FCR Duisburg schaut sich in den USA um
31.01.2012 | 18:49 Uhr 2012-01-31T18:49:00+0100
Duisburg. Das Aus für die nordamerikanische Profiliga WPS eröffnet den deutschen Vereinen und damit auch den Duisburgern neue Perspektiven auf dem Spielermarkt. Gerüchte um Linda Bresonik.
Claudio Marcone war am Dienstagmittag noch etwas müde. „Ich habe eine schlaflose Nacht hinter mir“, sagte der sportliche Leiter des FCR 2001 Duisburg, klang dabei aber nicht so, als mache ihm dieser Umstand zu schaffen. Bedingt war er nämlich dadurch, dass am Montagabend eine Nachricht durch die Medien ging, die für den Frauenfußball auch in Deutschland nicht zu unterschätzende Auswirkungen haben dürfte: Die amerikanische Profiliga WPS hat ihren Spielbetrieb für das Jahr 2012 abgesagt.
Nun ließe sich vermuten, der auch als Spielerberater tätige Marcone sei um bei ihm unter Vertrag stehende Kickerinnen bemüht, die nun ohne Arbeitgeber dastehen. Weit gefehlt: „Es geht um Spielerinnen, die ich gern zum FCR holen möchte.“ Das erstaunt, gilt das Personal der vermeintlich weltbesten Liga doch allgemein als hochbezahlt. Doch Marcone schränkt ein: „Man darf die WPS da nicht überbewerten. Natürlich gibt es da einige, die sehr gut verdienen, aber das sind nicht alle.“ Bei vielen stellt sich nun grundsätzlich die Frage, wo sie für mindestens ein Jahr unterkommen; 2013 soll angeblich in der WPS wieder gekickt werden.
„Marta? Das wäre eine Bombe“
Die Namen der Spielerinnen, an denen er Interesse hätte, hält der FCR-Sportchef naturgemäß noch unter Verschluss. „Aber ich weiß, wen unsere Fans gern sehen würden“, sagt Marcone lächelnd. Ob ein Weltstar wie beispielsweise die Brasilianerin Marta von Western New York Flash bezahlbar sei? „Das wäre natürlich eine Bombe“, so der Funktionär. „Ein Großteil ihrer Einkünfte stammt sicher aus Marketingverträgen, der Rest müsste dann finanziert werden.“
Realistischer sind aber womöglich Gedankenspiele mit europäischen Kickerinnen, die momentan in den USA aktiv sind. Das wären beispielsweise die spanische Stürmerin Adriana Martín (ebenfalls New York), die niederländische Angreiferin Manon Melis (Sky Blue FC) oder die isländischen Mittelfeldspielerinnen Hólmfríður Magnúsdóttir und Katrín Ómarsdóttir (beide Philadelphia Independence). Unter Druck stehen der FCR und andere Interessenten aus Deutschland nicht: Durch das WPS-Aus sind die Spielerinnen vertragslos, die am 31. Januar endende Wechselfrist verfängt hier nicht.
Apropos Wechsel: Gerüchteweise soll der russische Topklub WFC Rossiyanka dabei sein, mit viel finanziellem Einsatz sein Team zu verstärken, und dabei auch an Linda Bresonik Interesse haben. „Davon habe ich noch nichts gehört“, so Claudio Marcone. „Außerdem hat sie bei uns noch einen Vertrag.“ Falls die Russen die Nationalspielerin also schon im Sommer haben wollen, müssten sie in die Tasche greifen.
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