„Harter Sport, Dreck und Schweiß“ - Füchse wollen aufsteigen

Die Füchse starten am Freitag, 21 Uhr, in die Play-off-Serie gegen die Hannover Indians.
Die Füchse starten am Freitag, 21 Uhr, in die Play-off-Serie gegen die Hannover Indians.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Füchse wollen unbedingt in die DEL2 aufsteigen. In einem Interview sprechen Sebastian Uckermann, Boss der Kenston-Gruppe, und Teamchef Lance Nethery über die Zukunft des EVD.

Duisburg.. Am Freitag wird es ernst für die Füchse. Der EV Duisburg startet in die heiße Phase der Saison, in der Scania-Arena steht um 21 Uhr das erste Play-off-Viertelfinalspiel gegen die Hannover Indians an. „Play-off ist kein Spaß, aber es ist Freude“, sagt EVD-Teamchef Lance Nethery (57). Am Ende wollen sich die Füchse richtig freuen. „Wir wollen aufsteigen“, sagt Sebastian Uckermann (34), Chef der Kenston-Gruppe, die zu dieser Saison das Ruder beim Oberligisten übernommen hat, im Doppel-Interview mit der Sportredaktion.

Herr Nethery, was macht eine Play-off-Runde aus?

Nethery: Das ist immer etwas Besonderes. Du gewinnst ein Spiel 6:1, hast aber keine Garantie, dass du das nächste auch gewinnst. Für den Gegner sieht die Sache am nächsten Tag schon wieder anders aus. Er wird alles mobilisieren, um die Serie zu drehen.

Schon in Hannover wird Ihr junges Team vor einer großen Kulisse spielen. Ist das ein Problem für Ihre junge Mannschaft?

Nethery: Nein, das ist doch der Reiz. Auch als Gastmannschaft muss dich eine volle Halle motivieren. Vor 800 Zuschauern macht Eishockey doch kaum Spaß. Ich war vor ein paar Jahren in Riga bei der WM, um Spieler zu beobachten. Ich saß in einer fast leeren 14 000-Mann-Arena in Block D, Reihe 4. Da kommt keine Stimmung auf. Kurios: (lacht) Ich hatte mich irgendwo hingesetzt. Da kam ein Norweger, der ein Ticket für meinen Platz hatte und unbedingt dort sitzen wollte.

Herr Uckermann, wie wichtig ist es für den EVD, jetzt aufzusteigen?

Uckermann: Wir wollen hoch, ich glaube immer an den Aufstieg. Es wäre schön, wenn wir es jetzt schaffen. Wir wollen das Momentum nutzen. Die Euphorie ist in den letzten Wochen erheblich gestiegen. Es gibt aber keinen Zwang. Wenn wir es nicht schaffen, greifen wir in der nächsten Saison erneut an. Aber ich bin sehr zuversichtlich, von der Qualität der Mannschaft überzeugt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine Mannschaft gibt, die uns in einer Serie dreimal schlägt.

Wie sieht der EVD der Zukunft aus?

Uckermann: Wenn wir in die DEL2 aufsteigen, wollen wir da um die Plätze eins bis acht spielen, also in die Play-offs einziehen. Wenn wir aufsteigen, werden wir auch in der Duisburger Innenstadt mit unserer Geschäftsstelle präsent sein. Wir haben für den Fall des Aufstiegs das „Projekt 2000“ ausgerufen, das heißt, wir streben einen Zuschauerschnitt von 2000 ein. Wir wollen den Fans etwas bieten. Harten Sport, Dreck und Schweiß. Das wollen die Leute sehen. Die Fans müssen es geil finden, in die Halle zu kommen.

Sie haben mit Ihrem Einstieg auch die Eishalle übernommen. Welche Möglichkeiten ergeben sich daraus?

Uckermann: Die Halle ist eine Riesenchance für die Füchse. Ab 2016 wird sie als Mehrzweckhalle nutzbar sein. Daraus ergibt sich ein großes Potenzial. Dann können wir auch weitere Veranstaltungen ausrichten. Überspitzt formuliert: Die Halle wird nicht nur bei Eishockey-Spielen ein Anlaufpunkt sein, sondern 24 Stunden am Tag.

Sie haben im Sommer das Zepter von Hauptgesellschafter Ralf Pape übernommen. Welchen Einfluss hat Pape jetzt noch?

Uckermann: Er ist ein wichtiger Multiplikator und steht auch als Ratgeber zur Verfügung. Wir tauschen uns regelmäßig aus. Am operativen Geschäft beteiligt er sich aber nicht mehr.

Herr Nethery, Sie sind ab dem 1. Mai nicht nur Trainer, sondern bei Kenston auch Geschäftsführer des Sport-Bereichs. Wie sieht diese Tätigkeit aus?

Nethery: Bei den Kölner Haien hatte ich bereits eine ähnliche Position. Es wird um Marketing, Merchandising und Sponsoren gehen. Das wird natürlich umso wichtiger, wenn wir aufsteigen sollten.

Uckermann: Wir müssen dann den Kreis der Sponsoren deutlich erweitern. Wir bemühen uns zwar auch um einen Großsponsor, aber wir wollen auch die Türe für kleinere Geldgeber öffnen, damit Interessenten den Klub auch mit 3000 Euro unterstützen können. Wichtig ist, dass es nie passieren darf, dass der Verein von einem Geldgeber abhängig ist.

Es gibt keine Garantien für den Aufstieg. Wie lange reicht der Atem von Kenston? Was passiert, wenn es nicht klappt?

Uckermann: Dann geht es in der Oberliga weiter. Unsere Strategie ist langfristig ausgelegt. Nicht ohne Grund haben wir die Halle für rund 25 Jahre gepachtet.

Noch müssen Sie zweigleisig planen. Erschwert das die Verhandlungen mit den Spielern?

Uckermann: Wir haben alle Gespräche hinten angestellt. Die Spieler sollen sich komplett auf den Sport konzentrieren.

Worauf kommt es gegen Hannover an?

Nethery: Wir dürfen nicht kopflos und übermotiviert in diese Viertelfinalserie gehen. Dann bin ich optimistisch.