MSV arbeitet an der Rettung

Eine Hoffnungsträgerin: Talent Lara Heß könnte gegen den SC Freiburg in der Startelf des MSV stehen.
Eine Hoffnungsträgerin: Talent Lara Heß könnte gegen den SC Freiburg in der Startelf des MSV stehen.
Foto: Michael Dahlke
Was wir bereits wissen
Duisburgerinnen gehen als Tabellenvorletzter in die Restrunde der Bundesliga. Eine Bestandsaufnahme vor dem Spiel in Freiburg.

Duisburg..  Neun Spiele noch – und was dann? Endet am 10. Mai möglicherweise die seit 25 Jahren ununterbrochene Zugehörigkeit eines Duisburger Vereins zur Frauenfußball-Bundesliga? Nach jetzigem Stand wäre es so. Mit einer mageren Ausbeute von acht Toren und sieben Punkten aus den ersten 13 Runden belegt der MSV Duisburg den elften Tabellenplatz, der nicht zum Klassenerhalt reichen würde. Am Sonntag (11 Uhr) startet mit der Auswärtspartie beim SC Freiburg nun die Restrunde, in der Trainerin Inka Grings mit ihrer Mannschaft noch die Wende zum Besseren schaffen will. Die Sportredaktion fasst die wichtigsten Fakten zusammen.

Die Zwischenbilanz: Erst ein einziges Spiel konnte gewonnen werden – mit 2:1 beim abgeschlagenen Tabellenletzten Herford. Zwei weitere Punkte resultieren aus Unentschieden auf fremdem Platz (jeweils 0:0 in Leverkusen und Essen). Daheim wurden erst zwei Zähler geholt: mit dem sensationellen 3:3 gegen Potsdam und dem 1:1 gegen Jena). Beste Torschützin ist Geldona Morina, die zweimal traf und in der Winterpause zur zweiten Mannschaft versetzt wurde.

Die Perspektive: Der Rückstand auf den rettenden zehnten Platz, den momentan der SC Sand belegt, beträgt drei Punkte. Außerdem verfügt der MSV über die klar schlechtere Tordifferenz (minus 25 gegenüber minus 13). Damit sollte klar sein: Es muss mehr als der eine Pflichtsieg am letzten Spieltag gegen Herford her. Von den unmittelbar vor dem MSV platzierten Teams gastieren Sand und Leverkusen noch in Homberg.

Das Personal: Trainerin Inka Grings hat einen Schnitt gemacht und mit Kristina Sundov und Geldona Morina zwei mehr oder weniger zum Stammpersonal zählende Kickerinnen zur Reserve abkommandiert. Dort sind auch Laura Neboli und Laura Luis anzutreffen. Weil es nicht gelang, eine Verstärkung an Land zu ziehen, ist der Kader momentan äußerst überschaubar besetzt. Nicht besser wird die Situation dadurch, dass „Aggressive Leader“ Marina Himmighofen bis Mitte März aufgrund einer Knieverletzung ausfallen wird. Immerhin kann die während der Hinrunde verpflichtete Kanadierin Emilie Fillion nach längerer Zwangspause wieder mitmischen. Nach wie vor nicht dabei: Keeperin Gaëlle Thalmann. Das führt dazu, dass hinter Meike Kämper nur noch Sarah Deinert als Torhüterin zur Verfügung steht. In der „Zweiten“ wurde daher schon Feldspielerin Scarlett Hellfeier zwischen die Pfosten beordert.

Die Vorbereitung: Die Teilnahme am letzten DFB-Hallenpokal war mit drei Niederlagen ein mentaler Tiefpunkt, der zur Degradierung von Sundov und Morina führte. Zwei Testspiele wurden abgesagt – in den drei anderen blieb die Mannschaft immerhin ohne Gegentor, wobei abseits des 4:0 gegen den FC Henan aus China und des 6:0 gegen die Reserve nur das 2:0 über den FC Twente sportlichen Wert besessen haben dürfte.

Die Hoffnungsträgerin: Im letzten Spiel des alten Jahres feierte Eigengewächs Lara Hess, die aus der Zweitvertretung aufrückte, ihr Bundesliga-Debüt – bei einem 0:4 gegen Altmeister Frankfurt eher undankbar. In der Vorbereitung machte sie aber derart auf sich aufmerksam, dass ihr Inka Grings sogar ein Startelf-Debüt in Aussicht stellte.

Die Prognose: Vom Start in Freiburg hängt gleich viel ab. Ein ähnlich trostloser Auftritt wie in der zweiten Hälfte des Hinspiels (0:2) könnte negative Signalwirkung haben – ein Teilerfolg oder gar ein Sieg ebenfalls.