Jubiläum ohne Feierstimmung

Babacar M’Bengue hebt ab. Vorn im Bild der vermeintliche Handsünder Barkin Cömert (Nr. 21).
Babacar M’Bengue hebt ab. Vorn im Bild der vermeintliche Handsünder Barkin Cömert (Nr. 21).
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Im 100. Plichtspiel von Coach Manfred Wölpper kam Oberligist MSV Duisburg II in Überzahl gegen Schwarz-Weiß Essen nur zu einem 1:1. Marcel Stenzel glich aus.

Duisburg..  Manfred Wölpper feierte am Sonntag ein Jubiläum. Die Oberliga-Partie gegen den ETB Schwarz-Weiß Essen war sein 100. Pflichtspiel als Trainer des MSV Duisburg II. So richtig in Feierstimmung kam der Fußballlehrer im Heimspiel an der Westender Straße aber nicht. Auch im dritten Anlauf in Folge schaffte es sein Team nicht, wieder einen Sieg einzufahren. „Gott sei Dank haben wir noch den einen Punkt geholt“, winkte der Coach nach der Partie gegen den abstiegsbedrohten 14. der Tabelle ab. Und auch diesen Punkt besorgte Marcel Stenzel mit seinem Drehschuss zum 1:1 (0:1)-Endstand erst in der letzten Minute der regulären Spielzeit.

Besonders ärgerte Wölpper die Entscheidung des Schiedsrichters, die zum 0:1-Rückstand in der 37. Minute führte. Bei einem Zweikampf landete der Ball im 16er auf dem Arm von Barkin Cömert. Tobias Vogel zeigte auf den Punkt und Bilal Abdalla verwandelte sicher. „Der Elfer war ein ganz schlechter Witz. Ich weiß nicht, was wir im Moment verbrochen haben“, zürnte Wölpper, der sein Team im letzten Spiel beim 0:1 in Oberhausen noch um zwei Strafstöße gebracht sah. Keeper Marcel Lenz, der ansonsten nahezu beschäftigungslos geblieben war und einen guten Blick auf die Situation hatte, sah es wie sein Trainer: „Das war eine klare Fehlentscheidung. Der Ball springt erst dem Essener an die Hand und dann Barkin“, so Lenz, der am nächsten Wochenende seine Saisonpremiere in der Dritten Liga feiern und gegen Energie Cottbus für den rotgesperrten Michael Ratajczak in den Kasten gehen wird. „Dass wir den Punkt noch geholt haben, war verdient. Essen hat nur hinten dicht gemacht. Und die rote Karte hat das noch verstärkt“, sprach der Torwart den Platzverweis gegen Emre Geneli an. Vor der MSV-Bank hatte der Essener nach einem Schubser von Stenzel zurückgeschlagen (39.).

Aus der Überzahl konnten die Zebras, die bis zum Doppelwechsel in der 63. Minute mit den Profis Michael Gardawski und Sascha Dum in der Offensive agierten, kein Kapital schlagen. Dass seine Elf lange ohne echte Torchance blieb, machte Wölpper aber nicht nur an der nun noch verstärkten Mauertaktik des ETB aus. „In der ersten Halbzeit hat mir bei einigen Spielern die Einstellung gefehlt. Da waren wir kein Team. Nach der Pause haben die Jungs dann alles versucht, aber wenn du dann gegen zehn Mann, die nur noch vor dem eigenen 16er stehen, einem Rückstand hinterherläufst, ist es natürlich schwierig.“

MSV nach Böhms Ausfall zu zehnt

Kurioserweise lief es erst besser, als auch der MSV nur noch zu zehnt spielte. Steffen Böhm, nach langer Verletzungspause wieder eingewechselt, musste nach 20 Minuten mit einer Schulterverletzung wieder vom Platz (83.). Nach Flanke von Georg Michajlov versenkte Stenzel die Kugel im Netz. Und hätte Hatim Bentaleb mit der letzten Aktion nicht bloß das Außennetz getroffen, hätte Manfred Wölpper sein Jubiläum doch noch genießen können.