Netherys Unterstützung heißt Uli Egen

Eine Szene, die nun schon über neun Jahre alt ist: Uli Egen, damals Sportdirektor der Füchse, an der Duisburger Bande beim DEL-Spiel gegen Ingolstadt. Schon damals trug übrigens Markus Schmidt die Nummer 85.
Eine Szene, die nun schon über neun Jahre alt ist: Uli Egen, damals Sportdirektor der Füchse, an der Duisburger Bande beim DEL-Spiel gegen Ingolstadt. Schon damals trug übrigens Markus Schmidt die Nummer 85.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Der frühere EVD-Sportdirektor Uli Egen ist nun Trainer bei den Füchsen. Die Suche nach einem zweiten Ausländer läuft.

Duisburg..  Die Füchse haben die angekündigte „Unterstützung für Teamchef Lance Nethery“ verpflichtet – und es ist ein alter Bekannter. Ab sofort ist Uli Egen, von 2005 bis 2007 sportlicher Leiter des EV Duisburg zu DEL-Zeiten, Trainer beim Eishockey-Oberligisten. „Ich bin der Coach und arbeite gleichberechtigt mit Lance, wobei Lance als Sportdirektor natürlich mein Vorgesetzter ist“, beschreibt Egen die Zusammenarbeit an der Duisburger Bande. Schon Mittwochfrüh traf der 58-Jährige in Duisburg ein, um die ersten Gespräche zu führen. „Wir sind schließlich auf der Suche nach einem weiteren ausländischen Spieler“, so Egen. „Das ist in der Kürze der Zeit nicht ganz einfach.“

Die Verpflichtung Egens ging schnell. „Lance hat mich angerufen und mich gefragt, ob ich mir den Job in Duisburg vorstellen könnte“, schildert der gebürtige Füssener die letzten Stunden. Nach seiner Zusage machte sich Egen auf den Weg in Richtung Ruhrgebiet: „Lance und ich haben eine ähnliche Philosophie über Eishockey.“

Die Saison begann für Uli Egen nicht schön. Denn im November wurde er beim Zweitligisten ESV Kaufbeuren nach 14 Niederlagen in Folge als Coach freigestellt – gemeinsam mit Didi Hegen, der bei den Allgäuern sportlicher Leiter war, also genau die umgekehrte Konstellation im Vergleich zu den ersten beiden Duisburger DEL-Jahren. „Wir hatten sechs Verletzte und zwei Förderlizenzspieler, die uns nicht zur Verfügung standen. Wenn acht Spieler ausfallen, kann kein Trainer der Welt etwas daran ändern. Dann verlierst du auch 14 Mal hintereinander.“ Diese Erfahrung musste Egens Nachfolger in Kaufbeuren nun auch machen. Denn just am zurückliegenden Montag wurde der Finne Kari Rauhanen beim ESVK gefeuert.

Egens Laufbahn ging nach seiner Duisburger Zeit nicht allzu weit entfernt weiter. So heuerte er in den Niederlanden bei den Smoke Eaters Geleen an, ehe er nach Essen ging. „Das hat sich sogar überschnitten, weil ich sportlicher Leiter in Essen und Trainer in Geleen war.“ Danach wurde er zur Saison 2012/13 Trainer bei den Kassel Huskies, wurde aber noch vor Saisonbeginn 2013/14 bei den Schlittenhunden freigestellt und ging schließlich im Januar 2014 nach Kaufbeuren.

Erfahrung in der Oberliga bringt er mit. „Aber Lance hat ja in seiner Zeit bei den Haien auch viele Oberliga-Spiele gesehen. Er im Westen und ich dann auch im Süden“, sagt Egen.

Am Mittwochabend steht Egen erstmals mit Nethery und den Füchsen auf dem Eis. „Alles, was jetzt zählt, ist, den Blick nach vorne zu richten. Es sind nur wenige Tage bis zum Spiel gegen die Icefighters Leipzig, aber ich bin sehr optimistisch, dass wir dieses Spiel gewinnen werden“, sagt Egen über das „Meisterduell“ des West-Titelträgers aus Duisburg gegen den Ost-Champion aus Leipzigs Nachbarstadt Taucha.

„Wir brauchen einen Trainer, der coachen kann, denn wir müssen Spiele gewinnen“, erklärte Nethery seine Entscheidung, Uli Egen zu verpflichten. „Wir werden Tag und Nacht zusammenarbeiten.“ Bleibt zu hoffen, dass dies von Erfolg gekrönt ist. Viel Arbeit bleibt – beim Versuch, bis Freitag noch Verstärkung an Land zu ziehen und am Freitagabend im Spiel gegen Leipzig. Der geschasste EVD-Sportdirektor und -Trainer Matthias Roos sagte nach dem Halle-Spiel und vor seiner Demission mit Blick auf Leipzig: „In diesem Spiel müssen wir abliefern.“ Das gilt nun mehr denn je.