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Halb voll oder halb leer?

07.10.2012 | 21:43 Uhr
Halb voll oder halb leer?
Vorbereiter unter sich: Duisburgs Eren Taskin (li.) und Marcel Landers waren Aktivposten in ihren Teams.Foto: Lars Froehlich

Der MSV Duisburg II holt in Unterzahl gegen den Wuppertaler SV einen - letztlich noch glücklichen - Punkt , vergab nach eigener 3:1-Führung aber sogar die gute Chance auf den zweiten Sieg in Folge.

MSV Duisburg II –
Wuppertaler SV Borussia 3:3 (2:1)

MSV II: Lenz – Reinert, M’Bengue, Hennen, Abdulla (71. Gjasula) – Tanju Öztürk, Taskin – Mandiangu (81. Kalski), Kunt, Jevtic – Kastrati (77. Somuah).
Tore: 1:0 Kastrati (4.), 2:0 Taskin (10.), 2:1 Landers (19.), 3:1 Reinert (64.), 3:2 Quotschalla (66.), 3:3 Knappmann (80.).
Gelb-rote Karte: Jevtic (32., MSV II).

Manfred Wölpper runzelte die Stirn: „Ist das Glas jetzt halb voll oder halb leer?“, grübelte der Coach des MSV Duisburg II nach der Regionalliga-Partie gegen den Wuppertaler SV. Einerseits war das 3:3 (2:1) seiner Kicker gegen den ehemaligen Drittligisten bei 58-minütiger Unterzahl sicherlich ein achtbares Ergebnis. Bei einer 3:1-Führung bis zur 66. Minute wäre aber mehr drin gewesen.

Die Meidericher erwischten vor 567 Zuschauern in der Schauinslandreisen-Arena einen Traumstart. Bereits in der vierten Minute schnappte sich Flamur Kastrati einen zu kurzen Rückpass auf WSV-Keeper Christoph Semmler und schob zum 1:0 ein. Als der agile Profistürmer kurz darauf auch das 2:0 durch Eren Taskin vorbereitete (10.), schienen die Zebras auf dem besten Weg zum vierten Saisonsieg zu sein.

„Bärendienst“ von Jevtic

Doch die Antwort des WSV ließ nicht lange auf sich warten. Einen Schuss von Torjäger Christian Knappmann klärte MSV-Keeper Marcel Lenz genau vor die Füße von Marcel Landers, der zum 1:2 abstaubte (19.). Hinzu kam Dusan Jevtic‘ „Bärendienst“, wie Wölpper den Platzverweis gegen die Profileihgabe nannte. Wegen wiederholter Zeitverzögerung handelte sich der Außenspieler die Ampelkarte ein (32.).

Doch trotz Unterzahl hielt sich der MSV im Rennen. Kurz nachdem Lenz einen starken Reflex gegen Knappmanns Schuss aus vier Metern zeigte (61.), schloss Dominik Reinert einen Konter nach Taskin-Zuspiel zum 3:1 ab (64). Bis dahin lieferten die Zebras taktisch eine Glanzleistung in Unterzahl ab. „Umso unverständlicher ist für mich, wie wir uns dann nach diesem vermeintlichen Todesstoß auskontern lassen können. Das kann man sicher anders verwalten“, tendierte Wölpper diesbezüglich eher zum schon halb leeren Glas. Denn innerhalb von nur sechs Minuten egalisierte der WSV die Führung nach zwei Gegenstößen durch Marco Quotschalla und Knappmann, der sich nur selten, dafür einmal entscheidend per Kopf gegen den starken Verteidiger Babacar M’Bengue durchsetzen konnte. Kurz vor Schluss verpasste der eingewechselte Marcel Kalski um Zentimeter einen Querpass von Reinert und somit die erneute Führung. Im Gegenzug rettete Lenz einmal mehr aus kurzer Distanz gegen Knappmann, ehe Jan Meier die Großchance zur Last-Minute-Wende an den Pfosten setzte.

So war selbst der Punkt am Ende noch glücklich für den MSV. Das gestand auch Wölpper ein. Doch letztlich füllte sich sein Glas dann wieder: „Wir haben vier sehr schwere Spiele hinter uns, in denen wir nicht verloren und acht Punkte geholt haben. Da bin ich schon ein Stück weit stolz drauf.“

Sven Kowalski


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