MSV Duisburg stellt sich der Löwen-Prüfung
28.01.2011 | 19:21 Uhr 2011-01-28T19:21:00+0100
Duisburg.Nach dem Feiertag im DFB-Pokal folgt für den MSV Duisburg der Alltag in der Liga. Am Samstag geht es zu 1860 München. MSV-Kapitän Srdjan Baljak fällt weiterhin aus - doch das soll kein Alibi sein.
Löwe Benny Lauth freute sich mit dem MSV Duisburg über den Pokalerfolg gegen Kaiserslautern. „Das hat viel Kraft gekostet, außerdem wird es für Duisburg bestimmt nicht leicht sein, sich sofort wieder auf die Liga zu konzentrieren“, glaubt der Stürmer des TSV 1860 München vor dem Fußball-Zweitliga-Duell mit den Zebras, das am Samstag um 13 Uhr in der Münchener WM-Arena beginnt.
Milan Sasic will genau dies widerlegen. „Das Spiel ist eine Prüfung für uns, ob wir mental und körperlich in der Lage sind, gegen einen so starken Gegner alle Kräfte zu bündeln“, sagt der Trainer des MSV, der gestern mit einigen angeschlagenen Spielern nach München reiste. „Das darf alles kein Alibi sein, wir wollen uns stellen“, unterstreicht der 52-Jährige.
Banovic plagt sich mit Rippenprellung
Kapitän Srdjan Baljak, dem das tatenlose Zusehen im Spiel gegen Kaiserslautern sichtlich schwer fiel, gehört wieder nicht dem Kader an. Er blieb zuhause. Ivica Banovic zog sich im Pokalspiel eine starke Rippenprellung zu. Gestern wäre ein Einsatz nicht möglich gewesen, heute will es der Kroate zumindest versuchen. Auch Goran Sukalo und Benjamin Kern verbrachten den freien Tag am Donnerstag bei den Physiotherapeuten.
Noch nicht im Kader wird Neuzugang Jürgen Säumel sein. Dem Österreicher fehlt Spielpraxis, der FC Turin hatte ihn nach einem Transferstreit mit Brescia in den letzten Monaten nicht mehr eingesetzt. „Wir werden ihn behutsam aufbauen. Es kann einige Wochen dauern, bis uns Jürgen helfen kann“, kündigt der Trainer an.
Julian Koch wird in München dabei sein, allerdings nicht auf der offensiven Position im Mittelfeld. Diese Variante hatte Sasic extra für das Pokalspiel gegen die Roten Teufel ausgeklügelt. „Wir wollten damit den FCK-Tiffi aus dem Spiel nehmen“, hatte Sasic sich auf die Spielweise des Ex-Duisburgers Christian Tiffert eingestellt.
Offenbar keine Träumereien
Auch bei den Löwen wollen die Zebras mit klugen Schachzügen dafür sorgen, damit die Reise an die Isar erfolgreich verläuft. Großartige Träumereien über das bevorstehende Halbfinal-Los im Pokalwettbewerb gibt es in den Spielerköpfen offensichtlich nicht, wie Torwart David Yelldell anmerkt: „Wir haben nach dem Lautern-Erfolg nicht groß gefeiert. Das Weiterkommen im Pokal war mein größter sportlicher Erfolg bisher, aber jetzt beginnt wieder das Tagesgeschäft.“ Der einstige Koblenzer schiebt nach: „Alle konnten den Sieg am freien Donnerstag auf ihre Weise verarbeiten. Seit Freitag läuft die Vorbereitung auf 1860 München. Dort wollen wir ein positives Ergebnis erzielen.“
Dass die Akkus nach dem intensiven Schlagabtausch mit den Pfälzern wieder vollständig aufgeladen sind, davon ist nicht unbedingt auszugehen. „Die Regenerationsphase war kurz“, sagt Yelldell, „aber wir haben sie optimal genutzt.“ Die Kräfte sollen kein Problem sein.
Dass die Sechziger in den vergangenen Wochen mehr wegen ihrer Finanzprobleme als wegen sportlicher Erfolge in den Schlagzeilen standen, hat sich bis zum MSV herumgesprochen. „Solche Probleme können eine Mannschaft auch zusammenschweißen“, stellt sich der Duisburger Schlussmann keineswegs auf einen Spaziergang ein. „Der TSV hat gute Einzelspieler. Wir müssen kompakt auftreten und unsere Stärken einbringen.“ Für den MSV ist es eine Jubiläumspartie: Die Zebras bestreiten ihr 600. Zweitligaspiel.
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