FCR hat noch zwei Wochen für die Rettung

Wer rettet die Löwinnen?
Wer rettet die Löwinnen?
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Was wir bereits wissen
Insolvenzverwalter Röpke will bis zum 30. Juni ein schlüssiges Finanzkonzept vorliegen haben – doch dazu fehlt noch immer ein sechsstelliger Betrag.

Duisburg..  Das Jahr 2013 bringt für Duisburgs erfolgreichste Fußballvereine fast ausnahmslos schlechte Nachrichten. Während am Mittwoch in Frankfurt über das Schicksal der MSV-Zweitligaprofis entschieden wird, senkt sich das finanzielle Damoklesschwert auch immer weiter über den FCR 2001 Duisburg. Dem Uefa-Cup-Sieger von 2009 droht zum Monatsende das finanzielle Aus.

Seit Anfang des Jahres die enorme Schieflage beim Frauenfußball-Bundesligisten bekannt wurde, hatte der Verein zahlreiche Aktionen unternommen, um sich aus dieser Situation herauszumanövrieren. Doch alle „Retter“-T-Shirts, Spenden und Benefizspiele erwiesen sich offenbar nun als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Dem Vernehmen nach ist es immer noch ein sechsstelliger Beitrag, der zur Finanzierung der kommenden Saison in der Bundesliga fehlt. Die prinzipielle Zulassung hatte der FCR schon vor Wochen vom DFB erhalten, doch da es bei den Frauen kein Lizenzierungsverfahren wie bei den Männern gibt. genügte hier ein grundsätzliches Finanzkonzept – welches nun zu scheitern droht.

„Unser Insolvenzverwalter Andreas Röpke hat uns gesagt, dass wir bis zum 30. Juni Zeit haben, die Lücke zu schließen“, so FCR-Pressesprecher Rainer Zimmermann. Das hatte im Februar, als der Verein auf einer Pressekonferenz Details zur Finanzkrise bekanntgab, noch anders geklungen: Da hieß es vom Podium, auf dem auch der jetzige FCR-Vorsitzende Gregor Reiter noch in seiner Funktion als Vereinsanwalt saß, das Verfahren könne notwendigenfalls auch in die kommende Saison hineingetragen werden.

„Noch haben wir aber eine reelle Chance, den schlimmsten Fall zu verhindern“, meint Rainer Zimmermann. Zwei Wochen lang wollen die Verantwortlichen nun alle Register ziehen, um doch noch Sponsoren aufzutun, um nicht nur den Leistungsbereich zu retten, sondern auch die Nachwuchsabteilung. Ohne den FCR wäre der Frauen- und Mädchenfußball in Duisburg bis auf wenige Ausnahmen kaum noch existent. Wie es nach einer Insolvenz weiterginge und wo ein eventuell neu zu gründender Verein spielen dürfte, ist unklar. In der Bundesliga würde dann, nachdem bereits der SC Bad Neuenahr Insolvenz angemeldet hat, neben dem VfL Sindelfingen auch Schlusslicht FSV Gütersloh verbleiben.