Meistertrainer Arno Troost hört auf

Der Moment des größten Erfolgs: 2013 wurde der ASCD mit seinem Trainer Arno Troost (rechts) erstmals seit 45 Jahren Deutscher Wasserball-Meister.
Der Moment des größten Erfolgs: 2013 wurde der ASCD mit seinem Trainer Arno Troost (rechts) erstmals seit 45 Jahren Deutscher Wasserball-Meister.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Nach acht Jahren endet eine Ära beim ASCD. Vereinsboss Axel Garnatz bezeichnet den Architekten als den „zweitbesten Trainer der über 100-jährigen Vereinsgeschichte“. Peter Dubinak übernimmt.

Duisburg..  Als Arno Troost über seine Entscheidung sprach, war dem Erfolgstrainer des Wasserball-Bundesligisten ASC Duisburg anzumerken, dass eben diese Entscheidung keine leichte war. „Arno und ich haben darüber gesprochen, wollten sie der Mannschaft aber erst nach dem Finale verkünden“, berichtet Vereinsboss Axel Garnatz. Nach acht Jahren als Trainer der „Amateure“ hört Troost auf. Der Nachfolger steht bereits fest: Peter Dubinak, bislang Co-Trainer und Coach der Zweitliga-Reserve, rückt ins erste Glied auf.

Leichtfertig war Troosts Entschluss in keinster Weise. „Das waren nicht nur Spieler für mich“, erklärt Troost. „Die Jungs waren für mich so etwas wie meine Kinder und meine Freunde.“ Der ASCD und Arno Troost – das war eine ganz enge Verbindung. „Das war immer mein Verein. Und dieses Team war genau das, was ich unter einer Mannschaft und unter Zusammenhalt im Mannschaftssport verstehe. Ich will andere Vereine nicht abwerten, aber das ist nicht vergleichbar.“ Ein wichtiger Bestandteil der Beziehung ASCD/Troost war auch die Vereinsphilosophie. Der langjährige ASCD-Coach, der in dieser Saison auch interimsmäßig als Bundestrainer tätig war, macht keinen Hehl daraus, dass er – wie im Fall Waspo Hannover – überhaupt nichts davon hält, Spieler, auch aus dem Ausland, einzukaufen, anstatt den eigenen Nachwuchs auszubilden. „Natürlich haben wir auch Spieler hinzugeholt, wenn es passt, aber man muss auf den eigenen Nachwuchs und auf die Talente der Region setzen“, betont Troost. „Geschieht dies bei den Top-Clubs der DWL nicht – dann hat der deutsche Wasserball international bald ein großes Problem.“

Berufliche Gründe

Der Grund seines Rücktritts liegt im Beruflichen. „Ich muss mich auch dort immer mehr einbringen“, sagt der Architekt. „Daher sehe ich leider keine Möglichkeit mehr, Beruf und Sport so zu verknüpfen, dass keiner darunter leidet – also weder meine Familie, der Bauherr, der Verein oder ich.“

Die Verdienste, die sich Arno Troost um den ASCD und den Wasserballsport in Duisburg erarbeitet hat, sind groß. Axel Garnatz gibt Troost gar einen beachtlichen Ritterschlag: „Arno Troost ist der zweitbeste Trainer, den der Verein in seiner über 100-jährigen Geschichte jemals hatte.“ Lediglich Fritz Matthiä, der als Trainer an fünf Meisterschaften beteiligt war und später Vereinspräsident wurde, rangiert noch höher. „Der ASCD hat unter Arno sieben Vizemeisterschaften, zwei Pokalsiege und die Meisterschaft 2013 gefeiert“, fast Garnatz die beachtlichte Troost-Bilanz in acht Jahren zusammen. Gerade das Double-Jahr 2013, als der ASCD erstmals nach 45 Jahren die Meisterschaft gewann und die Dominanz von Spandau 04 durchbrach, ging in die Vereinsgeschichte ein.

Derweil freut sich Peter Dubinak auf die Chance, einen der deutschen Top-Clubs im Wasserball zu übernehmen. „Peter ist im Team akzeptiert“, ist sich Garnatz sicher. Dubinak selbst erklärt: „Das kommt für mich überraschend. Arno hat viel für Duisburg erreicht. Ich freue mich natürlich über das Vertrauen und auf die neue Aufgabe“, erklärt der Ungar, der vor fünf Jahren nach Deutschland kam. Dubinak stammt aus Tatabánya. „Das ist rund 60 Kilometer von Budapest entfernt“, berichtet der neue ASCD-Coach. Als Spieler wurde Dubinak Jugend-Europameister, spielte zudem für seinen Heimatclub in der ersten ungarischen Liga. 1995 machte er sein Trainerdiplom. In Deutschland coachte er zunächst die Frauen in Wuppertal, dann den Nachwuchs in Düsseldorf. „Ich werde die Vereinsphilosophie weiterführen und alles dafür tun, dass Duisburg seine Position im deutschen Wasserball behält. Der Kern der Mannschaft bleibt zusammen.“

Klar ist allerdings, dass Pol Goma (Spanien) und Petru Ianc (Rumänien) in ihre Heimatländer zurückkehren werden.