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In Hamborn steht die Zeit still

25.10.2007 | 19:21 Uhr

LANDESLIGA. Karl-Heinz Höfer trifft Sonntag mit Möllen auf die Löwen. Im Holtkamp erlebte er 1988 eine spektakuläre Zeit.

Seine Zeit in Hamborn war kurz - aber spektakulär. Als der damalige Fußball-Oberligist Hamborn 07 den 38-jährigen Karl-Heinz Höfer als Trainer im Sommer 1988 verpflichtete, arbeitete er für Gotteslohn als Co-Trainer von Hans-Werner Moors bei Rot-Weiß Oberhausen. Sechs Monate später stand er mit den Löwen mit 18:2 Punkten zusammen mit Tabellenführer MSV Duisburg an der Spitze der Oberliga Nordrhein - und verschwand. Höfer sagte nach dem sensationellen 1:0-Erfolg gegen den BVL 08 Remscheid noch sonntags ade? und ging zum Zweitligisten Union Solingen, den allerdings auch er nicht vor dem Abstieg retten konnte. Die 07-Kicker waren fassungslos, für die Fans war "Ali" der "charakterlose Verräter". Denn nach Höfers Wechsel lief in Hamborn nichts mehr. Nur knapp entging der Traditionsverein dann dem Abstieg. Und der droht jetzt wieder. Sonntag um 15 Uhr trifft der heute 57-jährige Höfer mit seinem jetzigen Klub Glückauf Möllen auf die Hamborner Löwen - Vorletzter gegen Letzter.

NRZ: Wann waren Sie zuletzt im Hamborner Holtkamp, Herr Höfer ?

Karl-Heinz Höfer: Noch am Sonntag habe ich mir die Hamborner Heimniederlage gegen Adler Osterfeld angeschaut. Ich habe mit dem Vorsitzenden Ernst Schneider und dem sportlichen Leiter Frank Golomb gesprochen, habe aber Trainer Siegfried Sonntag und seinen Assistenten Wolfgang Kronen bewusst in Ruhe gelassen.

NRZ: Wie haben die Hamborner Anhänger reagiert, als sie dort auftauchten?

Höfer: In Hamborn ist die Zeit stehen geblieben. Es gibt dort keinen Generationswechsel. Die Anhänger haben mir die Hand gegeben, haben sich an gute Zeiten erinnert.

NRZ: Sie werden also Sonntag ein paar Emotionen zeigen?

Höfer: Sicherlich, aber die sind doch schon ein wenig abgeflaut. Wir haben in der Vorbereitung ja ein Freundschaftsspiel gegen Hamborn 2:0 gewonnen. Das stieß bei Möllener wie Hamborner Anhängern, weil wir ja in der gleichen Gruppe spielen, auf Unverständnis. Doch nach dem Sieg freute sich unser Vorstand diebisch. Die konnten sich nicht daran erinnern, dass sie in 50 Jahren schon einmal gegen Hamborn 07 gewonnen haben.

NRZ: Nun, was ist von Hamborn am Sonntag in Möllen zu erwarten?

Höfer: Die Hamborner tun sich schwer. Wenn die ein Tor reinbekommen, bricht alles zusammen. Aber das ist auch bei uns nicht anders.

NRZ: Aber Möllen hat nach dem 3:0-Sieg bei Olympia Bocholt doch sicherlich Oberwasser bekommen?

Höfer: In Bocholt hatte ich mit Thomas Kowalski nur einen Spieler auf der Bank sitzen. Ich hoffe, dass das jetzt besser wird. Und ich will Sonntag gegen Hamborn 07 natürlich gewinnen.

NRZ: Wie sieht es denn mit Ihrer Vertragsverlängerung aus? Wollen Sie in Möllen bleiben?

Höfer: In der Winterpause werde ich Gespräche führen. Bis jetzt war es ja personell nicht gut. Aber die Mannschaft hat sich immer wieder zusammengerauft.

FRIEDHELM ZIELINSKI

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