EV Duisburg: Cool bleiben und weiterspielen

Kevin Orendorz handelte sich in Freiburg gleich drei Zeitstrafen ein – die erste davon führte zum 0:1-Rückstand.
Kevin Orendorz handelte sich in Freiburg gleich drei Zeitstrafen ein – die erste davon führte zum 0:1-Rückstand.
Foto: Ute Gabriel/Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Nach dem 0:2 in Freiburg machte sich beim Eishockey-Oberligisten EV Duisburg Ernüchterung breit. Trainer Uli Egen wollte von Statistiken nichts hören.

Duisburg.. Es machte sich Ernüchterung breit in den Gesichtern der Füchse. Nicht einfach, weil der EV Duisburg das dritte Play-off-Finalspielspiel in der Eishockey-Oberliga beim EHC Freiburg mit 0:2 verloren hatte, sondern weil die Erkenntnis reifte, dass dies nicht nötig gewesen wäre. Nun stehen die Schwarz-Roten unter Zugzwang, wenn das vierte Spiel am Freitag (19.30 Uhr, Scania-Arena) erneut an der Wedau stattfinden wird. Gewinnen die Duisburger, wird die Serie erst am Sonntag im fünften und dann definitiv letzten Spiel in Freiburg entschieden – gewinnen die Gäste, ist Freiburg Oberliga-Meister und Aufsteiger in die DEL2.

Das Erkennen der Unnötigkeit dieser Niederlage hat vor allem etwas mit dem letzten und damit nur im Umkehrschluss mit dem zweiten Drittel zu tun. Der EVD marschierte in den letzten 20 Minuten nur noch nach vorne. Das Schussverhältnis in diesem Abschnitt belief sich auf 15:3 (!) für die Füchse und damit am Ende insgesamt auf 36:31 für die Gäste. EVD-Trainer Uli Egen wollte davon nichts hören. „Statistiken sind für Verlierer“, zitierte er eine im Eishockey nur allzu bekannte Redewendung. „Entscheidend war, dass Freiburg in Überzahl getroffen hat und wir sogar eine lange 6:3-Situation nicht genutzt haben“, so der Coach.

Dennoch war zu erkennen: Bei fünf gegen fünf Spielern ist die Partie mindestens offen, wenn die Füchse nicht gar die bessere Mannschaft sind. Umso ärgerlicher also, dass der EVD im zweiten Drittel so oft auf Provokationen reinfiel und dafür auf die Strafbank wanderte. Und auch wenn von fünf Powerplays nur eines im Mittelabschnitt zu einem Gegentor führte – die Arbeit mit vier Spielern kostete Kraft und Zeit.

Ligenleiter soll Pokal mitnehmen

Wie schon am Sonntag beschränkten sich die Coaches auf vergleichsweise knappe Statements. Der Trotz in Egens „Am Freitag geht es wieder weiter“ war allerdings berechtigt und mehr als nur eine Floskel. Die Wahrscheinlichkeit, dass den Füchsen ein weiterer Heimsieg gelingen kann und DEB-Ligenleiter Oliver Seeliger Pokal und Medaillen wieder einpacken und damit am Sonntag nach Freiburg kommen muss, ist nicht so gering.

Käme es dazu, hätten die Füchse zwei Blaupausen, um im dritten Anlauf in Freiburg zu einem Erfolg zu kommen. Die Vorgaben sind in beiden Fällen die gleiche: eine im Powerplay kreuzgefährliche Freiburger Mannschaft, der auch mit einer „passiven Box“ der Weg zu gefährlichen Schusspositionen wie beim 0:1 am Dienstag nicht immer zu nehmen ist. Provokationen gegen die Gegner und Reklamationen beim Schiedsrichter. Und eine aggressive und vor allem laute Stimmung auf den Rängen. Die leicht dahingesagte Lösung: cool bleiben und einfach weiterspielen. Am Ende könnte dies der Schlüssel zum Aufstieg sein.