Hoffenheim zeigt MSV die Grenzen auf

Mal wieder ein bitterer Sonntagvormittag für Dolores Silva (links) und Steffi Weichelt: Hier jubeln die Hoffenheimerinnen Martina Moser, Stephanie Breitner und Emily Evels über das zwischenzeitliche 3:0 für die Gäste.
Mal wieder ein bitterer Sonntagvormittag für Dolores Silva (links) und Steffi Weichelt: Hier jubeln die Hoffenheimerinnen Martina Moser, Stephanie Breitner und Emily Evels über das zwischenzeitliche 3:0 für die Gäste.
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Was wir bereits wissen
Bei der 0:4-Niederlage der Duisburgerinnen gingen die Gäste sogar noch sorglos mit ihren Chancen um. Lage im Tabellenkeller bleibt problematisch.

Duisburg.. Die Demütigung für den MSV Duisburg wurde in der 76. Minute komplettiert. Da flog nämlich eine Ecke in den Strafraum der Gastgeberinnen, wo die nur 1,58 Meter große Schweizerin Martina Moser zunächst in die Knie gehen konnte, ehe sie aus dieser Position unbedrängt zum 4:0 (3:0)-Endstand für die TSG 1899 Hoffenheim einköpfte. Die Lage für die Zebras wird im Tabellenkeller der Frauenfußball-Bundesliga immer bitterer.

Oder wird sie das nicht? Gästetrainer Jürgen Ehrmann fand nachher jedenfalls tröstende Worte: „Es ist noch nichts passiert. Ich würde es Euch wünschen, wenn Ihr drinbleibt.“ Kein Wunder, denn derart leicht wie an diesem tristen Sonntagmorgen vor 320 Zuschauern in Homberg sind die Kraichgauerinnen in dieser Saison auswärts noch nicht zu ihren Punkten gekommen. Eine Halbzeit lang stand der MSV, bei dem Rahel Kiwic gesperrt zuschauen musste, komplett neben sich – und es wäre gar nicht einmal unverdient gewesen, wenn es zur Pause 6:0 oder 7:0 für die Gäste gestanden hätte. Das Führungstor nach 80 Sekunden resultierte aus einem Freistoß, den Dora Zeller unbedrängt verlängern konnte; beim 2:0 in der 14. Minute durch Judith Steinert schaute die komplette Abwehr einfach nur zu. Mit dem 3:0 durch Emily Evels kurz vor der Pause war die Sache dann endgültig gelaufen.

Pulver schied verletzt aus

Wechsel käme wohl schon zu spät

Nach dem Wechsel stand dann plötzlich Offensivkraft Kristina Sundov wieder auf dem Platz, die ja nach der Winterpause zur zweiten Mannschaft abkommandiert worden war. Die Personalnot – wegen der diesmal übrigens Alice Hellfeier die Ersatztorhüterin imitierte – spülte die Kroatin zurück in den Kader. Tatsächlich hatte sie dann sogar zwei gute Torchancen – die einzigen des MSV im ganzen Spiel. Apropos Personalnot: Die Schweizerin Carmen Pulver schied schon vor der Pause offenbar schwerer verletzt aus und saß nachher weinend im VIP-Raum des PCC-Stadions. Ihre Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg musste die Tränen trocknen.

„Dass man die ersten 25, 30 Minuten zum Teil unterirdisch spielt, das gehört zum Fußball halt dazu. Wüsste ich eine Erklärung, woran es liegt, würde ich es abstellen“, meinte dann nachher Trainerin Inka Grings. Man müsse akzeptieren, dass momentan nicht mehr geht: „Die Mannschaft macht alles, gibt alles. Aber wenn man an die Grenzen stößt, dann ist das halt so. Da muss man eben auch mal die Kirche im Dorf lassen. Ich werde meine Arbeit auch weiterhin konsequent durchziehen.“ Der nächste Nachweis erfolgt am kommenden Freitag um 18 Uhr: Dann geht es zu Meister, Champions-League-Sieger und Spitzenreiter VfL Wolfsburg.

MSV: Kämper – Oster, Debitzki, Costa, Schenk (79. Heß) – Fillion (46. Sundov), Kirchberger, Pulver (29. Nati), Weichelt – Silva, Vonkova.
Tore: 0:1 Zeller (2.), 0:2 Steinert (14.), 0:3 Evels (42.), 0:4 Moser (76.).