Gut, besser, Gudd
23.10.2007 | 22:37 Uhr 2007-10-23T22:37:19+0200WASSERBALL. Der zweite Platz der A-Jugend ist sein Abschied: Hans-Hermann Gudd hört nach 22 Jahren als Trainer auf.
Gut viereinhalb Monate sind vergangen, aber die Bilder gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Es sind wieder die Spandauer, die am Ende jubeln und tanzen, die ihren Trainer ins Becken schmeißen, die mit Sektflaschen im Wasser feiern. Im Juni mussten die Bundesliga-Wasserballer in Berlin zusehen, wie die Wasserfreunde Spandau 04 Meister wurden. Am Sonntag war es die A-Jugend der Amateure, die im Krefelder Badezentrum Bockum diese Bilder ertragen musste. Auch im Nachwuchsbereich geht der Titel wieder nach Berlin - doch auch mit einer weiteren Vize-Meisterschaft kann der ASCD gut leben.
Real zum besten Turnierspieler gekürt
Lässt man mal die räumliche Distanz außen vor, ist die Rivalität zwischen Duisburgern und Spandauern mittlerweile mit dem gespannten Verhältnis zweier Fußballclubs zu vergleichen. So als würde Schalke 04 ständig mitansehen müssen, wie Borussia Dortmund Erster wird. "Schade", hätte auch Arno Troost, neuer Trainer des Bundesligateams, gerne gesehen, wie der Nachwuchs des ASCD den Berlinern das Wasser abgräbt. Einige Spieler wird Troost bald wieder bei sich im Training sehen: Julian Real (der in Krefeld bester Spieler des Turniers wurde), Dirk van Kaathoven, Daniel Grohs, Michael Werner haben in dieser Saison für die Amateure schon im Europapokal gespielt, auch Torhüter Tobias Schweihoff gehört zum Kader der "Ersten".
Der ASCD und Spandau waren vor dem letzten Spiel ungeschlagen, die Amateure ließen dem 10:10-Auftakt gegen den SV Krefeld 72 drei Siege über Bayer Uerdingen (12:6), OSC Potsdam (10:4) und Hellas Hildesheim (13:6) folgen.
In den letzten viermal acht Minuten ging's also um den Titel, das Gudd-Team musste gewinnen, um Meister zu werden. 5:3 führte der ASCD im ersten Viertel, ehe Spandau mit vier Toren davonzog. Die Amateure kamen nochmal auf 7:8 heran, dann aber verließ sie die Kraft - Spandau siegte schließlich verdient mit 13:7.
Während also Spandaus Trainer Peter Bukowski am Sonntag mit seinen Jungs im Wasser feierte, versammelte Hans-Hermann Gudd seine Jungs um sich. Weil er ihnen etwas wichtiges zu sagen hatte: "Für mich ist nach 22 Jahren nun Schluss", verkündete "Teddy" seinen Abschied.
"Der Mann ist Gold wert"
Seit 1985 hatte Gudd die A-Jugend der Amateure gecoacht und zu etlichen Meisterschaften geführt. "Der Mann ist Gold wert", ist ASCD-Vorsitzender Axel Garnatz seinem Trainer für die erfolgreiche Arbeit dankbar. Die Anzahl der Titel? "Zehn?", grübelt Gudd, bevor er lacht: "Fast zehn." Es gibt kaum einen ASCD-Bundesligaspieler, der nicht durch seine Hände gegangen ist.
Nun aber ist Schluss. "Meine Frau macht das seit 34 Jahren mit, ich habe ja auch vorher selbst für den ASCD gespielt", schmunzelt Gudd. Im nächsten Jahr wollen die Amateure wieder den Titel in Angriff nehmen - ohne Teddy Gudd sowie ohne die Spieler Florian Sons und Manuel Schmitz, die dann für die A-Jugend zu alt sind. Ob es denn nicht schade wäre, "nur" als Zweiter und nicht mit dem Titel abzutreten? "Nein", sagt Gudd zufrieden, "wir hatten nochmal ein echtes Endspiel. Das war ein geiler Abschied."
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