Laudehr-Abgang ist offiziell
27.01.2012 | 19:55 Uhr 2012-01-27T19:55:00+0100
Nationalspielerin wechselt erwartungsgemäß zum 1. FFC Frankfurt. „Wir haben alles getan, um sie zu halten“, sagt Klubchef Thomas Hückels, der nun personell nachlegen will. Erste Neue ist die 19-jährige Lieke Martens.
Diesmal ging es noch schneller. Waren zwischen der Bekanntgabe des Interesses und der Verkündung des offiziellen Wechsels im Fall von Luisa Wensing und Alexandra Popp noch knapp zwei Wochen vergangen, verstrichen nur vier Tage, bis der letzte Zweifel am Abgang von Simone Laudehr in Richtung Frankfurt beseitigt war. Damit muss der FCR 2001 Duisburg für die neue Saison in der Frauenfußball-Bundesliga bereits die dritte Leistungsträgerin ersetzen.
Ob der Wechsel der Nationalspielerin zum 1. FFC, den manche Medien schon am Montag als perfekt gemeldet hatten, überhaupt zu verhindern gewesen wäre? Der Duisburger Klubchef Thomas Hückels zuckt mit den Schultern: „Aus unserer Sicht haben wir alles getan, um sie zu halten.“ Auf der Internetseite ihres neuen Arbeitgebers erklärt die momentan verletzt ausfallende Laudehr, „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ nach Hessen zu gehen: „Ich freue mich auf diese neue große Herausforderung und verspreche mir davon einen starken Impuls, mich sportlich und menschlich noch weiter zu entwickeln.“
Man müsse das akzeptieren, sagt Thomas Hückels: „Unser Verein kann nicht über seine wirtschaftlichen Möglichkeiten hinausgehen.“ Das verbesserte neue Angebot habe Laudehr seit dem Herbst vorliegen gehabt. Wie bei Wensing und Popp dürfte es wieder das ominöse „Gesamtpaket“ sein, das den Ausschlag gab. „Von den Möglichkeiten her wird das nicht großartig anders gewesen sein“, sagt der FCR-Vorsitzende zur Wolfsburger Offerte. Es verwundert beispielsweise, dass Popp in einem Interview erklärte, sie könne bei den Niedersachsen nun ihre Ausbildung zur Tierpflegerin aufnehmen. Einen Tierpark gibt es bekanntlich auch am Kaiserberg – und dessen Marketingleiter Michael Kamela sitzt beim FCR im Aufsichtsrat. „Der Zoo Duisburg hätte ihr auch eine Ausbildung geboten“, versichert Hückels.
Trotz der Abgänge mag er keine Weltuntergangsstimmung verbreiten: „Im vergangenen Jahr hat man auch gesagt, dass wir es angesichts unserer Abgänge schwer haben würden. Erfolg kann man nicht kaufen“, lautet der Gruß des FCR-Chefs an die Konkurrenten aus Frankfurt und Wolfsburg, die in der Tabelle momentan trotz großer Investitionen hinter den Hüttenheimern rangieren. Dass personell nachgelegt werden muss, steht für ihn freilich außer Frage; wie Coach Marco Ketelaer sieht er die Notwendigkeit, zwei oder drei erfahrene Kräfte zu verpflichten: „Die Mischung mit der Jugend macht’s.“ Zur Frage, ob nun eine Vertragsverlängerung mit Kapitänin Annike Krahn forciert werden müsse, gibt sich Hückels zurückhaltend: „Sie ist sicher eine Option für uns. Aber da ist natürlich auch die Gesprächsbereitschaft der Spielerin gefragt.“
Die erste neue Personalie gibt es derweil schon zu vermelden: Die 19-jährige Niederländerin Lieke Martens, zuletzt bei Standard Lüttich unter Vertrag, stürmt ab der Rückrunde für den FCR. „Eine Vollblutstürmerin, die ihren Körper einzusetzen weiß“, freut sich Thomas Hückels über die Verpflichtung.
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