Pausen sind kaum möglich
12.10.2010 | 18:13 Uhr 2010-10-12T18:13:00+0200
Duisburg.Viele Umbauten kann Martina Voss-Tecklenburg beim Spiel des FCR 2001 Duisburg gegen Almaty am Mittwoch nicht vornehmen. Zumindest eine Pause für Alexandra Popp ist wahrscheinlich.
Die Frage, wie denn momentan die Stimmung beim FCR 2001 Duisburg sei, beantwortet Trainerin Martina Voss-Tecklenburg mit leichter Ironie: „Wir sind alle sehr euphorisch . . .“ Ganz klar, davon kann beim Frauenfußball-Bundesligisten nach der 2:3-Niederlage beim VfL Wolfsburg nicht wirklich die Rede sein. Dementsprechend soll es am Mittwoch ab 15 Uhr im Zweitrunden-Rückspiel der Champions League gegen den kasachischen Vertreter CSHVSM Almaty nach dem 5:0 im Hinspiel in erster Linie darum gehen, sich den angestauten Frust von der Seele zu kicken.
„Manchmal zu lieb“
Die wahre Stimmungslage gibt Martina Voss-Tecklenburg dann auch so wieder: „Die Spielerinnen waren sehr selbstkritisch und leicht geknickt.“ Das änderte sich dann auch am Montag bei der zweistündigen Videoanalyse des Wolfsburg-Spiels nicht, bei der noch einmal die entscheidenden Fehler vor Augen geführt wurden. „Aber es ist ja auch nicht so, dass hier jemand nur 50 Prozent des Leistungsvermögens abruft“, relativierte die Trainerin dementsprechend die Aussagen ihrer Kapitänin Inka Grings, die am Sonntag direkt nach dem Abpfiff erklärt hatte, es mangle bei manchen Spielerinnen bei der Einstellung. „Das stimmt insofern“, sagt Voss-Tecklenburg, „als in manchen Situationen einfach der Biss fehlt. Manchmal ist die Truppe einfach zu lieb.“
Dass die grundsätzliche Leistungsbereitschaft nach wie vor uneingeschränkt vorhanden ist, soll das Team am Mittwoch unter Beweis stellen. „Ich erwarte, dass die Spielerinnen sich rehabilitieren wollen“, geht Voss-Tecklenburg trotz der klaren Ausgangsposition nicht von einem routiniert abgespulten Pflichtkick aus.
Gern würde sie auch so mancher Spielerin mal eine Pause einräumen, doch dafür mangelt es unverändert an den Alternativen. Mandy Islacker und Marina Himmighofen müssen wie schon am Wochenende passen, dafür stoßen die für die Champions League gemeldeten Gülhiye Cengiz und Irina London dazu. Zudem steht Isabel Hochstein aus der U 17, die in Wolfsburg ihr Bundesligadebüt feierte, im Kader. Klar dürfte zumindest sein, dass Alexandra Popp die Chance erhalten wird, ihre Kräfte vor dem nächsten Ligaspiel gegen den USV Jena am Sonntag zu schonen. Auch Stefanie Weichelt war anzumerken, dass ihre Verletzungspause nicht spurlos an ihr vorübergegangen ist.
Doch von Beginn an mit einer komplett ungebauten Elf anzutreten, will Martina Voss-Tecklenburg trotz des Hinspielsieges nicht riskieren. „So schlecht ist Almaty nicht, die hatten gegen uns einige gute Aktionen.“ Dass sich an der praktisch feststehenden Achtelfinalpaarung gegen Fortuna Hjørring – die Däninnen gewannen mit 8:0 gegen Bardolino Verona – nichts mehr ändern darf, ist unstrittig.
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