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Ruhrolympiade

Nicht ganz oben auf dem Treppchen

10.06.2012 | 21:12 Uhr
Nicht ganz oben auf dem Treppchen
Die Vierer-Ruderer nahmen das Gesamtergebnis vorweg: Essen gewann die Ruhrolympiade 2012 für der Mannschaft aus Duisburg. Franz Hering ehrte die Nachwuchssportler. (Foto: Stephan Eickershoff)

Duisburg.   Nach schwachem Start ging es für den Titelverteidiger fast noch bis ganz nach oben. Gute Ergebnisse im Hockey und Fechten kamen doch noch in die Wertung.

Hauchdünn schrammte Duisburg am Gesamtsieg vorbei. An sich keine allzu überraschende Feststellung, schließlich ist die hiesige Sportjugend als Titelverteidiger in die 48. Ruhrolympiade auf heimischen Terrain gestartet. Doch lange Zeit sah es nicht danach aus, als könnten die jungen Duisburger noch einmal ganz vorne angreifen. Ein Zwischenspurt am Samstag katapultierte das Team aber auf Rang drei – und ein Protest aus Unna und Herne machte die Gastgeber plötzlich wieder zum Favoriten.

Der Hintergrund: Fünf Sportarten waren ursprünglich aus der Wertung geflogen, weil nicht genug Städte und Kreise antraten. Während es beim Bogenschießen mit gerade einmal zwei teilnehmenden Kommunen von vornherein feststand, kam das für die Hockey-Wettkämpfe der Jungen und Mädchen, im Fechten sowie beim Reiten dann doch überraschend. Acht – und damit exakt ausreichend viele – Städte hatten gemeldet; jeweils ein Team trat jedoch nicht an.

Erfolgreicher Protest

Sonntagmorgen wurde der Protest verhandelt. „Die Satzung lässt die Deutung zu, dass acht Mannschaften starten müssen, aber auch dass die Meldung von acht Mannschaften reicht. Im Sinne des Sports würde ich sagen, dass die Wettkämpfe in die Wertung aufgenommen werden sollten“, so Klaus Hinnenkamp, Geschäftsführer des Trägervereins Ruhrolympiade. „Schließlich betreiben die Jugendlichen und alle Helfer ungeheuer viel Aufwand.“ Diese Meinung teilte dann auch die Versammlung der Sportjugenden der teilnehmenden Städte, die diesen Beschluss so fasste.

Für Duisburg war das ein Glücksfall. Denn die Hockey-Mannschaften hatten sich hervorragend verkauft. Während die Mädchen ihr Turnier gewannen, wurden die Jungs Zweiter. Auch die heimischen Fechter trugen den Sieg davon; und die Reiter holten mit Rang vier ebenfalls eine starke Platzierung. Erst am Sonntagnachmittag mussten die Duisburger den späteren Sieger aus Essen passieren lassen. Rang acht im Fußball der Jungs (die Mädchen hatten tags zuvor gewonnen) und Platz elf bei den Handballerinnen waren schlicht weg zu wenig. Übrigens: Auch die Ringer aus Duisburg landeten ganz vorne.

Neben dem sportlichen Geschehen stand auch das Drumherum im Blickpunkt – schließlich sollte der „Neustart“ der Ruhrolympiade durch ein umfangreiches Rahmenprogramm mit mehr öffentlicher Aufmerksamkeit einher gehen. Das klappte mal – wie am Donnerstag – besser, mal – wie am Samstag – schlechter. „Über den gesamten Zeitraum sind wir zufrieden“, stellte Stadtsportbund-Chef Franz Hering für den Gastgeber fest. Sein Geschäftsführer Uwe Busch ergänzte: „Das Plaza-Konzept funktioniert.“

Verbessert werden müsse für die Zukunft die Absprache mit den Fachverbänden der einzelnen Sportarten: Zu oft kommt es noch zu Terminkollisionen wie beispielsweise im Tennis: Hier werden zeitgleich die Verbandsmeisterschaften ausgetragen.

Die nächste Ruhrolympiade findet nach dem neuen Zwei-Jahres-Turnus 2014 statt. Ein Ausrichter steht noch nicht fest. Da sich die Erstaustragung in Bochum zum 50. Mal jährt, läge eine Rückkehr an die „Geburtsstätte“ des größten Jugendsportevents in Europa aber nahe.

Friedhelm Thelen und Thomas Kristaniak


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