Michael Waginger drückt dem EV Duisburg die Daumen

In der Aufstiegssaison 2004/05 bildete Michael Waginger ein torgefährliches Sturmtrio mit Shawn McNeil und Hugo Boisvert.
In der Aufstiegssaison 2004/05 bildete Michael Waginger ein torgefährliches Sturmtrio mit Shawn McNeil und Hugo Boisvert.
Foto: waz
Was wir bereits wissen
Am 17. April 2005 sorgte Michael Waginger mit seinem Empty-Net-Goal in Straubing für die Entscheidung im Kampf um den DEL-Aufstieg.

Duisburg..  Es waren nur noch Sekunden zu spielen. An jenem 17. April 2005. Am Straubinger Pulverturm. Die Füchse lagen mit 4:3 vorne, die Fans bangten und zitterten. Und sie fieberten dem größten Erfolg des Duisburger Eishockeys seit 1979 entgegen. Dann fing Michael Waginger einen Pass der Tigers ab, drehte sich um und sicherte dem EV Duisburg mit seinem Empty-Net-Goal nicht nur einen 5:3-Sieg – sondern die Meisterschaft in der 2. Bundesliga und den Aufstieg in die Deutsche Eishockey-Liga.

Zehn Jahre ist es nun her – und doch hat „Wagi“ noch beste Erinnerungen daran. „Ich würde schon sagen, dass das der Höhepunkt in meiner Karriere war.“ Der EVD backte fortan die ganz großen Brötchen – Michael Waginger backte derzeit vor allem leckere Brötchen. „Für mich stand immer fest, dass ich irgendwann das Unternehmen meiner Eltern übernehmen würde.“ Das hat er nun auch gemacht – und ist in seiner Heimat Sonthofen als Bäcker tätig.

In Duisburg bleibt „Wagi“ jedoch als „Play-off-Monster“ in Erinnerung. In der gesamten Zweitliga-Saison 2004/05 hatte der aus dem Allgäu stammende Stürmer zwölf Tore für die Füchse erzielt. In den zwölf folgenden Play-off-Spielen gegen Weißwasser, Regensburg und Straubing packte er noch einmal 13 oben drauf. „Ich kann mir nicht so recht erklären, warum es plötzlich so gut lief, aber wenn ich auf meine Karriere zurückblicke, waren es immer die Play-offs, in denen ich besonders gut gespielt habe. Das macht einfach riesigen Spaß“, so Waginger.

Sturmreihe mit McNeil und Boisvert

Spaß bereitete er in der Sturmreihe zusammen mit Shawn McNeil und Hugo Boisvert. Dieses Trio schien sich auf dem Eis blind zu verstehen. Jeder kannte die Laufwege des anderen, wusste, wann der Pass zu spielen ist. „Wir haben ein ganzes Jahr zusammengespielt. Das ist ein Riesenvorteil“, erinnert sich der heute 35-Jährige. „Aber es lief nicht nur sportlich, auch menschlich haben wir uns gut verstanden. Nicht nur wir drei, sondern die ganze Mannschaft.“ Mit McNeil und Boisvert hält er aktuell noch Kontakt über Facebook. Apropos soziale Medien: „Erst kürzlich schrieb mich ein Duisburger an und fragte, wie es mir geht“, freut sich der backende Eishockey-Stürmer darüber, dass man ihn in Duisburg noch nicht vergessen hat.

„Ich habe über die Jahre Duisburg immer verfolgt. Die beiden Jahre beim EVD waren wirklich schön“, so Waginger. Auch aktuell in den laufenden Play-offs der Oberliga hat er die Füchse im Blick. Ein glatter Sieg im Viertelfinale, eine spannende Halbfinalserie gegen Regensburg und dann ein auswärts beginnendes Finale beim Liga-Primus. „Ja, das erinnert wirklich stark an 2005.“

Zurück beim Heimatverein

Nach seiner Zeit in Duisburg spielte er von 2006 bis 2012 für den ERC Ingolstadt in der DEL. Danach lief er noch für seinen Heimatverein ERC Sonthofen auf, mit dem er 2014 den Oberliga-Aufstieg feierte. In der laufenden Saison spielte er nur zweimal für die Bulls – in der Relegation und half, den Abstieg zu verhindern. Der Beruf geht inzwischen vor. Da seine beiden Söhne wohl kaum umhin kommen, ebenfalls Eishockey zu spielen, kann er sich gut vorstellen, einmal Nachwuchstrainer beim ERC zu werden.

„Ich war wirklich überrascht, wie klar der EVD die Regensburger weggeputzt hat“, zeigt er sich beeindruckt. „Freiburg ist zwar die stärkste Mannschaft im Süden gewesen, ist aber auf jeden Fall schlagbar. Ich drücke den Füchsen die Daumen, dass es klappt. Das würde mich riesig freuen.“

Da Sportler Freunde guter Omen sind: Am 17. April 2005 stieg der EVD in die DEL auf – am 17. April 2015 beginnt die Finalserie in Freiburg. Es könnte wirklich schlimmere Zufälle geben als diesen . . .