Leverkusener Hilfe blieb aus

MSV Duisburg –
Herforder SV 4:0 (1:0)

MSV: Kämper – Himmighofen. Kirchberger, Costa, Oster – Silva, Pulver (58. Vonkova), Nati, Heß (72. Schenk) – Weichelt, Kiwic (84. Sundov).
Tore: 1:0 Weichelt (33.), 2:0 Grove (48., Eigentor), 3:0 Weichelt (64.), 4:0 Sundov (86.).

Es war exakt 15.30 Uhr am Sonntagnachmittag, als die schlechte Nachricht auf der Tribüne des PCC-Stadions die Runde machte. „1:0 für Sand“, raunten plötzlich alle, die den Verlauf des letzten Spieltages in der Frauenfußball-Bundesliga per Liveticker auf ihren Smartphones mitverfolgten. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte noch die – wenn auch geringe – Hoffnung bestanden, Bayer Leverkusen könnte womöglich zum Retter des MSV Duisburg werden. Eine Rolle, die Inka Grings und ihre Mannschaft extern besetzen mussten, weil sie selbst die Chancen dazu in den vergangenen Wochen ausgelassen hatten. Weil aber der frühere FCR-Trainer Thomas Obliers eine 0:1-Niederlage seiner Elf gegen den SC Sand mitansehen musste, war der eigene 4:0 (1:0)-Sieg über Schlusslicht Herforder SV am Ende des Tages ein Muster ohne Wert. Der MSV muss absteigen – nach 25 Jahren wird damit erstmals kein Verein aus Duisburg mehr in der Frauen-Bundesliga mitspielen.

So richtig hatten wohl auch die Anhänger nicht mehr an das kleine Wunder geglaubt. Lediglich 525 Zuschauer kamen zum bis auf weiteres letzten Spiel ins PCC-Stadion und sahen eine nervöse Gastgebermannschaft, die aber nach anfänglichen Problemen zumindest ihre eigene Pflicht erfüllte. Steffi Weichelt schnürte einen Doppelpack und kommt als beste MSV-Torschützin der Saison auf sechs Treffer. Not-Stürmerin Rahel Kiwic schoss Herfords Ashley Grove an und erzwang so das 2:0; die eingewechselte Kristina Sundov steuerte schließlich vier Minuten vor Schluss das vorerst letzte Bundesliga-Tor der Zebras bei.

Nach dem Abpfiff dann die bittere Gewissheit: Das war’s. Am Ergebnis in Leverkusen hatte sich nichts mehr geändert. Manche Spielerinnen wie Sofia Nati ließen ihren Tränen noch auf dem Platz freien Lauf, andere nahmen den sich lange abzeichnenden Absturz eher gefasst hin. Vorstandsmitglied Udo Kirmse ergriff das Mikrofon und das Wort: „Wenn die Männer in die 2. Liga aufsteigen, werden alle froh sein – dass die Frauen nun in die 2. Liga müssen, ist sehr traurig. Aber wenn wir nächstes Jahr wieder aufsteigen, sind auch wieder alle froh.“

Es soll also nach Möglichkeit in der Nordgruppe des Bundesliga-Unterhauses gleich wieder angegriffen werden – wobei Kirmse nachher leicht relativierte: „Das heißt, das wir unter die ersten Vier kommen wollen.“ Wie die Mannschaft aussehen wird, die das erreichen soll, ist noch völlig offen: Sämtliche Spielerinnenverträge sind durch den Abstieg hinfällig – ein Beschäftigungsverhältnis besteht lediglich noch mit Trainerin Inka Grings. Diese äußerte sich eher allgemein zur Frage, ob ab dem Sommer hohe Ziele angepeilt werden können: „Jetzt ist die Zeit, um sich zusammenzusetzen und eine Strategie aufzustellen. Wir werden die Sache in Ruhe angehen.“ Wer vom bisherigen Personal bleiben soll, bietet Raum für Spekulationen. Udo Kirmse: „Wir verhandeln mit allen Spielerinnen, die wir gern halten wollen.“ Dazu dürfte auch Steffi Weichelt zählen, bei der es Gerüchte über ein Karriereende gibt – ähnlich wie bei Jennifer Oster.