In Schönheit gestorben

Foto: Fabian Strauch
MSV Duisburg II ist im Derby bei der U 23 von Rot-Weiß Oberhausen das überlegene Team, bringt sich aber selbst um den Lohn und beendet beim 0:1 die Misere von RWO .

Die Kicker des MSV Duisburg II verpassten es nach dem Remis in Homberg, wieder auf die Siegerstraße in der Oberliga einzubiegen. Stattdessen halfen sie einem zuletzt von Erfolglosigkeit geplagten Gegner wieder aufs Pferd. Mit dem 1:0 (0:0)-Sieg über die Zebras beendete die Reserve von Rot-Weiß Oberhausen ihre Misere von fünf Niederlagen in Folge. Dabei hätte in den Augen von Manfred Wölpper nur ein Team als Sieger vom Kunstrasenplatz an der Linderstraße gehen dürfen. „Wir waren eindeutig besser und hätten das Spiel klar gewinnen müssen“, so der Duisburger Coach.

Besonders ärgerte sich der Trainer über zwei Szenen, bei denen sich so ziemlich jeder der Zuschauer und Beteiligten sicher war, dass dem MSV ein Elfmeter zugesprochen wird. Nur Schiedsrichter Jan Oberdörster sah es anders und ließ weiterspielen. Beide Male war Ex-Zebra Georgios Efthimiou das Kleeblatt im Glück. In der ersten Halbzeit schubste „Efti“ Gökan Lekesiz, nach der Pause räumte er ohne Chance auf den Ball Ismail Öztürk auf der Torauslinie ab – doch auch das blieb ohne Folgen. „Ich möchte nicht wie ein schlechter Verlierer aussehen, aber das waren zwei glasklare Elfmeter“, sah Wölpper sein Team um den Lohn gebracht.

Das schaffte es allerdings durch eine schlechte Chancenauswertung auch selbst. „Wir haben uns gute Möglichkeiten herausgespielt, aber es hat die Torgeilheit gefehlt, die es für einen erfolgreichen Abschluss braucht“, sprach der Coach unter anderem die Großchance von Öztürk an.

Gleicher Fehler wie in Homberg

Nach schöner Kombination mit Lekesiz brauchte „Isi“ aus kurzer Distanz frei vor dem Tor nur noch einzuschießen, wollte den Ball aber noch einmal annehmen, wobei die Kugel versprang. Auch Lekesiz selbst hatte die Gelegenheit, seinem Exklub eins auszuwischen, scheiterte aber ebenso wie Georgios Mantatzidis.

Stattdessen nutze RWO seine für Wölpper „nahezu einzige Chance“ zum Siegtreffer. Und auch das ärgerte den MSV-Trainer. Denn der Konter, den Oberhausens Torjäger Philipp Goris abschloss (55.), resultierte erneut aus einer eigenen Ecke. „Wir machen den gleichen Fehler wie beim Gegentor in Homberg“, so Wölpper, „der Fehler passiert vor dem Konter, weil wir nicht richtig zu machen. Wir müssen den Ball einfach nur blocken. Anschließend schalten wir aber auch zu langsam um.“

Der Coach versuchte alles, um zumindest noch den verdienten Punkt mit nach Meiderich zu nehmen, stellte die Abwehr auf Dreierkette um und beorderte Maik Goralski nach vorne. Doch der Lohn blieb aus. „Spielerisch kann ich den Jungs keinen Vorwurf machen, aber es hat sich wieder gezeigt, dass es oft nicht reicht, nur schönen Fußball zu spielen.“ Das hätte bei zwei Strafstößen freilich anders aussehen können. „Da hatten wir diesmal nicht das nötige Quäntchen Glück“, so Wölpper, „aber vor allem hat es an Entschlossenheit gefehlt. Wir sind in Schönheit gestorben.“