Füchse erzwingen das vierte Spiel

Riesenjubel: Mit 3:2 behielt der EVD gegen Freiburg die Oberhand.
Riesenjubel: Mit 3:2 behielt der EVD gegen Freiburg die Oberhand.
Foto: Ute Gabriel
Was wir bereits wissen
3:2 gegen Freiburg bringt den Gleichstand in der Finalserie – und das vor 3800 Zuschauern. Am Ende musste der EVD noch zittern.

Duisburg..  In den Achtzigern war es keine Seltenheit. Wer beim Eishockey an dem Platz stehen wollte, wo er oder sie immer stand, musste früh da sein. Eine Stunde vor Spielbeginn war ein gutes Maß. Dieses Gefühl war gestern wieder da. Die Scania-Arena, sie war rappelvoll. Damals lautete die Kapazität der Wedauer Eishalle 4863 – inzwischen ist sie wie so viele Stadien „sicherheitstechnisch herunter reguliert“. 3800 waren da. Und das bedeutet im Jahr 2015: ausverkauft! Und die Füchse-Fans hatten eine Menge zu jubeln. Per Video grüßten Nolan Pratt, Shawn McNeil, Michael Waginger und Christian Rohde, DEL-Aufstiegshelden von 2005, und brachten offenbar das nötige Glück. Der EV Duisburg gewann Spiel zwei im Play-off-Finale der Oberliga gegen den EHC Freiburg mit 3:2 (2:0, 0:0, 1:2).

Klar ist damit: Es wird nach Spiel drei am Dienstag (19.30 Uhr) in Freiburg auf jeden Fall ein viertes Spiel in Duisburg geben. Am Freitag, 19.30 Uhr, stehen sich die beiden Kontrahenten erneut an der Wedau gegenüber. Dann dürfte sich ein beeindruckendes Schauspiel wiederholen. Drei Sängerinnen setzten am Sonntagabend zur beim Finale üblichen Nationalhymne an, waren aber nicht zu hören, weil alle Fans, ob aus Duisburg oder Freiburg, selbst schmetterten, was das Zeug hielt.

Dann begann das Spiel – und wie. Die Füchse fielen im ICE-Tempo über die Wölfe her, erspielten sich Chancen und jubelten in der vierten Minute. Manuel Neumann zog von der blauen Linie ab, Stephan Fröhlich hatte offenbar noch abgefälscht. Ein weiterer Treffer in der fünften Minute von Christoph Ziolkowski zählte nicht, weil die Unparteiischen kurz zuvor abgepfiffen hatten. Steven Billich, der fortan nicht selten provozierte, lag auf dem Eis. Und schon schallte es von den Duisburger Rängen: „Schauspieler!“ Der Running Gag der Finalserie. Kurz darauf stand es dann doch 2:0. Andre Huebscher brach über rechts durch, zog ab – und traf (5.). In Überzahl wurde Freiburg gefährlich, bei Fünf gegen Fünf hatte der West- und Mitte-Meister den Süd-Champion im Griff. Eine 5:3-Überzahl ließ der EVD ungenutzt, überstand aber auch selbst Unterzahlsituationen – auch weil sich die Füchse in alles warfen, was von Freiburg abgefeuert wurde.

Das Mitteldrittel war ruhiger: Der EVD hatte die Wölfe im Griff, die in der 27. und 28. Minute aber zu gefährlichen Gelegenheiten kamen. Im Schlussdrittel hob das Hallendach noch einmal ab, als Huebscher in Überzahl das 3:0 erzielte. Spannend wurde es viereinhalb Minuten vor Ende. In Überzahl nahm Freiburg den Keeper vom Eis und traf bei sechs gegen vier durch Petr Haluza zum 1:3 (56.). Dann ein weiteres Powerplay, gleiches Spiel. Der EVD war gerade wieder komplett, als Nikolas Linsenmaier auf 2:3 verkürzte (59.). Sekunden vor Ende rettete Manuel Neumann den Sieg in einer wahren Play-off-Schlacht, die sich in der Schlussphase entwickelte.

Tore: 1:0 (3:41) Fröhlich (Neumann, Pietsch), 2:0 (4:37) Huebscher (Pfohl), 3:0 (46:40) Huebscher (Schmidt, Pfohl/5-4), 3:1 (55:26) Haluza (Wittfoth, Vavrusa/6-4), 3:2 (58:50) Linsenmaier (Brückmann, Peleikis/6-5). Strafen: Duisburg 12, Freiburg 10. Zuschauer: 3800 (ausverkauft).