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Frankfurt will Laudehr – Popp und Wensing sind schon weg

23.01.2012 | 17:12 Uhr
Frankfurt will Laudehr – Popp und Wensing sind schon weg
Sind Frankfurts Alexandra Krieger und Simone Laudehr bald Teamkolleginnen? (Foto: Stephan Eickershoff)

Duisburg.  Talent-Duo verlässt den FCR 2001 Duisburg und wechselt im Sommer zum VfL Wolfsburg. Auch der Abgang von Simone Laudehr in Richtung Hessen scheint kaum zu verhindern zu sein. Nach einer Knieoperation fällt sie zudem erst einmal für längere Zeit aus.

Dieser Montag war kein guter Tag für den FCR 2001 Duisburg. Erst wurde das Interesse des 1. FFC Frankfurt an Nationalspielerin Simone Laudehr offiziell, dann der Wechsel von Alexandra Popp und Luisa Wensing zum VfL Wolfsburg. Die Mannschaft, die eine so starke Hinrunde in der Frauenfußball-Bundesliga gespielt hat, droht im Sommer auseinanderzubrechen.

Freilich hatten nur noch die kühnsten Optimisten an der Mündelheimer Straße gehofft, dass das von den Niedersachsen umworbene Jungstar-Duo den finanziellen Verlockungen der VW-Städter womöglich doch nicht nachgeben würde. Damit war es dann am Montagnachmittag aber endgültig vorbei: Vor dem Training informierten „Poppi“ und „Lulle“ ihre Teamkolleginnen und die sportliche Führung darüber, dass nach dieser Saison für sie beim FCR Schluss ist. Popp war 2008 aus Recklinghausen gekommen und in Duisburg erst Bundesliga-Stammkraft und dann Nationalspielerin geworden, Luisa Wensing steht ebenfalls schon im Kader von Bundestrainerin Silvia Neid. Sie erlebte im Oktober 2009 gegen Turbine Potsdam als 16-Jährige ein gefeiertes Bundesliga-Debüt und avancierte schnell zur Leistungsträgerin.

„Das ist natürlich extrem bedauerlich und bedenklich“, kommentiert Trainer Marco Ketelaer den bevorstehenden Verlust. Er befürchtet auch Konsequenzen für den Rest der aktuellen Saison: „Wir haben eine sehr erfolgreiche Hinrunde gespielt, können sogar noch Meister und Pokalsieger werden und dann diese traurige Entwicklung – das ist mehr als schade.“

Dietrich gibt sich optimistisch

Hinzu kommt, dass auch Simone Laudehr vermutlich im Sommer ihre Zelte beim FCR abbrechen wird – auch wenn der Verein betont, dass noch nichts unterschrieben sei und man die Mittelfeld-Allrounderin unbedingt halten wolle. Zuvor war allerdings Siegfried Dietrich, umtriebiger Manager des seit 2008 in der Bundesliga titellosen Branchenführers aus Frankfurt, an die Öffentlichkeit geprescht: „Ich bin optimistisch, dass wir gute Karten haben.“ Für manche Online-Medien klang das schon so überzeugend, dass sie spontan titelten: „Nationalspielerin wechselt an den Main“. Claudio Marcone, Sportlicher Leiter des FCR, zeigte sich davon allerdings überrascht: „Ich habe erst am Sonntag vom Frankfurter Interesse erfahren, offiziell war da noch nichts. Wenn sich seitdem etwas geändert hätte, wäre ich von den Beteiligten enttäuscht.“ Fakt ist aber: Laudehrs Vertrag läuft aus – geht es (wie bei Popp und Wensing) nur um die Finanzen, ist Duisburg automatisch zweiter Sieger. Übrigens steht auch die Verlängerung von Kapitänin Annike Krahn noch aus.

Am Donnerstag hatte sich Laudehr etwas überraschend entschieden, eine Arthroskopie am lädierten rechten Knie durchführen zu lassen. Diese wurde gestern vorgenommen – mit der Diagnose des behandelnden Arztes, dass sie „in spätestens drei Monaten“ wieder Fußball spielen kann. Anders gesagt: auf jeden Fall pünktlich zur neuen Saison.

Thomas Kristaniak

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Kommentare
24.01.2012
13:00
Frankfurt will Laudehr – Popp und Wensing sind schon weg
von Hombuerger | #5

Ist schon sehr ärgerlich.Aber man sieht,auch im Frauenfußball spielt Geld eine sehr große Rolle.FCR hat eben keinen ordentlichen "Geldgeber".
Aber ich bin ein wenig optimistisch das wir die Spielerinnen irgendwann beim FCR wiedersehen werden.
Anders als bei den Männern sind "abgewanderte" Spieler wieder in den eigenen Reihen aufgetaucht.Und nicht jede ehemalige FCR Spielerin ist bei den neuen Vereinen "alt" geworden.
Siehe Lira.

24.01.2012
10:44
Frankfurt will Laudehr – Popp und Wensing sind schon weg
von Mikehen | #4

Vereine, speziell in den oberen Ligen sind im Grunde nur noch reine Fußballfirmen, ihre Angestellten auf Zeit eine Art Wanderarbeiter. Heutzutage sind die Zuschauer des Vereines mehr mit ihm verbunden als, besonderst in den höheren Klassen, die Spieler selber. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Andererseits darf man nicht vergessen, bietet sich für die gleiche Leistung eine möglicherweise entscheidend bessere Bezahlung an, kann man dem Spieler nicht verdenken, dass er die Konsequenzen zieht. Ich möchte, von Ausnahmen abgesehen, den Arbeiter sehen, welcher statt beispielsweise 2500 € durch den Wechsel 3000€ oder mehr bekommt. Treue und Loyalität zu dem Verein sind gut und schön, Rücklagen bilden oder sich mehr leisten kann man sich nicht für einen Cent.
Diese Zeiten sind schon lange in den meisten Fällen vorbei.
Wenn dann noch wie hier ein Gigant wie VW dahintersteht, würde selbst, finanziell gesehen, ein Verein wie z.B. Bayern München bestenfalls noch Mittelklasse sein.
Wer wo sportlich steht ist dagegen eine ganz andere Sache. Da hilft mitunter die beste Bezahlung nichts.

24.01.2012
10:05
Frankfurt will Laudehr – Popp und Wensing sind schon weg
von Kartoffel-Kopf | #3

Wie so oft - keine Knete keine Fete -.
Das Leistungsträger zuerst gehen ist doch normal. A. Krahn wird dann sicher auch nicht hier bleiben. Der FCR macht es in Sachen Abwerbung bei "kleineren" Vereinen sicher nicht anders.

Ich wünsche allen viel Glück, habe sie immer gerne spielen sehen.

24.01.2012
08:51
Frankfurt will Laudehr – Popp und Wensing sind schon weg
von IRGendwer81 | #2

ist doch total egal, Fussball ist doch nun mal ein Geschäft und welcher Arbeiter oder Angestellte würde nicht zu einem anderen Arbeitgeber wechseln, bei dem der für die gleich Arbeit mehr Geld bekommt. Auch wenn man dort die Ausbildung gemacht hat.

Also spart euch eure Doppelmoral, Fussball ist und bleibt ein Geschäft und keine Berufung oder Lebensaufgabe.

24.01.2012
08:29
Frankfurt will Laudehr – Popp und Wensing sind schon weg
von exilzebra | #1

Loyalität zu dem Verein der die Spieler einst "groß" gemacht hat scheint in der heutigen Zeit nicht mehr zu zählen. Lieber geht man zu einem gesichtslosen Retortenklub. Alles miese Söldner, wie bei den männlichen Fußballern. Ekelhaft.

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