Geflickt und veraltet

Trainer Dirk Schmidt, Sportwart Tobias Knüfermann, Julian Frind (2. Vorsitzender des Fördervereins) und Hans-Werner Müller (2. Vorsitzender Hockey) auf dem „Flickenteppich“ des Preußen-Kunstrasens.
Trainer Dirk Schmidt, Sportwart Tobias Knüfermann, Julian Frind (2. Vorsitzender des Fördervereins) und Hans-Werner Müller (2. Vorsitzender Hockey) auf dem „Flickenteppich“ des Preußen-Kunstrasens.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Auch der MSV Hockey und der DSC Preußen hoffen auf neue Kunstrasenplätze. Beide Anlagen sind ein Vierteljahrhundert alt – und völlig hinüber.

Duisburg..  Eines betonen sowohl Arno Brinkmann, der Vorsitzende des MSV Duisburg Hockey, als auch die Macher der Hockey-Abteilung des DSC Preußen. „Wir gönnen dem Club Raffelberg den zweiten Kunstrasenplatz, den sie beantragt haben“, so Brinkmann. „Aber wir wollen nur darauf hinweisen, dass wir ebenfalls einen neuen Platz brauchen und entsprechende Anträge gestellt haben.“ Sowohl die Meidericher als auch die Preußen haben jeweils einen Platz – und beide sind, salopp formuliert, hinüber.

Zwei Gemeinsamkeiten haben beide Hockey-Vereine. Zum einen sind ihre Spielflächen bereits ein Vierteljahrhundert alt, zum anderen haben beide die inzwischen längst überholte Variante eines Hockey-Sandplatzes – extrem kurzflorig, nicht gewässert und mit einer Sandverfüllung, die keine Verletzungen verursacht. Dirk Schmidt, Trainer beim DSC Preußen, sagt: „Ich kenne keinen Verein aus der näheren Umgebung außer Meiderich und uns, die noch einen solchen Platz haben. Alle anderen haben gewässerte Plätze. Das ist der Stand der Zeit. Damit haben beide Vereine einen Standortnachteil, denn einige Spieler verlassen die Vereine, aber vor allem ist es schwer, Spieler für uns zu begeistern, wenn sie den Platz sehen.“

Beim Preußen-Platz musste vor einem der beiden Tore bereits großflächig ausgebessert werden. „Der Bereich direkt am Tor ist zehn Jahre alt, der davor fünf Jahre“, erläutert Sportwart Tobias Knüfermann. Einige Stellen mussten zudem geflickt werden. Diese nötige Flickarbeit ist in Meiderich zum Teil noch schlimmer. „Die Zwischenlage, die aus einer Art Gummimatten besteht, hat sich komplett verzogen. Der Platz schlägt dadurch Wellen“, erläutert Willi Brinkmann, der 2. Vorsitzende des MSV Hockey. Zum Teil ist das Spielfeld aufgeplatzt, zum anderen Teil schon geflickt – allerdings mit „Stolperkanten“. „Versuchen sie hier mal, eine kurze Ecke zu spielen. Das ist so gut wie unmöglich. Es gab schon gegnerische Vereine, die sich hierüber beschwert haben“, berichtet Arno Brinkmann.

Sowohl an der Futterstraße in Duissern als auch am Tönniskamp in Meiderich sind die veralteten und beschädigten Kunstrasenplätze der jeweils einzige Hockeyplatz. Dabei verfügt der MSV Hockey zusammen mit dem Meidericher Tennisclub 03 über eine wunderschöne Vereinsanlage. „Nur der Hockeyplatz ist eine Katastrophe“, so Arno Brinkmann. Beim DSC Preußen gibt es seit einiger Zeit einen Hockey-Förderverein, der sich massiv engagiert, Rand- und Pflasterarbeiten am Platz organisiert und einen Unterstand gebaut hat. „Wir sind auch guter Dinge, den Eigenanteil für den Bau eines neuen Kunstrasens aufbringen zu können“, sagt Julian Frind, der 2. Vorsitzende des Fördervereins.

Rund die Hälfte der Kosten würden – sollte der Förderungsantrag durch die Stadt bewilligt werden – die Vereine selbst tragen müssen. Die Preußen könnten das Glück haben, dass sie nur die Oberschicht austauschen müssten. Der Verein geht von 200 000 Euro aus. Der MSV Hockey wird aufgrund der Beschädigung der Zwischenschicht wohl mehr Geld in die Hand nehmen müssen. „Rund 320 000 Euro“, sagt Arno Brinkmann. „Wir hoffen auf die Unterstützung des MSV-Gesamtvereins bei der Suche nach Sponsoren.“

Auch wenn Raffelberg im Bereich des Leistungssports der führende Duisburger Verein ist, stellen der MSV und Preußen ihre Teams ebenso nahezu komplett aus dem eigenen Nachwuchs, haben in ihren Stadtteilen also eine hohe soziale Verantwortung. Der MSV kommt bei rund 210 Mitgliedern auf zwölf Mannschaften, die Preußen bei 230 Mitgliedern auf 13 Teams. Der MSV würde gerne 2016 beginnen, 2017 fertig werden. Preußen peilt eine Fertigstellung 2018 an. „Bis dahin ist der Platz komplett heruntergespielt und nicht mehr nutzbar“, so Schmidt. Kein Wunder also, dass beide Vereine auf positive Bescheide der Stadt hoffen. Sonst wäre die jeweilige Zukunft der Klubs stark gefährdet.