OSC Löwen setzen auf „Jetzt-erst-recht-Effekt“

OSC-Löwen-Trainer Jörg Förderer kam im Benefizspiel gegen den VfL Rheinhausen erstmals auch wieder als Spieler zum Einsatz.
OSC-Löwen-Trainer Jörg Förderer kam im Benefizspiel gegen den VfL Rheinhausen erstmals auch wieder als Spieler zum Einsatz.
Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
Personell gebeutelter Drittligist tritt zum Nachbarschaftsduell in Krefeld an. Der mannschaftliche Zusammenhalt soll es richten.

Duisburg..  Zwei deutliche Siege in der Vorsaison, eine knappe 23:24-Niederlage zu Beginn der aktuellen Spielzeit – die jüngste Bilanz im Drittliga-Nachbarschaftsduell gegen die HSG Krefeld spricht noch immer für die Handballer der SG OSC Löwen Duisburg. Doch vor dem nächsten Aufeinandertreffen der beiden Rivalen (Samstag, 19.30 Uhr, Halle Königshof) ist mit der aktuell angespannten Personalsituation bei den OSC Löwen auch eine ganz neue Art des Realismus eingekehrt. „Ein Sieg wäre natürlich ein hervorragendes Ergebnis, aber wir wissen auch, dass die Trauben für uns in Krefeld sehr hoch hängen“, sieht Jörg Förderer die Favoritenrolle eher bei den Gastgebern.

Das wichtige Wir-Gefühl

Auch ohne die personellen Rückschläge dürfte mehr für die Krefelder sprechen. Denn während die Duisburger im unteren Tabellenbereich um den Klassenerhalt kämpfen, haben sich die Seidenstädter zu einem der Topteams der Liga gemausert. Ein Pfund, mit dem die OSC Löwen wuchern wollen, ist der mannschaftliche Zusammenhalt. Nach der schweren Verletzung von Kevin-Christopher Brüren und dem abrupten Abschied von Felix Handschke ist das Team noch einmal weiter zusammengerückt. Und auch der nächste Rückschlag, der die Spielgemeinschaft unter der Woche ereilte, dürfte das wichtige Wir-Gefühl noch einmal zusätzlich verstärken. Robin Flemmig, dessen nahende Rückkehr die Verantwortlichen heiß ersehnt haben, musste sein erstes richtiges Mannschaftstraining seit langem vorzeitig abbrechen. Förderer: „Die Leistenprobleme sind wohl doch komplizierter als zunächst gedacht.“ So hoffen die Löwen zum Start ins neue Jahr auf den berühmten „Jetzt-erst-recht-Effekt“. „Die Mannschaft will Gas geben, hat sich im Spiel und Training als Einheit präsentiert. Jeder weiß, welche Aufgabe er zu erfüllen hat, das müssen wir jetzt nur auch auf das Parkett bringen“, sagt Jörg Förderer, der für sein eigenes Comeback auf dem Feld in den vergangenen Tagen viel getan hat.

In der Deckung geht die Mannschaft in der bewährt guten Konstellation ins Rennen. Im Angriff werden sich Förderer und Co. allerdings einiges einfallen lassen müssen. „Wir haben nur noch drei Rückraumspieler, mit mir vier. Da sind jetzt alle gefordert. Jeder muss noch eine Schüppe drauflegen“, sagt der Ex-Profi, der gleichwohl die Erwartungen bremst. „Wir müssen in dieser Formation erst einmal in Tritt kommen und gucken, wie wir uns unter diesen Gegebenheiten schlagen. Das wird ein schweres Unterfangen. Aber ich bin optimistisch, auch wenn sicher ein steiniger Weg vor uns liegt.“