drin, aber die Punkteteilung war gerecht.“

Hamborn 07 – Arminia Lirich 3:1 (1:1): Inklusive des Pokalspiels fuhr 07 durch Daniel Brosowski (2) und Maurice Hörter den sechsten Sieg in Folge ein. Auch das 1:1 kurz vor Pause warf die Löwen – im Gegensatz zu manch vorangegangener Partie nicht aus der Bahn. „Die Miniserie hat uns viel Selbstvertrauen gegeben“, erklärt Coach Haluk Piricek. „Die Jungs wissen, was sie können und zeigen es auch.“

Meiderich 06/95 – Arminia Klosterhardt II 0:2 (0:1): Nach dem Sechs-Punkte-Osterwochenende erlitt 06 gegen den direkten Konkurrenten einen Rückschlag. Für Trainer Ralf Gemmer zurecht: „Mit der Einstellung hätten wir einige Spiele mehr gewonnen, aber diesmal war der Gegner einfach zu gut.“ So ist der Vorsprung zur roten Zone wieder auf sechs Zähler geschrumpft.