FCR Duisburg stellt Insolvenzantrag - 200.000 Euro fehlen

Für Mandy Islacker (rechts) könnte der FCR eine Ablösesumme erzielen.
Für Mandy Islacker (rechts) könnte der FCR eine Ablösesumme erzielen.
Foto: WAZ-Fotopool
Rund 200.000 Euro sollen dem Frauen-Bundesligisten FCR 2001 Duisburg in der Kasse fehlen, nun musste der Verein einen Insolvenzantrag stellen. Nun suchen die Verantwortlichen händeringend nach einem Ausweg - ein Verkauf von Spielerinnen würde nur wenig einbringen.

Duisburg.. Seit dem Mittwoch ist es amtlich: Der Frauenfußball-Bundesligist FCR 2001 Duisburg hat Insolvenz angemeldet. Fraglich bleibt allerdings, wie es weitergeht. Wie groß die finanzielle Lücke genau ist, wurde bislang noch nicht verkündet. Kolportiert wird allerdings eine Summe in Höhe von rund 200.000 Euro. Der Insolvenzverwalter wurde noch nicht bekanntgegeben. Dem Vernehmen nach soll es sich um Andreas Röpke handeln.

Wie es nun weitergeht, bleibt fraglich. Der einfachste Weg, die Lücke zu schließen, wäre die Hilfe durch Sponsoren. Denn durch Spielerinnenverkäufe werden kaum nennenswerte Summen erzielt werden können. So ist beispielsweise Ashlyn Harris zwar ein sportliches Aushängeschild, doch die meisten finanzkräftigen Frauenfußballvereine sind auf der Torwartposition gut aufgestellt. Blieben noch Spielerinnen wie Kozue Ando oder Mandy Islacker – dennoch werden im Frauenfußball keine derart hohen Ablösesummen gezahlt, um ein sechsstelliges Loch im Handumdrehen zu stopfen.

„Der Name Islacker gehört nach Essen, aber wir treten bestimmt nicht als Sponsor auf“, sagt Willi Wißing, Geschäftsführer der SGS Essen. Im Sommer hatten die Lila-Weißen bereits ihre Fühler nach Islacker ausgestreckt. Wißing: „Mandy ist eine exzellente Vorbereiterin. Sie würde hervorragend zu uns passen.“

Arbeit an einem Ligenstatut

Aus der Luft gegriffen scheinen allerdings Meldungen, dass der Deutsche Fußball-Bund aufgrund der FCR-Insolvenz ein Lizenzierungsverfahren einführen wolle. Denn ein solches gibt es bereits – und am 15. März müssen die entsprechenden Unterlagen eingereicht werden. Richtig ist allerdings, dass die Kommission für die Frauen-Bundesligen (KFBL) an einem Ligenstatut arbeitet – angelehnt an entsprechende Statuten im Männerbereich. Diese Entwicklung dauert aber schon länger an und hat nichts mit den Vorgängen in Duisburg zu tun.

Dieses Ligen­statut, das auf dem der 3. Männer-Liga beruht, muss noch vom Präsidium des DFB genehmigt und vom nächsten DFB-Bundestag im Oktober beschlossen werden. Greifen könnte es daher erst zur Spielzeit 2014/15. Dann wären auch Kapitalgesellschaften zum Spielbetrieb zugelassen, was – anders als im Männerbereich – derzeit bei den Frauen noch nicht möglich ist. Das Startkapitel soll aber nicht wie gerüchteweise genannt bei einer Million Euro liegen. Realistischer erscheinen 200 000 Euro.

Ein Gedankenspiel: Der Anschluss an den MSV Duisburg

Eine Alternative für die Zukunft des Frauenfußballs ist weiterhin der Anschluss an den MSV Duisburg. Formal stellt ein solcher Anschluss keine große Hürde dar – hätte aber für die Lizenzierung einen Vorteil: Ein Verein mit Männer- und Frauenbereich wird nur einmal geprüft. Wird die Lizenz erteilt, gilt sie für beide Bereiche.

Sollte der FCR nicht zu retten sein und von der Landkarte verschwinden, hätte das negative Auswirkungen auf die Bundesliga. Willi Wißing: „Eine Insolvenz des FCR wäre ganz schlimm für die Liga. Uns würde ein Derby, das 400 Zuschauer mehr bringt, sehr fehlen. Das Ruhrgebiet könnte eher noch zwei Klubs mehr gebrauchen als einen weniger.“

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