2. Bundesliga : MSV sucht einen erfahrenen Trainer

Duisburg. Nach rund einem Jahr muss sich der MSV Duisburg schon wieder auf die Suche nach einem neuen Trainer begeben. Viele Namen, die damals im Gespräch waren, sind es auch jetzt wieder. Sonntag geht es für den MSV erst einmal nach Koblenz.
Peter Neururer blieb seiner Linie bis zum Ende treu. Erst am Freitag sollte die Trennung zwischen Trainer und Fußball-Zweitligist MSV Duisburg offiziell publik werden. Doch Neururer hatte schon am späten Donnerstagabend in einem Telefoninterview mit dem Fernsehsender DSF das Ende seiner Tätigkeit bestätigt. MSV-Chef Walter Hellmich und Manager Bruno Hübner waren nicht zum ersten Mal in der rund elfmonatigen Amtszeit des Trainers überrascht und irritiert.
Trennung wohl doch nicht so einvernehmlich wie verkündet
Klaus Augenthaler erfüllt eigentlich alle Anforderungen von Bruno Hüber - außer dass er lange beschäftigungslos ist. (Foto: ddp)
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Das macht deutlich, dass die „einvernehmliche Trennung”, die beide Seitenam Freitag offiziell anstrebten, wohl über eine Absichtserklärung nicht hinausgeht. Bruno Hübner soll nun in den nächsten Tagen oder Wochen eine Einigung mit Neururer erzielen. Bezeichnend, dass Neururer gestern sich zumindest in dieser Frage zugeknöpft gab: „Zu vertraglichen Dingen sage ich nichts”. Der Verein will nun Geld sparen, der Ex-Trainer will möglichst viel Geld erhalten.
Vorrangig muss sich Bruno Hübner nun um einen neuen Trainer bemühen. Der Manager sprach gestern von einem Déjà-vu-Erlebnis – immerhin suchte er zuletzt vor knapp einem Jahr einen Übungsleiter. Viele Namen, die damals im Gespräch waren, machen auch jetzt wieder die Runde. Mehrere Kandidaten sind noch immer oder schon wieder verfügbar. Etwa Klaus Augenthaler, der vor Jahresfrist neben Neururer aussichtsreichster Kandidat war, oder Wolfgang Wolf. Die Chancen dieser Fußball-Lehrer haben sich nicht verbessert. „Ein Mann wie Augenthaler war jetzt ein weiteres Jahr beschäftigungslos”, stellte Hübner fest.
Hübners Absage an eine junge Lösung
Ansonsten erfüllt „Auge” alle Anforderungen des Managers, die sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert haben. Der neue Trainer soll ein Zweitliga-Experte sein und schon einen Aufstieg geschafft haben. Einer „jungen Lösung” nach dem Vorbild des Mainzers Thomas Tuchel erteilte Hübner Freitag eine Absage. Zudem sieht Hübner aktuell ein Disziplin-Defizit. Einen Trainer, der „morgens als Erster kommt und abends als Letzter geht” und der „auch mal drei Einheiten am Tag durchzieht”, wünscht sich Hübner. Dies lässt darauf schließen, was zuletzt unter Neururer im Argen gelegen haben muss. „Da mache ich keine Komprimisse”, so Hübner, der hofft, dass der neue Trainer bereits in einer Woche im Heimspiel gegen Rot-Weiß Ahlen in der MSV-Arena auf der Bank sitzen wird: „Das muss unser Ziel sein.”
Hübner hat bereits einen Wunschkandidaten, den er freilich nicht benennen wollte. Zur Fußball-Philosophie Hübners würde Ex-KSC-Coach Edmund Becker passen, der die Karslruher aus dem Keller der 2. Liga in die Bundesliga führen und dort zumindest vorrübergehend halten konnte. Seit seiner Entlassung in Karlsruhe kurz nach Saisonbeginn ist Becker verfügbar.
Neururer schaut das MSV-Spiel gegen Koblenz im Fernsehen
Peter Neururer, der sich Freitagnachmittag bei einer Golfrunde entspannte, will am Wochenende viel Fußball schauen. Das MSV-Spiel bei der TuS Koblenz will Neururer am Fernseher verfolgen. Und seiner ehemaligen Mannschaft die Daumen drücken. So sagte er es Freitag.


















