Mit dem Turbo nach Toronto
05.09.2010 | 21:45 Uhr 2010-09-05T21:45:00+0200
Duisburg. An zwei Tagen ging es auf der Regattabahn um die Meistertitel der Drachenboote. Meidericher Starter waren erfolgreich.
Im Klubhaus des 1. Meidericher Kanu-Clubs feierten die Blue Turbos am Sonntagabend bei Fassbier und Brötchen. Die Paddlerinnen des MKC sorgten bei den Deutschen Drachenboot-Meisterschaften auf der Regattabahn für einen Paukenschlag – und das nicht nur in Form des Trommelns auf dem Boot. Die Meidericherinnen sicherten sich überraschend die Silbermedaille über 200 Meter.
Damit lösten die Meidericherinnen die Tickets für die Welt- und für die Europameisterschaft. Die EM-Teilnahme wird die Turbos vor keine Probleme stellen, die Titelkämpfe werden im August 2011 im Sportpark Wedau über die Bühne gehen. Doch die WM wird in Toronto stattfinden. „Das wird finanziell nur schwer zu stemmen sein“, sagt Trainerin Sandra Urban.
Wanheim ohne Medaille
Die blauen Turbos mussten sich lediglich dem Favoriten, den Roten Drachen vom MKV Mülheim, knapp geschlagen geben. Dem verpassten Gold trauerten die Meidericherinnen jedoch nicht lange nach. „Die Stärke der Konkurrenten war nur schwer einzuschätzen, weil vor einem Jahr ganz andere Mannschaften am Start waren“, so Sandra Urban.. Der MKC sammelte zudem drei Bronzemedaillen ein: die Damen über 500 Meter, die Flying Turbos bei den Herren-Masters über 500 Meter und die Blue Dragons bei den Breitensportlern über 500 Meter.
Die Wanheimer Kanu-Gilde verpasste diesmal eine Medaille. Die „Ruhrsteine Wölfe“, ein gemischtes Boot mit Wanheimer und Mülheimer Paddlern, hatten sich ebenfalls Hoffnungen auf internationale Tickets gemacht. Dafür sorgten die Wanheimer für den historischen Rahmen: Sie brachten das Boot mit, das 1987 als ersten Drachenboot im Rahmen der Weltmeisterschaft auf einem Duisburger Gewässer unterwegs war.
Damals war der Drachenbootsport eine reine Spaßgeschichte. Mittlerweile zieht die Ernsthaftigkeit in den Sport ein, Mannschaften beziehen Trainingslager, bereiten sich in Ansätzen professionell auf die Wettkämpfe vor. „Ich hoffe, dass die Sache nicht zu professionell wird. Denn dann würden die Drachenbootrennen irgendwann einmal das verlieren, was sie auszeichnet“, so Thomas Konietzko, Präsident des Deutschen Kanu-Verbandes.
Für die EM gerüstet
Für den Kanu-Regatta-Verein war die Ausrichtung der Titelkämpfe eine runde Sache. Vereinschef Otto Schulte sieht Duisburg für die Europameisterschaft im nächsten Jahr gerüstet. „Wir können das“, freut sich Schulte bereits auf die EM auf der Wedau.
Bei den aktuellen deutschen Meisterschaften konnten die Veranstalter das größte Problem noch rechtzeitig vor dem ersten Startschuss lösen. In der letzten Woche hatte der Blitz in den Räumen des früheren Sportamtes eingeschlagen. Erst am späten Freitagabend gab’s wieder Strom an der Regattabahn.
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