FCR Duisburg kann nicht mehr zahlen und steht vor Insolvenz

Bitterer Abgang aus der Bundesliga? Die Zukunft von Jennifer Osters Team ist ungewiss.
Bitterer Abgang aus der Bundesliga? Die Zukunft von Jennifer Osters Team ist ungewiss.
Foto: WAZ-Fotopool
Was wir bereits wissen
Der Frauenfußballverein FCR Duisburg konnte die im Januar fälligen Gehälter nicht mehr bezahlen und steht nun vor einem Insolvenzverfahren. Wie es weitergeht, ist ungewiss. Eine Lizenzerteilung für die 1. Mannschaft in der Bundesliga ist in dieser Situation jedenfalls unwahrscheinlich.

Duisburg.. Knapp vier Jahre ist es her, dass der FCR 2001 Duisburg auf dem Höhepunkt seiner jungen Vereinsgeschichte angelangt war: Deutscher Pokalsieger und Gewinner des UEFA-Cups wurde man im Sommer 2009. Nun sieht es so aus, als würde sich das Kapitel Bundesliga-Frauenfußball in Duisburg dem Ende zuneigen. Am Donnerstagabend gab der FCR bekannt, einen Insolvenzantrag stellen zu müssen.

„Da der FCR 2001 Duisburg die zum 15. Januar 2013 fälligen Gehälter nicht zahlen konnte und sich diese Liquiditätslücke kurzfristig nicht schließen lassen wird, ist der Verein zahlungsunfähig im Sinne der Insolvenzordnung. Der Vorstand ist somit rechtlich verpflichtet, den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim zuständigen Amtsgericht zu stellen“, so der Wortlaut der Mitteilung von FCR-Pressesprecher Rainer Zimmermann. Um den Spielbetrieb in der laufenden Saison fortsetzen zu können und eine Sanierung des Vereins zu ermöglichen, lasse der Vorstand derzeit den entsprechenden Antrag durch einen Insolvenzrechtler vorbereiten.

Noch im Sommer des vergangenen Jahres hatte der FCR vergleichsweise überraschend verkündet, eine Insolvenz gerade eben noch abgewendet zu haben. Seinerzeit meinte der Vorsitzende Thomas Hückels, er sehe die Finanzen des Vereins „für die nächsten beiden Spielzeiten“ gesichert. Im Dezember legte Finanzvorstand Dirk Broska dann bei der Mitgliederversammlung Zahlen auf den Tisch und erklärte, die Zahlungsunfähigkeit sei auch dadurch vermieden worden, dass man kurzfristige in langfristige Verbindlichkeiten umgewandelt habe.

Welche Folgen der Insolvenzantrag auf den Spielbetrieb – auch im Jugendbereich – haben wird, bleibt abzuwarten. Eine Lizenzerteilung für die 1. Mannschaft in der Bundesliga stellt sich in der aktuellen Situation jedenfalls als unwahrscheinlich dar.