Matsch und Schlamm bei der Winterlaufserie in Duisburg

Ein gewohntes Bild: Manuel Meyer läuft bei der Winterlaufserie als Sieger ein.
Ein gewohntes Bild: Manuel Meyer läuft bei der Winterlaufserie als Sieger ein.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Zum Abschluss der Winterlaufserie des ASV Duisburg kämpften die Teilnehmer gegen den Dauerregen an.

Duisburg..  Mit viel Matsch und Schlamm verbinde sie die Winterlaufserie noch immer, hatte Mitorganisator Friedhelm Abel über Annette Weiss gesagt. Als die Rekordsiegerin des Laufdreiteilers 2006 ihren elften und letzten Titel in der Kleinen Serie einfuhr, befanden sich Start und Ziel schließlich noch nicht im Leichtathletikstadion, sondern ein paar hundert Meter weiter auf der Dreieckswiese. Und die glich nach kurzer Zeit einem zertrampelten Acker. Am Samstag machte sich Annette Weiss nach neun Jahren ein neues Bild. Zu Ehren des 30-jährigen Bestehens der Serie kehrte die ungekrönte Königin des Winterlaufs aus Hennef zurück nach Duisburg. Und was sah sie? Viel Matsch und Schlamm.

Beim großen Finale der Jubiläumsausgabe mussten sich die 3357 Starter durch hartnäckigen Dauerregen kämpfen. Dabei hat Veranstalter ASV Duisburg das gute Wetter eigentlich gepachtet. „Zumindest in den meisten Fällen der letzten 30 Jahre“, lachte Peter Heyden, der es als Mitbegründer der Serie schließlich am besten wissen muss. Die Freude trübte das anhaltende Nass aber weder bei Organisatoren, noch bei Läufern. Und schon gar nicht die von Annette Weiss. Sie fühlte sich höchstens an ihren letzten Sieg erinnert, den sie in strömendem Regen auf der Dreieckweise landete.

„Aber die Strecke hat sich völlig verändert“, so die Rekordhalterin. „Erst als es durch den Wald ging, war es wieder so wie damals.“ Unverändert ist hingegen ihr Eindruck von der Veranstaltung. „Es ist ruhiger und angenehmer als auf anderen Events, die oft hektisch durchgezogen werden. Hier kennt und unterhält man sich, lacht und hat Spaß. Die Serie ist mit sehr viel Herz organisiert“, sendet die 47-Jährige ein dickes Lob an den ASV. „Mir war gar nicht bewusst, dass ich so oft gewonnen habe. Ich war immer mit viel Freude dabei und das hat mich vielleicht beflügelt. Deshalb war dreimal Duisburg für mich in jedem Jahr auf jeden Fall gebongt.“

Annette Weiß gibt Startnummer weiter

Bei ihrer Rückkehr zur Jubiläumsausgabe hatte die Rekordsiegerin beabsichtigt, ihre mögliche Nachfolgerin zu begleiten. Mit einer Zeit von 45:17 Minuten konnte sie jedoch nur auf den ersten 1000 von 10 000 Metern mit Sophie Fröhling mithalten. „Und dafür habe ich dann noch etwa sieben Kilometer lang bezahlt“, lachte die mehrfache Senioren-Weltmeisterin über 1500 und 3000 Meter, die ihre Karriere wegen einer Fußverletzung beenden musste. Doch als Sophie Fröhling wenig später bereits zum zweiten Mal auf dem Podest für den Seriensieg stand, gab sie ihre Startnummer 1 gern symbolisch als königlichen Staffelstab an das erst 13-jährige Talent vom SV Sonsbeck weiter.

Die junge Titelverteidigerin hatte nach ihrem Zieleinlauf in 38:49 Minuten vor allem eine Sorge: „Ist die in der Gesamtwertung?“, fragte Sophie, als sie Mareike Ressing erblickte. Die Läuferin vom LC Adler Bottrop hatte die 13-Jährige mit ihrem Sieg in 37:17 Minuten ja fast schon „alt“ aussehen lassen. Da sie jedoch nur am integrierten Frauenlauf teilnahm, konnte sich Sophie über den Gesamtsieg freuen. Lokalmatadorin Katharina Wehr vom TV Wanheimerort, die Dritte über 10 000 Meter (39:13) wurde, fehlten nach drei Läufen exakt 60 Sekunden, um der fünf Jahre jüngeren Kontrahentin die Titelverteidigung streitig machen zu können.

Meyer siegt mit nur elf Sekunden Vorsprung

Auch bei den Männern stand mit Tim Schüttrigkeit ein erst 18-Jahriger ganz oben auf dem Treppchen. Mit 33:10 Minuten gewann das Talent von der LG Alpen auch die dritte Etappe. So war der Seriensieg vor Roman Schulte-Zurhausen nie gefährdet.

Ebenso klar fiel das Ergebnis bei den Damen der Großen Serie aus. Vera Schwandt (Bayer Uerdingen) ließ beim Halbmarathon in 1:21,57 Stunden erneut die gesamte Frauenkonkurrenz deutlich hinter sich und durfte sich somit auch für den Seriengewinn vor Carina Fierek (TuS Xanten) feiern lassen. Und der Gesamtsieger der Großen Serie? Na klar: Der konnte nur Manuel Meyer heißen. Beim Finallauf ließ der Athlet vom TV Wattenscheid seinen Konkurrenten Nikki Johnstone in 1:13,26 Stunden zwar nur um elf Sekunden hinter sich. Da der für den ART Düsseldorf startende Schotte die erste Etappe jedoch berufsbedingt versäumt hatte, hätte er Meyer den siebten Gesamtsieg ohnehin nicht nehmen können.

Johnstone will 2016 dreimal starten

Im nächsten Jahr will Johnstone dann bei allen drei Läufen dabei sein. „Das fände ich gut“, würde sich Meyer über die Konkurrenz freuen. „Aber die Zehn will ich auf jeden Fall trotzdem noch voll machen.“ Und damit sind nur die Erfolge in der Großen Serie gemeint. 2002 gewann Meyer auch die „Kleine“.

Gemeinsam mit Annette Weiss. In Sachen Rekorden bei der Winterlaufserie wird Sophie Fröhling aber auf Dauer sicher auch noch ein Wort mitreden. Bei ihrem Alter vielleicht sogar in den nächsten 30 Jahren…