Herkulesaufgabe für den VfB Homberg

Weiter Weg: Almir Sogolj (li.), hier gegen Kevin Müller vom ETB Schwarz-Weiß Essen, muss mit dem VfB Homberg in der Rückrunde reichlich punkten, um den Klassenerhalt noch zu schaffen,
Weiter Weg: Almir Sogolj (li.), hier gegen Kevin Müller vom ETB Schwarz-Weiß Essen, muss mit dem VfB Homberg in der Rückrunde reichlich punkten, um den Klassenerhalt noch zu schaffen,
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der Tabellenletzte der Oberliga Niederrhein startet Sonntag in Velbert in die Rückrunde. Trainer Günter Abel hat mit seinen Kickern viel gearbeitet. Jetzt sollen die Früchte geerntet werden.

Genau 27 Punkte trennen den Tabellenzweiten SSVg Velbert und das Schlusslicht VfB Homberg in der Tabelle der Fußball-Oberliga Niederrhein. Am Sonntag (15 Uhr, Sporplatz an der Poststraße) will der Außenseiter sofort Flagge zeigen. „Velbert hat eine hohe Qualität im Kader, aber wir sind gut beraten, gleich zum Start schon Erfolge einzufahren. Alles, was wir anfangs verpassen, müssen wir dann am Ende unter Dach und Fach bringen“, weiß Trainer Günter Abel, welcher Kraftakt auf ihn und seine Jungs wartet. Abels Rettungsformel unterstreicht das ambitionierte Unterfangen Klassenerhalt: 17 Spiele stehen noch auf dem Plan. Davon müssen wir neun gewinnen.“

Die Zwischenbilanz: In der ersten Halbserie schafften die Gelb-Schwarzen gerade zwei Erfolge und leisteten sich eine Durststrecke von acht Niederlagen in Folge. Der erste Punktgewinn gelang erst am neunten Spieltag beim 1:1 in Nievenheim. Der VfB präsentierte sich vor allem in der Defensive viel zu anfällig, die Fehlerquellen ließen sich zu kaum einem Zeitpunkt minimieren. Dazu haperte es im Torabschluss, in Sachen Handlungsschnelligkeit, Umschaltspiel und taktischer Cleverness. Das soll nun komplett anders laufen. Abel: „Wir haben in der über sechswöchigen Wintervorbereitung hart malocht, die Spieler haben viel getan und geackert wie die Wahnsinnigen.“

Die Perspektive: Für die Homberger gibt es nur Sekt oder Selters. Bei einem Abstieg aus der Oberliga müsste ein kompletter Neuaufbau erfolgen. Sollten Kapitän Thomas Schlieter & Co. allerdings tatsächlich den Umkehrschub hinkriegen und sich ans rettende Ufer arbeiten, besäße die Mannschaft durchaus die Perspektive, um es in der Folgesaison besser zu machen. „Wer das hier sportlich packt, der gewinnt eine ganze Menge. Das kann jeder Einzelne in seiner Vita vorzeigen“, kitzelt Abel seine Belegschaft.

Das Personal: Die Homberger haben mit Hakan Dönmez und Daniele Kowalski zwei Offensivleute abgegeben. Die Kontakte zu Torjäger Chamdin Said (Ratingen) konnten nicht zum Abschluss gebracht werden. Dafür kamen mit Sebastian Schweers und Simon Kouam Kengne zwei vereinslose Mittelfeldspieler neu dazu. Schweers soll das kreative Element erhöhen, Kengne besitzt seine Vorzüge ausschließlich in der aggressiven Balleroberung und im Kopfballspiell. Mit Albert Gashi, der sich von seinem Kreuzbandriss erholte, erhält der VfB zudem einen Neuzugang aus dem eigenen Lazarett. Gashis Fittnesszustand ist so gut, dass er für den Auftakt in Velbert als Startelfkandidat gilt. Mit Vorjahres-Stammkraft Eric Holz, der nach wie vor Knieprobleme hat, fehlt ein wichtiger Mann noch mehrere Wochen.

Die Vorbereitung: Der Zweck, sich durch Testspielsiege Sicherheit und Selbstvertrauen zu holen, wurde nicht erfüllt. Die Generalprobe endete mit einer 1:3-Enttäuschung gegen Herne. Zuvor gab es ein 3:5 gegen Adler Osterfeld, ein 0:1 in Schonnebeck und ein 1:2 gegen Buer-Hassel – allesamt klassentiefere Gegner. Inklusive der Vorbereitungspartien spulten die Homberger Kicker 36 Trainingseinheiten in sechseinhalb Wochen ab. Bei der intensiven Arbeit wurde viel im taktischen Bereich gefeilt, Laufwege und Zweikampfverhalten einstudiert.

Die Leistungsträger: Thomas Schlieter erwischte ebenso wie das Gros des Teams keine konstante Hinrunde. In Topverfassung kann er als Leader den Unterschied ausmachen. Torjäger Almir Sogolj („Ich habe keinen Bock auf Abstieg“) bleibt der Mann für die besonderen Momente, Sebastian Schweers soll als Schaltstelle das Spiel nach vorne beleben. Routinier Sunay Acar feiert seinen fünften Frühling, ist als Leader und Urgestein ein Vorbild im Abstiegskampf.

Die Prognose: Der VfB wird sich steigern und bis zum letzten Spieltag um die Rettung kämpfen. Sollte das Unternehmen Klassenerhalt tatsächlich klappen, würden Almir Sogolj & Co. zumindest in der Geschichtsbücher der Oberliga Niederrhein eingehen.