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Frauenfußball

Grüezi wohl, Frau Trainerin

30.01.2012 | 18:17 Uhr
Grüezi wohl, Frau Trainerin
Der Abschied aus Jena fiel Martina Voss-Tecklenburg zwar schwer – das Angebot, eine Nationalelf zu trainieren, war aber zu reizvoll. (Foto: Stephan Eickershoff)

Duisburg.Martina Voss-Tecklenburg über ihr neues Engagement als Nationaltrainerin der Schweiz.

Martina Voss-Tecklenburg war merklich ergriffen. „Ich habe viele E-Mails und SMS von meinen Spielerinnen bekommen, die alle traurig waren, sich aber auch für mich freuen“, berichtet die nun Ex-Trainerin des Frauenfußball-Bundesligisten FF USV Jena. „Da sind schon ein paar Tränen geflossen“, sagt die Duisburgerin, die ihr Engagement in Thüringen beendet hat und am 5. Februar ihren neuen Job antritt – als Frauenfußball-Nationaltrainerin der Schweiz.

„Wenn ich die Emotionen verarbeitet habe, kann ich mich auch uneingeschränkt selbst auf die neue Aufgabe freuen“, sagt Voss-Tecklenburg. „So ein Angebot konnte ich einfach nicht ablehnen. Wer weiß, ob ich noch einmal das Angebot bekommen, eine Nationalmannschaft zu betreuen.“ Die frühere FCR-Trainerin hatte noch versucht, eine Doppelfunktion bis zum Saisonende in Jena und in der Schweiz zu realisieren. „Aber das war letztlich nicht möglich. Angesichts der Aufgaben und des Anforderungsprofils ging das einfach nicht.“

Dass die frühere Verbandssportlehrerin im Fußballverband Niederrhein vor einer großen Herausforderung steht, weiß Martina Voss-Tecklenburg – schließlich haben sich die Schweizer Frauen noch nie für ein großes Turnier qualifiziert – doch genau das reizt sie. „Es kommt ja auf die Zielsetzung an“, sagt die 125-fache, frühere Nationalspielerin. „Sicher ist ein Ziel, einmal eine EM-Endrunde zu erreichen. Das ist angesichts der aktuellen Ergebnisse sicher schwierig“, so die neue Chefin der Eidgenossen. Doch der zunächst auf zweieinhalb Jahre angelegte Vertrag ist auch nicht da, um etwas übers Knie zu brechen.

Aufwärtsentwicklung in kleinen Schritten

„Es geht um eine Aufwärtsentwicklung der kleinen Schritte“, sagt Voss-Tecklenburg. Dabei sieht sie die Schweiz schon auf einem guten Weg: „Immerhin haben sich die U-20-Frauen schon zweimal für eine WM-Endrunde qualifiziert. Die Talente sind also da.“ Im August übernimmt sie von ihrer Vorgängerin Béatrice von Siebenthal auch die „Credit Suisse Football Academy für Mädchenfußball“. „Dort werden Talente zusammengezogen, die bei Gastfamilien leben, zusammen trainieren und dann am Wochenende entweder bei ihren Heimatvereinen spielen oder in einem Academy-Team in einer Jungenliga“, erklärt Voss-Tecklenburg.

Derzeit ist diese Akademie in Huttwil im Oberaargau (Kanton Bern) beheimatet. Da die Geschäftsstelle des Schweizerischen Fußball-Verbandes in Bern beheimatet ist, wäre ein Ort in der Nähe für die Wahl des Wohnsitzes sicher eine Alternative. „Es ist offenbar noch nicht klar, ob die Akademie in Huttwil bleibt. Auch davon mache ich abhängig, wohin ich genau ziehen werde“, so die neue Nationaltrainerin. Zunächst geht es darum, sich einen Überblick über die Strukturen zu verschaffen, die A-Nationalspielerinnen kennenzulernen. „Natürlich soll ich auch viel Input für den Frauenfußball in der Schweiz geben“, so Voss-Tecklenburg.

Die private Situation hält sie für unproblematisch. „Ob ich vier Stunden nach Jena fahre, oder etwas über eine Stunde in die Schweiz fliege, macht keinen großen Unterschied“, will sie bei fünf Arbeitstagen pro Woche ihre Familie in Straelen regelmäßig besuchen. Dann wohl mit einem fröhliche „Grüezi“ auf den Lippen.

Friedhelm Thelen

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Kommentare
31.01.2012
09:18
Grüezi wohl, Frau Trainerin
von JotZee | #1

Soll sich schon mal warm arbeiten. Wird hoffentlich die Nachfolgerin von Frau Neid. Gerne noch vor der EM 2013!

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