RESG-Trainer Strugala trat zurück

Abschied von der Halle Beckersloh: Detlef Strugala (rechts) trat zurück, sein Assistent Javier Gomez (hinter ihm) bat um eine Auszeit.
Abschied von der Halle Beckersloh: Detlef Strugala (rechts) trat zurück, sein Assistent Javier Gomez (hinter ihm) bat um eine Auszeit.
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Was wir bereits wissen
Walsums Abteilungsleiter Peter Stier: „Wir sind in Schockstarre.“ Gesundheitliche Gründe gaben den Ausschlag. Interimslösung heißt Günther Szalek.

Duisburg..  Die Nachricht traf Peter Stier unvorbereitet. „Wir sind alle wie in Schockstarre“, sagte der Abteilungsleiter des Rollhockey-Bundesligisten RESG Walsum auch am Freitag noch – einen Tag, nachdem Trainer Detlef Strugala aus gesundheitlichen Gründen um die sofortige Entbindung von seinen Aufgaben gebeten hatte.

Zwei Tage vor dem Pokalspiel beim RSC Cronenberg II konfrontierte der erst zu Saisonbeginn in den Duisburger Norden gewechselte frühere Iserlohner Meistercoach die Verantwortlichen des deutschen Rekordchampions mit seinem Entschluss. Den hatte er sich wahrlich nicht leicht gemacht: „Ich habe vorher eine Nacht nicht schlafen könnten.“ Von seinem Arzt war er, so Strugala, mit dem dringenden Ratschlag konfrontiert worden, seinen Stress zu reduzieren. Nachdem er sich vor einigen Jahren einer Bypass-Operation hatte unterziehen müssen, erreichte sein Belastungslevel im vergangenen halben Jahr wieder gesundheitsgefährdende Werte. Deshalb entschied sich der Vater eines zehnjährigen Sohnes letztlich rational – und folglich gegen die RESG, was er gleichzeitig tief bedauert: „Wir hatten uns einen Zwei-Jahres-Plan vorgenommen, um endlich wieder einen Titel nach Walsum zu holen.“ In die Halle Beckersloh kam er am Donnerstag schon gar nicht mehr: „Ich bin zwar ein alter Hase, aber es hätte mir einfach zu weh getan. Deshalb habe ich alle Jungs einzeln angerufen, um mich zu verabschieden.“

Bei der Klubführung stieß Detlef Strugala auf komplettes Verständnis. „Aber natürlich waren wir alle geschockt, auch die Mannschaft“, so Peter Stier. Trotz des mäßigen sportlichen Abschneidens – die RESG belegt aktuell nur Platz sieben – hatte es keine Zweifel gegeben, dass Strugala fest im Sattel sitzt. Deshalb war nun auch die schnelle Suche nach einem Nachfolger nicht einfach. Der bisherige Co-Trainer Javier Gomez Vazquez stand dafür nicht zur Verfügung: „Es hat ihn mehr getroffen als alle anderen. Er hat darum gebeten, im Moment außen vor bleiben zu dürfen“, so Stier.

Gefunden wurde schließlich Günther Szalek. Das Eigengewächs der RESG, in den 80er-Jahren vor seinem Wechsel nach Bamberg Torjäger der Walsumer, während sein Bruder Georg den Kasten sauber hielt, fungiert seit dem vergangenen Jahr als U-17-Trainer und hat auch die Entwicklung der ehemaligen U-20-Spieler in der jetzigen zweiten Mannschaft im Auge. „Die Aufgabe ist natürlich interessant, aber eben auch schwierig, weil die Saison bisher nicht so gelaufen ist, wie sich alle Beteiligten das vorgestellt haben“, sagt der 52-Jährige. Von daher setzt er seine Ziele auch moderat an: „Wir wollen die verbleibenden Spiele so attraktiv gestalten, dass die verbliebenen Fans zufrieden sein können. Im Prinzip geht es ja nur um Schadensbegrenzung.“ Ob er über die Saison hinaus Trainer der „Ersten“ bleiben wird, ist noch offen: „Es ist eigentlich wichtiger, Fachleute im Jugendbereich zu haben, denn das Rollschuhlaufen kann man nicht in der Theorie vermitteln.“ Als Co-Trainer steht ihm mit Christopher Nusch ein Spieler zur Seite.

Zum ersten Mal im Einsatz ist Szalek am Samstag, wenn die RESG um 19 Uhr das DRIV-Pokal-Achtelfinale bei der Regionalliga-Reserve des RSC Cronenberg bestreitet. Peter Stier hofft, dass die Mannschaft dann schon das von ihm ausgegebene Motto umsetzt: „Jetzt erst recht!“