Grings-Team will die Sand-Uhr umdrehen

Gibt’s am Sonntag wieder Jubel über einen Heimsieg? Drei Punkte würden den MSV auf einen Nichtabstiegsplatz befördern.
Gibt’s am Sonntag wieder Jubel über einen Heimsieg? Drei Punkte würden den MSV auf einen Nichtabstiegsplatz befördern.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Duell mit dem direkten Tabellennachbarn könnte für den MSV Duisburg sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht die Weichen stellen.

Duisburg..  Alles oder nichts? Nein, ganz so extrem ist die Situation vor dem 20. Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga für den MSV Duisburg nicht, doch die Ausgangslage kommt dem schon recht nahe. Sollte das Duell mit dem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, dem SC Sand, das am Sonntag um 11 Uhr im PCC-Stadion angepfiffen wird, mit einer Niederlage der Zebras enden, würde sich die 25-jährige ununterbrochene Zugehörigkeit einer Duisburger Mannschaft zur Eliteklasse unaufhaltsam dem Ende zuneigen. Im entgegengesetzten Fall, also bei einem eigenen Sieg, würde das Team von Inka Grings erstmals seit dem ersten Spieltag wieder auf einen Platz springen, der den Klassenerhalt bedeutet.

Es liegt in der Natur der Sache, dass die Trainerin und ihr Team sich mit dem ersten dieser beiden Fälle nicht sehr eingehend beschäftigen. „Wir alle wissen, worum es in diesem Spiel geht, das wir unbedingt gewinnen wollen. Die ganze Mannschaft ist fest entschlossen, mit einem Sieg die Abstiegsplätze zu verlassen – das sind wir uns, dem Verein und vor allem unseren wunderbaren Fans geradezu schuldig“, sagt beispielsweise Torhüterin Meike Kämper. Klappt es mit dem erhofften Dreier gegen die Schützlinge von Ex-MSV-Coach Sven Kahlert, würde der Vorsprung auf Sand einen Punkt betragen – und nach dem Auswärtsspiel in Jena wartet dann am letzten Spieltag der als Absteiger feststehende Herforder SV, der am Mittwoch mit 0:10 in Wolfsburg unterging. Sollte die Partie am Sonntag mit einem Unentschieden enden, ginge das Zittern erst recht bis zur finalen Runde weiter.

Immerhin kann der MSV nach dem doch etwas überraschenden 2:0 gegen Bayer Leverkusen aus neuem Selbstbewusstsein schöpfen, zu dem trotz der 0:1-Niederlage auch das defensiv stabile Auftreten in Potsdam beitrug. „In den letzten Spielen funktionieren die Dinge, die wir seit Saisonbeginn einstudiert haben“, sagt die Trainerin.

Tabellen- und Wetterlage nähren die Hoffnung, dass die Partie endlich auch mal wieder von einer der Bundesliga angemessenen Kulisse begleitet wird. Der Saisonhöchstwert sind 1007 Zuschauer vom ersten Spieltag gegen Essen (1:2), nach dem es stetig abwärts ging. Gelockt werden soll der Anhang auch mit einem bunten Rahmenprogramm samt Aktionsparcours, Verlosung und Comedian Markus Krebs. Motto des Ganzen: „Wir drehen die Sand-Uhr wieder um und bleiben!“