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FCR Duisburg trennt sich von Sportdirektor Claudio Marcone

15.06.2012 | 20:30 Uhr
FCR Duisburg trennt sich von Sportdirektor Claudio Marcone
Sie sollen in der kommenden Saison – abgesehen von der nach Frankfurt wechselnden Simone Laudehr (3. von links) – das Rückgrat des FCR bilden: (von links) Dolores Silva, Laura Neboli, Gülhiye Cengiz, Jackie Groenen, Jennifer Oster und Nina Windmüller.Foto: Lars Fröhlich

Duisburg.   Claudio Marcone und Frauenfußball-Bundesligist FCR 2001 Duisburg gehen getrennte Wege. Im beiderseitigen Einvernehmen legte Marcone jetzt sein Amt als Sportdirektor nieder. Seinen Posten wird Jörg Schemberg übernehmen. Sein Augenmerk liegt zunächst auf der Suche nach neuen Torhüterinnen.

Am Ende war es keine große Überraschung mehr. Mit wenigen Zeilen machte der FCR 2001 Duisburg am Freitag offiziell, was im Prinzip schon seit Montag bekannt war: Claudio Marcone ist nicht mehr Sportdirektor beim Frauenfußball-Bundesligisten. „Wir danken Claudio für die Zusammenarbeit, gemeinsam sind wir aber zu der Entscheidung gekommen, dass wir künftig wieder getrennte Wege gehen sollten. Bei der einen oder anderen Spielerverpflichtung werden wir aber sicherlich weiter miteinander zu tun haben“, wird der FCR-Vorsitzende Thomas Hückels zitiert.

Noch zu Wochenbeginn hatte Marcone im Gespräch mit der Sportredaktion erklärt, von einer bevorstehenden Trennung nichts zu wissen. Die Spatzen pfiffen es zu diesem Zeitpunkt aber schon von den Dächern , dass die Kritik an dem erst im vergangenen Oktober verpflichteten Italiener zu laut geworden war. „Seitdem habe ich mir die Sache noch einmal gut überlegt und auch eingehend mit Thomas Hückels darüber diskutiert“, so Marcone. Das Ergebnis fiel dann so aus: „Wenn ich 50 Prozent meiner Zeit im Büro verbringe, kann ich keinen Mehrwert generieren. Ich hatte eine Plattform gesucht, um dem Verein helfen zu können. Aber wenn von mir Fachwissen erwartet wird, das ich nicht habe, dann fühle ich mich nicht wohl.“

Marcone-Nachfolger Schemberg blickt zuversichtlich in die Zukunft

Der Mann, der Marcones Platz einnehmen wird, ist beim FCR alles andere als ein Unbekannter. Jörg Schemberg, langjähriger Teammanager der zweiten Mannschaft an der Seite von Trainerin Petra Hauser, kehrt nach einem Jahr Pause zu seinem Stammverein zurück. „Wir waren damals ausgeschieden, weil wir uns mit der Philosophie des Vereins nicht mehr anfreunden konnten. Die ist jetzt anders: Es wird auf junge Spielerinnen gesetzt, und da stehe ich voll dahinter“, führt Schemberg aus.

Der neue Sportchef ist kein Phantast: „Es ist abwegig, an frühere Erfolge anknüpfen zu wollen. Wir müssen in dem Bereich, in dem wir jetzt sind, erst einmal konsolidieren.“ Angst vor der unmittelbaren Zukunft hat er jedoch nicht : „Das Gerippe der Mannschaft steht mit Leuten wie Jennifer Oster und Kozue Ando.“ Gerüchte, dass die – in der abgelaufenen Saison keineswegs voll überzeugende – japanische Weltmeisterin ebenso wie Linda Bresonik trotz laufenden Vertrages den Klub verlassen könnte, verweist er ins Reich der Fabel: „Da muss ich mich im Moment mit ganz anderen Dingen auseinandersetzen.“

Suche nach neuen Torhüterinnen genießt oberste Priorität

Zum Beispiel mit der Aufgabe, gleich drei neue Torhüterinnen für die erste und die zweite Mannschaft zu finden; das besitze „oberste Priorität“. Vor allem bei der Reserve steht er nach dem Abstieg in die Regionalliga unter Zugzwang: Zahlreiche Spielerinnen haben den Verein verlassen – „und im Amateurbereich gilt ja nun die Abmeldefrist bis zum 30. Juni.“

Da wird ihm Claudio Marcone kaum helfen können. Der Ex-Sportdirektor hat aber angekündigt, dem FCR auch weiter in seiner Funktion als Spielerberater helfen zu wollen. Gern will er auch, falls er in der Gegend ist, beim Heimspielen der Hüttenheimerinnen vorbeischauen: „Es ist ja nicht so, dass ich mich dafür verkleiden muss.“

Thomas Kristaniak



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