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Kampfansage auf Englisch

09.11.2012 | 18:31 Uhr
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Zurück in der Duisburger Kabine: Nun schon zum dritten Mal spielt Jean-Luc Grand-Pierre für den EVD.Foto: Tanja Pickartz

Duisburg.   Rückkehrer steht am Samstagabend für den Duisburger Oberligisten auf dem Eis. Falls kein passendes Angebot kommt, will er nach dem Intermezzo bei den Füchsen seine Karriere beenden.

Was „Let’s fight“ auf Schwedisch heißt? Jean-Luc Grand-Pierre zuckt mit den Schultern. Dann setzt er sein breites Grinsen auf und sagt: „Ich sage das einfach auf Englisch.“ Seine gute Laune hat der Kanadier wahrlich nicht verloren. Drei Jahre lange spielte der heute 35-Jährige vornehmlich in der Allsvenskan, der zweiten schwedischen Liga. Zunächst zwei Spielzeiten in Leksand, vergangene Saison dann in Malmö. Am Samstag steht er dann erstmals wieder für den EV Duisburg auf dem Eis. Um 21 Uhr beginnt das Auswärtsspiel in der Eishockey-Oberliga beim Herforder EV.

Dem Schnell beim Fallen zugesehen

„In der zweiten schwedischen Liga wird wirklich gutes Hockey gespielt. Der Unterschied zur ersten Liga ist, dass dort noch defensiver agiert wird. Aber so ist schwedisches Eishockey ja im allgemeinen“, berichtet Grand-Pierre. Als der Kanadier das letzte Mal in Duisburg spielte, kassierte er in der Plus-Minus-Statistik der Saison 2008/09, in der aufgerechnet wird, wie oft ein Spieler bei Treffern der eigenen Mannschaft und bei Gegentoren auf dem Eis gestanden hat, eine Minus 40. Das ist wahrlich nicht gut, aber beim Dauerletzten der DEL nicht schwierig, vor allem wenn man viel Eiszeit hat. Das defensive Eishockey in Schweden scheint ihm gut getan zu haben. Plus 1 war sein Wert in Malmö.

Das Leben selbst war in Schweden ganz angenehm. „Das Land ist schön, die Leute sehr nett“, sagt er. „Aber Leksand ist wirklich ein winziges Dorf. Ich hatte da eine Hütte am See. Abgesehen vom Eishockey habe ich dort hauptsächlich dem Schnee beim Runterfallen zugeschaut.“ Und wieder – das breite Grinsen. „Malmö ist aber wirklich toll.“

Der Deal hier in Duisburg ist klar. Bis Dezember möchte er sich in Form bringen und hofft auf ein höherklassiges Angebot. „Man kann zwar abseits des Eises viel machen, aber das ist nicht das gleiche. Das fühlt sich noch nicht natürlich an. Deswegen wollte ich ja am Freitagmorgen noch einmal trainieren“ – was er dann auch getan hat. Sollte es bis dahin kein Angebot geben, wird er seine Karriere beenden und kehrt zu seiner Familie in die USA zurück.

„Meine Frau und die beiden Kinder sind daheim in Columbus.“ Der kleine Dennyn, den er früher schon einmal nach dem Spiel auf dem Eis dabei hatte, ist acht Jahre alt. „Ein Eishockeyfan ist er aber nicht.“ Fußball und Lacrosse sind seine Leidenschaften. „Da trainiere ich auch schon einmal seine Mannschaften.“ Als Eishockey-Trainer sieht er sich aber nicht. „Vielleicht als Co-Trainer. Als Cheftrainer hätte ich zu wenig Geduld.“ Dass Franz Fritzmeier nun Trainer in Duisburg ist, verwundert ihn nicht. „Fritzi war als Spieler schon sehr analytisch. Er hat das Spiel genau durchdacht – wie ein Lehrer.“ Und nochmal das Grinsen. „Ich bin kein guter Lehrer.“

Wenn er seine Karriere in nächster Zeit beendet, wird Grand-Pierre wohl als Immobilien-Makler arbeiten. „Das mache ich schon jetzt im Sommer.“ Erst einmal wird aber wieder Eishockey gespielt. Die Frage, ob er weiß, was „Let’s fight“ auf Deutsch heißt, erübrigt sich allerdings. Wie erwähnt.

Er sagt es einfach auf Englisch.

Friedhelm Thelen



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