MSV nimmt Sands Geschenk nicht an

MSV-Angreiferin Rahel Kiwic im Laufduell mit Sands Allison Scurich.
MSV-Angreiferin Rahel Kiwic im Laufduell mit Sands Allison Scurich.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Situation bleibt nach 1:1 im Kellerduell der Bundesliga unverändert. Eine Unaufmerksamkeit kostet Duisburg den möglichen Sieg.

Duisburg..  Der Abschied naht. „Nach zwölfeinhalb Jahren war das heute mein vorletztes Heimspiel“, sagte Dieter Oster. Der frühere Vorsitzende des FCR 2001 Duisburg zieht nach Bremen um. Einmal noch wird er der aus diesem Verein hervorgegangenen Frauenfußball-Bundesligamannschaft des MSV Duisburg die Daumen drücken – am letzten Spieltag, wenn der Herforder SV im PCC-Stadion zu Gast ist und es für die Mannschaft von Inka Grings voraussichtlich um alles geht. Nach dem 1:1 (0:0) gegen den SC Sand bleibt das Abstiegsrennen weiter offen.

Sven Kahlert, der den FCR und den MSV in der Bundesliga betreute, konnte seine Rückkehr nach Duisburg nicht genießen. „Der einzige positive Aspekt am heutigen Spiel war das Ergebnis“, stellte der Trainer des SC Sand fest, der sich ansonsten von der Leistung seiner Elf „maßlos enttäuscht“ zeigte. Schlimm genug aus Sicht der Gastgeber, dass sie trotzdem weiterhin zwei Punkte hinter dem Vorjahresaufsteiger den ersten Abstiegsplatz belegen. „Ärgerlich“ fand das dann auch Trainerin Inka Grings: „Wir haben mit Herz und Leidenschaft gekämpft. Leider haben wir uns eine entscheidende Unaufmerksamkeit geleistet.“

1088 Zuschauer sorgten am Rheindeich für einen Saisonrekord. Das Bemühen, den eigenen Anhang nicht enttäuscht nach Hause gehen zu lassen, war dem MSV nicht abzusprechen. Gefährliche Offensivaktionen waren zwar in einem spielerisch recht mauen Duell die Ausnahme — wenn es sie aber gab, dann auf Duisburger Seite. In der 42. Minute sah es nach einer möglichen Führung aus, doch letztlich war die wieder als Spitze eingesetzte Innenverteidigerin Rahel Kiwic zu schwerfällig, um an den Ball zu kommen, und rasselte stattdessen mit SCS-Torfrau Maria Korenciova zusammen.

Ob das, was sich in der 52. Minute abspielte, Nachwirkungen dieser Szene waren? Jedenfalls drosch die slowakische Nationalkeeperin nach einem langen Pass von Dolores Silva über den Ball, woraufhin Steffi Weichelt allein aufs leere Tor zulaufen konnte und das 1:0 erzielte. Ein Moment, in dem der Gast bildlich gesprochen, auf dem Boden lag, doch die MSV-Defensive half ihm wieder auf die Beine. Nach einem Pass in die Spitze ließen Virginia Kirchberger und Carole Costa SCS-Kapitänin Christine Veth gewähren, die mit einem Heber über Meike Kämper den Ausgleich markierte.

Weil sich danach nichts mehr tat, bleibt es zwei Runden vor Schluss beim alten Abstand. Während Sand noch gegen Potsdam und in Leverkusen spielt, muss der MSV nun erst einmal in Jena antreten, ehe Schlusslicht Herford am 10. Mai kommt. Es soll kein gemeinsamer Abschied aus der Bundesliga werden.

MSV: Kämper – Hellfeier (85. Sundov), Kirchberger, Costa, Oster – Silva, Pulver, Weichelt, Vonkova (74. Himmighofen) – Kiwic, Nati.
Tore: 1:0 Weichelt (52.), 1:1 Veth (57.).