FCR Duisburg kann nicht mehr zahlen und steht vor Insolvenz
17.01.2013 | 20:47 Uhr 2013-01-17T20:47:00+0100
Duisburg. Der Frauenfußballverein FCR Duisburg konnte die im Januar fälligen Gehälter nicht mehr bezahlen und steht nun vor einem Insolvenzverfahren. Wie es weitergeht, ist ungewiss. Eine Lizenzerteilung für die 1. Mannschaft in der Bundesliga ist in dieser Situation jedenfalls unwahrscheinlich.
Knapp vier Jahre ist es her, dass der FCR 2001 Duisburg auf dem Höhepunkt seiner jungen Vereinsgeschichte angelangt war: Deutscher Pokalsieger und Gewinner des UEFA-Cups wurde man im Sommer 2009. Nun sieht es so aus, als würde sich das Kapitel Bundesliga-Frauenfußball in Duisburg dem Ende zuneigen. Am Donnerstagabend gab der FCR bekannt, einen Insolvenzantrag stellen zu müssen.
„Da der FCR 2001 Duisburg die zum 15. Januar 2013 fälligen Gehälter nicht zahlen konnte und sich diese Liquiditätslücke kurzfristig nicht schließen lassen wird, ist der Verein zahlungsunfähig im Sinne der Insolvenzordnung. Der Vorstand ist somit rechtlich verpflichtet, den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim zuständigen Amtsgericht zu stellen“, so der Wortlaut der Mitteilung von FCR-Pressesprecher Rainer Zimmermann. Um den Spielbetrieb in der laufenden Saison fortsetzen zu können und eine Sanierung des Vereins zu ermöglichen, lasse der Vorstand derzeit den entsprechenden Antrag durch einen Insolvenzrechtler vorbereiten.
Noch im Sommer des vergangenen Jahres hatte der FCR vergleichsweise überraschend verkündet, eine Insolvenz gerade eben noch abgewendet zu haben. Seinerzeit meinte der Vorsitzende Thomas Hückels, er sehe die Finanzen des Vereins „für die nächsten beiden Spielzeiten“ gesichert. Im Dezember legte Finanzvorstand Dirk Broska dann bei der Mitgliederversammlung Zahlen auf den Tisch und erklärte, die Zahlungsunfähigkeit sei auch dadurch vermieden worden, dass man kurzfristige in langfristige Verbindlichkeiten umgewandelt habe.
Welche Folgen der Insolvenzantrag auf den Spielbetrieb – auch im Jugendbereich – haben wird, bleibt abzuwarten. Eine Lizenzerteilung für die 1. Mannschaft in der Bundesliga stellt sich in der aktuellen Situation jedenfalls als unwahrscheinlich dar.
16:07
Duisburg blamiert sich. Gibt es in der hässlichsten Stadt Deutschlands keine Geldgeber mehr? Die Stadtverwaltung kann man sowieso vergessen. Zum einen ist es nicht ihre Aufgabe, zum anderen hat sie schon seit Jahren einen schlechten Ruf, fast jeder in NRW und viele ausserhalb von NRW wissen das. Wieso konnte es so schnell abwärts gehen beim FCR? Die Mädchen haben das nicht verdient. Bleibt zu hoffen, jemand aus der Wirtschaft springt ein und hilft dem FCR. Der Verein hat meine Sympathie. Die Mädchen auch. Wäre gerne selbst als Geldgeber eingesprungen.
11:47
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass in Duisburg alles, aber auch wirklich alles den Bach runter geht!
Leider haben Sie da irgendwie recht. Schade, gerade vor dem Hintergrund, dass in den vergangenen Jahren sich stadtentwicklungstechnisch einiges zum Besseren gewandelt hatte.