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MSV-Geschäftsführer Kentsch will FCR Duisburg helfen

22.01.2013 | 23:00 Uhr
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MSV-Geschäftsführer Kentsch will FCR Duisburg helfen
Bietet dem FCR seine Hilfe an: MSV-Geschäftsführer Roland Kentsch.Foto: imago

Duisburg.   FCR-Aufsichtsratschef Ferdi Seidelt fordert: „Von solch einem sportlichen Aushängeschild darf sich Duisburg nicht trennen!“ Gern gehört hat er daher das anvisierte Hilfsangebot von MSV-Geschäftsführer Roland Kentsch, der sich am Mittwoch mit den Verantwortlichen treffen will.

Als der FCR 2001 Duisburg vor zwölf Jahren als eigenständiger Verein aus der Taufe gehoben wurde, war Ferdi Seidelt einer der entscheidenden Geburtshelfer; später fungierte er als Klubchef. Heute ist der CDU-Politiker Vorsitzender des Aufsichtsrates beim Frauenfußball-Bundesligisten. Was er nun empfindet, da der Verein, mit dessen Schicksal er so eng verbunden ist, in argen finanziellen Nöten steckt? „Sehr tiefe Trauer“, sagt Seidelt. „Und viele Schmerzen.“

Keine positiven Nachrichten

Eng mit dem FCR verbunden: der Ex-Vorsitzende und jetzige Aufsichtsratschef Ferdi Seidelt.Foto: Volker Herold

Die in der Vorwoche erfolgte Ankündigung, einen Insolvenzantrag zu stellen, wird spätestens am Mittwoch in die Tat umgesetzt werden; am Dienstag zog sich dieser Vorgang noch etwas hin. „Das hat aber nichts mit neuen Entwicklungen zu tun“, so FCR-Pressesprecher Rainer Zimmermann. Vielmehr habe der vom Verein beauftragte Anwalt noch einige Formalia klären müssen. Positive Nachrichten im Vergleich zur Vorwoche konnte Zimmermann nicht verbreiten: „Es ist leider niemand gekommen, der sein Füllhorn über uns ausgeschüttet hat.“

Daran mag auch Ferdi Seidelt nicht glauben: „Wir unternehmen Ansprachen in so gut wie jede Richtung, aber es scheint leider so etwas wie ein Naturgesetz zu sein, dass in dieser Stadt nichts zu machen ist.“ Abfinden will er sich damit aber nicht: „Wenn man es mal durchrechnet, ist der FCR der erfolgreichste Frauen-Bundesligist der Geschichte. Von solch einem sportlichen Aushängeschild darf sich Duisburg nicht trennen!“ Gern gehört hat er daher das anvisierte Hilfsangebot von MSV-Geschäftsführer Roland Kentsch. Am Dienstagabend trafen sich Aufsichtsrat und Vorstand zu einer gemeinsamen Sitzung; am Mittwoch folgt dann ein Gespräch mit Kentsch. Dabei weiß aber auch Seidelt, dass der gerade selbst dem Finanz-K.-o. von der Schippe gesprungene Männer-Zweitligist kaum in der Lage wäre, beispielsweise bei einer schon wieder ins Gespräch gekommenen Fusion auch noch die zusätzliche Last einer ambitionierten Frauen-Abteilung zu tragen. „Unser Ziel ist der langfristige Erhalt des Vereins“, betont Seidelt noch einmal.

Noch etwas ist ihm wichtig: das Zurückweisen von Gerüchten um die Person von Vorstandschef Thomas Hückels. Man suche schon nach einem neuen Vorsitzenden, hieß es aus dem FCR-Umfeld. „Leuten, die so etwas kolportieren, gehört in den Hintern getreten“, formuliert Seidelt in seiner bekannt bildhaften Ausdrucksweise. Der Aufsichtsrat, als dessen Vorsitzender Seidelt am Montag wiedergewählt wurde, bemüht sich um eine Auffüllung des Vorstands, nachdem Finanz-Experte Dirk Broska ins Aufsichtsgremium gewechselt ist. „Im Moment hat er vier Mitglieder, fünf sollten es sein. Der beste Experte für die Finanzen ist aber der Insolvenzverwalter.“ Der am Mittwoch ernannt wird.

Thomas Kristaniak

Kommentare
23.01.2013
20:02
MSV-Geschäftsführer Kentsch will FCR Duisburg helfen
von finnisworld | #4

@#3 da weder Stadionmieten, Fernsehgelder oder Transfererlöse abzukassieren sind, handelt es sich hier wohl um ein bisschen Imageaufbesserung des Herrn Kentsch...mit einem einzigen halbwegs gut besuchten Retterspiel hätte der FCR wahrscheinlich seinen Etat gesichert, so what ?
Aber aufpassen...wahrscheinlich sichert sich im Gegenzug irgendeine Dinslakener Marketinggesellschaft die Rechte für den Würstchenverkauf der nächsten 50 Jahre...

1 Antwort
MSV-Geschäftsführer Kentsch will FCR Duisburg helfen
von rrduisburg | #4-1

Lieber Sportsfreund, ich kann das ja nicht beurteilen und kann Ihnen daher nicht widersprechen. Will ich auch nicht. Ihre Meinung ist mindestens so wichtig wie meine. Es ist einfach nur schade um den FCR. Dem Würstchenverkäufer wäre aber auch wichtig, das der Spielbetrieb läuft. Nix für ungut und sportliche Grüße an Sie.

23.01.2013
18:34
MSV-Geschäftsführer Kentsch will FCR Duisburg helfen
von rrduisburg | #3

Um Himmels Willen: Ich hörte doch immer das Herr Kentsch ein "Pleitemanager" ist und dann will er hier helfen? Sollte Herr Hellmich noch dazu kommen, dann hätten die eine richtige und ernstzunehmende Chance. Aber die wollen doch nur einen Verein "aussaugen" und ruinieren. Die wollen alles nur "kaptutt" machen liebe Kinder! Es könnte aber auch sein, das solche Herren auch einen Gewinn haben möchten für ihre Leistungen und wenn alles funzt, ja dann werden die in den Dreck gezogen bis zum gehtnichtmehr.
Schönen Abend noch!

23.01.2013
12:01
Sportstadt
von Scoo01 | #2

Ist Duisburg eine Sportstadt? Leistungszentren an der Wedau, viele Vereine und Verbände mit ihrem Sitz dort. Aber ein Image und eine Akzeptanz in der Bevölkerung zum heulen ... vielleicht ist es einfach besser, hier überall den Sack zuzumachen.

Schade wäre es ....

23.01.2013
11:33
MSV-Geschäftsführer Kentsch will FCR Duisburg helfen
von JotZee | #1

Es tut mir in der Seele weh. Ich bin vor allem MSV-Fan, aber auch FCR-Sympathisant. Nette Leute, die sich da in Homberg rumtreiben. Aber mit dem Abgang von Krahn, Popp, Bresonik etc. war der Verein nach der letzten Saison schon ziemlich am Ende. Es geht ja nicht nur ums Sportliche, sondern auch um die Attraktivität, die man durch Nationalspielerinnen hat. Wer da nun Geld geben soll, weiß ich aber auch nicht. Der MSV zumindest hat selber keins... Duisburger Unternehmer, helft! Den FCR rettet man mit deutlich kleineren Beträgen...

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