Historische Pleite für die Duisburger Frauen

Ratlos am Spielfeldrand: Inka Grings musste mit ihrer Mannschaft in Wolfsburg eine historische Niederlage hinnehmen.
Ratlos am Spielfeldrand: Inka Grings musste mit ihrer Mannschaft in Wolfsburg eine historische Niederlage hinnehmen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
0:7-Debakel beim VfL Wolfsburg: Höher hat in der Bundesliga bislang weder ein FCR-Team noch der MSV verloren.

Duisburg..  Der Freitag gestaltete sich für die Fußballerinnen des MSV Duisburg vergleichsweise überschaubar. Nach Wolfsburg fahren, Niederlage abholen, nach Duisburg zurückfahren – alles im Prinzip so wie erwartet. Mit dem 0:7 (0:3)-Debakel gegen Bundesliga-Tabellenführer VfL verfehlte die Mannschaft dabei auch das von Trainerin Inka Grings vorgegebene Ziel, erhobenen Hauptes vom Platz gehen zu können. Dafür sicherten sich die Zebra-Frauen einen Platz in den Geschichtsbüchern: In der gemeinsamen Bundesliga-Zeit des FC Rumeln-Kaldenhausen, des FCR 2001 Duisburg und des MSV gab es noch keine höhere Niederlage.

Als Nationalspielerin Lena Goeßling im Anschluss an die Partie nach ihrem Fazit gefragt wurde, sagte dies schon alles: „Wir haben von Anfang an gemerkt, dass für Duisburg hier nichts zu holen ist.“ Daran änderten auch die personellen Umbauten nichts, die Inka Grings gegenüber dem 0:4 gegen Hoffenheim vornahm. Rahel Kiwic, Lara Heß, Kristina Sundov und Sofia Nati liefen statt Julia Debitzki, Emilie Fillion, Carole Costa und Isabel Schenk auf. Das war alles schon – wie gegen Hoffenheim – nach eineinhalb Minuten Makulatur, als – wie gegen Hoffenheim – ein Freistoß aus dem Halbfeld in den Strafraum flog und Vanessa Bernauer unbedrängt das 1:0 köpfen konnte. Eine Freistoßflanke leitete auch das 2:0 durch die Ex-Duisburgerin Luisa Wensing (21.) ein, bei dem Meike Kämper im MSV-Tor ganz schlecht aussah; das 3:0 durch Nilla Fischer resultierte dann aus einem direkt verwandelten Freistoß (37.).

Nachdem es vor der Pause immerhin noch gelungen war, kaum VfL-Chancen aus dem Spiel heraus zuzulassen, warf die MSV-Defensive im zweiten Durchgang jede defensive Disziplin über Bord. Die beiden nächsten Tore entsprangen wahren Slapstick-Situationen: Erst passte Jennifer Oster unbedrängt in die Strafraummitte zu ihrer Ex-Teamkollegin Alexandra Popp, die zum 4:0 einschob; dann schoss Steffi Weichelt Kapitänin Virginia Kirchberger an, was Zsanett Jakabfi zum 5:0 nutzte. Beim 6:0 war Weichelt mit einem Foul an Popp wieder beteiligt; den fälligen Elfmeter verwandelte Lena Goeßling. Sie setzte dann auch den Schlusspunkt mit einem Schlenzer von der Strafraumgrenze.

Weiter geht’s am 15. März mit dem Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Bayern München.

MSV: Kämper – Weichelt, Kiwic, Kirchberger, Heß – Pulver (56. Costa), Silva, Vonkova (77. Hellfeier), Oster – Nati (62. Fillion), Sundov.
Tore: 1:0 Bernauer (2.), 2:0 Wensing (21.), 3:0 Fischer (37.), 4:0 Popp (47.), 5:0 Jakabfi (55.), 6:0, 7:0 Goeßling (66., Foulelfmeter, 76.).