In der Gefühlsachterbahn

Zwischenzeitlich musste sich MSV-Trainer Manfred Wölpper um die Zukunft der U-23-Mannschaft Sorgen machen.
Zwischenzeitlich musste sich MSV-Trainer Manfred Wölpper um die Zukunft der U-23-Mannschaft Sorgen machen.
Foto: WAZ FotoPool
Das Saisonfazit der MSV-Reserve fällt positiv aus. Nur der Leistungsknick in der Phase, als das Team zur Disposition stand, verhinderte ein besseres Abschneiden.

Duisburg..  Für die Oberliga-Kicker des MSV Duisburg II war die letzte Saison eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Als Tabellenführer mit drei Siegen in Folge bei 14:3 Toren ging‘s los, zur Rückrunde galt die U 23 längst als eines der spielstärksten Teams und hatte trotz Platz sechs noch immer Sichtweite zum starken Spitzenduo Velbert und Wuppertal. Doch als die Zebras auch in die zweite Saisonhälfte mit neun Punkten und 9:0 Toren starteten, hatte noch kein Kicker aus dem jungen Team eine Ahnung, was folgen würde.

Als sie Ende März von der Diskussion über einen zukünftigen Verzicht auf die U 23 erfuhren, standen sie plötzlich vor dem möglichen Aus. Als Reaktion folgte ein 6:0 gegen Meister Hö-Nie – und dann elf Spiele ohne Sieg. Nach über einem Monat voller Ungewissheit konnten Trainer und Spieler aufatmen, als der Verein den Erhalt der U 23 verkündete – und am Ende gab es beim Zweitliga-Aufstieg der Profis auch im Unterbau Freudentaumel pur.

Fünfter Platz zum Abschluss

„Wir sind froh, dass wir nun alle in den wohlverdienten Urlaub fahren können“, schnaufte auch Manfred Wölpper einmal kräftig durch, nachdem sein Team mit dem 4:1 gegen Hiesfeld eine turbulente Saison doch noch mit einem Sieg und letztlich einem guten fünften Platz abschließen konnte. Die gleiche Platzierung hatte die U 23 im Vorjahr erreicht. Und nach dem erneuten Umbruch zu Saisonbeginn war der Coach nicht davon ausgegangen, dass sein Team diesen Platz in der noch stärker gewordenen Oberliga bestätigen kann. Ein Platz im sicheren Mittelfeld war das Ziel, und das haben die Zebras weit überboten. „Wir können mit der Saison zufrieden sein“, sagt der Trainer aber nicht nur deshalb. „Es war nicht unbedingt zu erwarten, dass die A-Jugendlichen sich wieder so schnell akklimatisieren. Niklas Heidemann und Nils Pagojus haben den Sprung in den Seniorenbereich geschafft, das ist uns wichtig. Profis wie Branimir Bajic und Michael Gardawski konnten sich bei uns rehabilitieren, zudem waren Babacar M’Bengue, Gökan Lekesiz und Marcel Stenzel oben dabei“, fasst Wölpper zusammen. „Ich denke, wir haben unsere Pflicht als Reserve erfüllt.“

Im Umkehrschluss musste die U 23 dadurch auch auf Leistungsträger verzichten, was das in dieser Saison Erreichte auch noch einmal aufwertet – zumal mit Tim Kallenbach eine weitere Stammkraft wegen seiner Leistenprobleme fast die gesamte Rückrunde verpasste.

„Ich hoffe, dass Tim künftig verletzungsfrei bleibt“, blickt der Coach der neuen Saison entgegen. Elf Spieler haben die U 23 verlassen, in mindestens sieben neue und größtenteils junge Gesichter wird Manfred Wölpper beim Trainingsauftakt am 8. Juli blicken. „Wir werden mit einem noch jüngeren Team starten. Eine spannende Herausforderung, die ich gern annehme“, freut sich der Trainer schon jetzt auf die nächste Spielzeit. Auf eine erneute Achterbahnfahrt würde er aber gern verzichten . . .

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