Meyer wieder vorn bei der Winterlaufserie

Los geht’s: Auch im 30. Jahr ihres Bestehens erfreut sich die Winterlaufserie ungebrochener Belietheit.
Los geht’s: Auch im 30. Jahr ihres Bestehens erfreut sich die Winterlaufserie ungebrochener Belietheit.
Foto: Lars Heidrich
Seriensieger hängt beim Auftakt der 30. Auflage in Duisburg die Konkurrenz einmal mehr ab. Bei den Frauen siegt Christl Dörschel über 10 000 Meter.

Duisburg..  Das Bild war fast bei jedem der 4413 Zieleinläufer das gleiche: Arme hoch reißen, Blick auf die Stoppuhr, Trinkbecher leeren und dann mit anderen Teilnehmern der Winterlaufserie ins Gespräch kommen. Ein Finisher stach aus der bunten Masse im Laichtathletikstadion jedoch etwas heraus. Ulrich Scharrenberg unterhielt sich nicht. Er kniete auf dem Boden, dehnte die Bänder und lockerte die Muskeln. „Ich laufe seit 40 Jahren ohne Verletzung“, lachte der 66-Jährige. „Das ist eine Gnade, für die ich sehr dankbar bin. Aber Regeneration ist dafür eben sehr wichtig.“ Und nur so, sagt der Hildener, habe er es geschafft, neben dem Mülheimer Peter Lange als Einziger bei jeder Etappe der Lauftrilogie dabei gewesen zu sein.

Bei der ersten Ausgabe bekam Scharrenberg seine Platzierung noch per Postkarte mitgeteilt. Bei seiner 88. Etappe am Samstag wies ihn die Chip-Technologie nach wenigen Minuten als 122. der Kleinen Serie aus. Mit starker Zeit von 21:44 Minuten. „Dabei habe ich vor den 5000 Metern immer richtig Bammel“, zwinkerte der Dauer-Serien-Läufer. „Das ist einfach zu kurz. Ich bin eher ein alter Diesel, der viel Anlauf braucht, um richtig in Schwung zu kommen. Bei 5000 Metern bist du zu diesem Zeitpunkt schon wieder im Ziel.“

„Es war wieder herrlich“

„Aber es war wieder herrlich“, schob der Hildener nach: Die Winterlaufserie gehört für mich dazu wie der Tannenbaum zu Weihnachten.“ Warum das so ist, erklärt der 66-Jährige so: „Die Serie liegt mit den ersten drei Monaten gut im Jahr. Vor allem aber ist sie sehr professionell organisiert, ohne dabei ihren familiären Charakter zu verlieren. Hier kann man sich aufhalten, ohne von 1000 anderen erdrückt zu werden.“

Von Erdrücken konnte auch beim Sieger der Kleinen Serie keine Rede sein. Tim Schüttrigkeit lief in 15:34 Minuten mit großem Abstand auf Simon Büttgen (16:20, Hilden) als Erster ins Ziel der Jubiläumsausgabe. „Es war ein Top-Lauf, das ist neue Bestzeit“, freute sich der 18-Jährige, der die Strecke als „etwas matschig, aber vollkommen okay“ beschrieb. Das freute die Organisatoren. „Nach den Schneefällen in der Nacht hatten wir den Räumtrupp schon parat“, berichtet Felix Brüll. „Aber zum Glück haben wir ihn nicht gebraucht. Alles ist rechtzeitig abgetaut.“ So konnte sich der ASV-Vorsitzende sogar über etwas Sonne freuen.

Der schnellsten Dame über 5000 Meter war Freude nicht unbedingt anzusehen. Dabei hatte die 13-jährige Sophie Föhling mit 18:55 Minuten gerade den Grundstein für die Titelverteidigung gelegt. Ob sie zufrieden sei, beantwortete die jüngste Seriensiegerin der 30-jährigen Geschichte voller Ehrgeiz mit einem kurzen „Nee!“ „Im letzten Jahr bin ich 18:30 gelaufen. Aber vor allem wollte ich gewinnen“, lächelte das Talent vom SV Sonsbeck dann doch etwas: „Das habe ich geschafft.“

Am 28. Februar geht’s weiter

Schnellste Frau in der Großen Serie war erwartungsgemäß Christl Dörschel von der SG Wenden. In 36:18 Minuten machte sie über 10 000 Meter das Rennen mit 41 Sekunden Vorsprung auf Astrid Ganzow vom DLC Aachen. Bei den Männern bleibt alles beim Alten. Da der gefürchtete Konkurrent Nikki Johnstone aus ungeklärter Ursache nicht antrat, wird Manuel Meyer wohl seinen Rekord von bislang sechs Siegen in der Großen Serie ausbauen. Die Auftaktetappe gewann der Mann vom TV Wattenscheid in 33:36 Minuten ungefährdet vor Tobias Ganzow (34:37, DLC Aachen). Für Meyers Verhältnisse eine schwächere Zeit: „Aber wenn du schon früh keinen mehr hinter dir siehst, ist es schwierig. Irgendwann ist man aus dem Alter raus, sich da trotzdem noch quälen zu können.“ So würde sich Meyer bei den nächsten Etappen über 15 000 Meter am 28. Februar und beim Halbmarathon am 28.März durchaus über die Konkurrenz durch Johnstone freuen. Gratulationen will er aber noch nicht entgegennehmen: „Es kann noch viel passieren. Ich bin noch nicht durch.“

Das trifft übrigens auch auf Ulrich Scharrenberg zu. Der Hildener ist auch nach 30 Jahren noch lange nicht durch nicht. „Ich möchte noch so viele Winterlaufserien mitnehmen, wie es geht“, lacht der 66-Jährige.