Grote: „Wir sehen uns als Herausforderer“

Dennis Grote in Jubelpose: Diese Szenen soll es auch künftig in der 2. Liga geben. Da will der Offensivspieler mit konstanteren Leistungen seinen Teil zum Klassenerhalt beitragen.
Dennis Grote in Jubelpose: Diese Szenen soll es auch künftig in der 2. Liga geben. Da will der Offensivspieler mit konstanteren Leistungen seinen Teil zum Klassenerhalt beitragen.
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Was wir bereits wissen
Neue Liga, neue Ziele. Anstatt als Favorit geht der MSV Duisburg in den meisten Zweitligapartien als Außenseiter in die Begegnungen. Trotzdem wollen sich die Zebras nicht kleiner machen, als sie sind.

Den freien Sonntag verbrachte MSV-Profi Dennis Grote entspannt im Kreis der Familie. Vom harten Laufcamp in Eisenach hatte sich der Blondschopf einen Tag nach der Rückkehr „schon ein bisschen erholt.“ Duisburgs Wirbelwind, der in seiner ersten Saison 35 Spiele absolvierte, sechs Tore und drei Vorarbeiten zum Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga beisteuerte, entpuppte sich als Verstärkung, auch wenn er nicht die ganz überragende Rolle einnehmen konnte. „Ich will in der neuen Serie konstanter spielen“, sagt die MSV-Stammkraft, die in Münster neun Mal getroffen hatte.

„Davon waren aber auch sechs Treffer nach Strafstößen. So viele Tore wie in Duisburg habe ich aus dem Spiel heraus noch nie in einem Jahr erzielt“, sagt der 28-Jährige. Zwischenzeitlich musste Grote die Bremse ziehen, weil die Patellasehne wochenlang Probleme bereitete. Der Offensivmann lief trotzdem auf. Ehrgeiz ging vor Vernunft. “Im Nachhinein“, sagt er, „wäre es besser gewesen, früher eine Pause einzulegen. Jetzt würde ich es sicherlich anders angehen.“ Seit ein paar Monaten scheint die Patella-Problematik aber unter Kontrolle. „Im Moment ist alles gut. Um mein Knie kümmere ich mich sowieso parallel zu den normalen Einheiten.“

Für den Familienvater hat sich der Wechsel von seinem Wohnort Münster nach Duisburg bezahlt gemacht. „Ich bin froh, dass ich den Schritt zum MSV gemacht habe“, betont Dennis Grote, „dass es sportlich so hervorragend funktionieren würde, konnte man im Vorfeld natürlich nicht erwarten. Für mich persönlich war es sehr wichtig, nochmal in die 2. Liga zurück zu kommen.“ Grotes Mission im Unterhaus ist nach 29 Einsätzen für Bochum und Oberhausen noch nicht abgeschlossen.

Andere Spieler, mit denen er 2009 in der Deutschen U 21 durch ein 4:0 über England den Europameistertitel holte, sind mittlerweile raketenartig durch die Decke geschossen. Bayerns Manuel Neuer, Arsenals Mesut Özil oder Dortmunds Mats Hummels wurde im vergangenen Sommer Weltmeister mit der A-Nationalmannschaft. Grote: „Ich freue mich für jeden Einzelnen, dass er da ist, wo er jetzt ist. Ich bin nicht neidisch auf den Erfolg der ehemaligen U-21-Teamkollegen. Ich bin auch nicht traurig über das, was ich in meiner Laufbahn erreicht habe.“

Beim nächsten Schritt will Dennis Grote mit dem MSV Duisburg den Klassenerhalt in der 2. Liga schaffen. „Wir sehen uns als Herausforderer“, sagt der gebürtige Kaiserslauterner, „natürlich müssen wir uns umstellen. Dass wir mehr Spiele verlieren werden als zuletzt in der 3. Liga, ist wahrscheinlich.“ Und trotzdem sieht „Grotex“ bei den Zebras genug Qualität, um auch gegen große Namen Akzente setzen zu können.

„Nur die Bälle rauszuhauen, das war nie unser Spiel und wird es auch künftig nicht sein. Wir haben im DFB-Pokal bewiesen, dass wir gegen Zweitligisten mithalten können. Ich sehe uns gut aufgestellt und bin sicher, dass wir die nötigen Punkte holen werden.“ Wofür, ist klar. Grote: „Wir sagen bestimmt nicht, dass wir Achter werden wollen. Die Erwartungshaltung ist schon so groß genug. Wir machen es wie im Vorjahr: Von Spiel zu Spiel denken.“