Facebook-Freude über Füchse-Vertrag

Jack McNamara, hier im Trikot der Herlev Eagles aus Dänemark, wird am Dienstag in Duisburg erwartet.
Jack McNamara, hier im Trikot der Herlev Eagles aus Dänemark, wird am Dienstag in Duisburg erwartet.
Foto: imago sportfotodienst
Was wir bereits wissen
Der US-amerikanische Verteidiger Jack McNamara wechselt zum Eishockey-Oberligisten EV Duisburg. Gute Laune nach starker Leistung gegen Leipzig.

Duisburg..  Jack McNamara konnte es nicht erwarten, die Neuigkeiten zu verbreiten. „Danke für die vielen Geburtstagsglückwünsche“, schreibt der 25-jährige Verteidiger auf seiner Facebookseite gegen 21 Uhr deutscher Zeit am Samstagabend. „Das hat mich sehr gefreut. Ihr seid alle super. Wenn mich jemand in Duisburg, Deutschland besuchen will – ich habe gerade bei den Füchsen Duisburg unterschrieben.“ Lance Nethery, Teamchef des Eishockey-Oberligisten EV Duisburg, konnte also per Punktlandung kurz vor Ende der Transferfrist einen zweiten Ausländer verpflichten.

„Wir gehen zwar davon aus, dass alles klappt, aber das ist natürlich noch vorbehaltlich der Lizenzierung durch den internationalen Verband und durch den Landesverband“, sagte Nethery. McNamaras Vorfreude überrascht den EVD-Team­chef nicht. „Im Gespräch war er sehr ehrgeizig. Das ist ein gutes Zeichen“, so Nethery. Die Suche, die der Sportchef der Füchse in der vergangenen Woche mit seinem Amtsantritt begann, war nicht gerade einfach. „Wenn man ehrlich ist, muss man sagen, dass wir auch die eine oder andere Absage bekommen haben“, war es nicht gerade leicht, von jetzt auf gleich einen Neuzugang an Land zu ziehen. „Er wird uns in der Abwehr auf jeden Fall mehr Tiefe geben, da wir ohne Pascal Zerressen nur sechs eigene Verteidiger haben.“

Der aus einem Vorort von Boston stammende Verteidiger hat bereits Europaerfahrung, spielte nach seiner Highschool-Zeit für die Junioren von Södertälje SK in Schweden, war dann zwei Jahre an der Colgate University aktiv, ehe er für die Herlev Eagles (Dänemark), SKP Poprad (Slowakei) und Rosenborg IHK (Norwegen) jeweils in europäischen ersten Ligen auflief. „In dieser Saison hat er noch nicht gespielt, was natürlich ein Problem ist“, so Nethery. „Wir wissen über Jack aber, dass er ein schneller Läufer ist.“ In Trondheim steht zwar eine minus 15 in der Plus-Minus-Statistik zu Buche, dennoch gehen die Füchse davon aus, dass McNamara eine Verstärkung ist, da er das Engagement in Deutschlands dritter Liga als Chance für sich sieht.

Sollte alles klappen, wird McNamara am Dienstag erstmals mit den Füchsen trainieren. „Wir hoffen, dass sich an seinem Flug nichts verzögert, da für den Wochenbeginn ein Schneesturm für Boston angekündigt ist.“

„Duisburg erzwingt Fehler“

Derweil ist die Freude über den sicheren 4:1-Heimsieg gegen Ost-Meister Leipzig von Freitag immer noch groß. „Das war natürlich verdient, auch in der Höhe“, sagte Mannix Wolf, Trainer der Sachsen, der sein Team aufgrund einer Sperre nicht an der Bande coachen durfte. „Mit dem 0:0 nach dem ersten Drittel war ich noch zufrieden“, erklärte Wolf weiter. „Duisburg war zwar am Drücker, aber wir hatten auch unsere Gelegenheiten. Im zweiten Drittel war es einfach ärgerlich, so früh ein Gegentor zu bekommen nach einem eigenen Fehler. Duisburg hat eine junge und schnelle Mannschaft, die mit vier Reihen einfach Fehler erzwingt.“ EVD-Coach Uli Egen sagte: „Wir haben die Mannschaft in einem sehr guten Fitnesszustand übernommen. Je länger das Spiel dauerte, desto größer wurden die qualitativen Spielanteile. Wir haben ein großes Ziel, gehen aber Step by Step.“ Leicht war es für das neue Duo sicher nicht. „Lance hatte drei, ich zwei Einheiten mit der Mannschaft. Umso wichtiger war der Sieg, schließlich müssen wir das Team ja selbst noch kennenlernen.“

Zu Gast war neben Ex-EVD-Trainer Didi Hegen übrigens auch der frühere DSV-Stürmerstar Benoit Doucet, der nach seiner Zeit in Duisburg später nach Düsseldorf ging, eingebürgert und Nationalspieler wurde. „Ich wohne in Montreal, will aber wieder nach Deutschland kommen. Ich wollte mir einen Überblick über das Oberliga-Niveau verschaffen. Außerdem war es einfach mal wieder schön, in Duisburg zu sein.“