Es fehlte an der Qualität

Eine Saison zum Vergessen: Oft genug stand Löwen-Trainer Andreas Kubinski an der Seitenlinie – hier mit dem lange verletzten Murad Taheri.
Eine Saison zum Vergessen: Oft genug stand Löwen-Trainer Andreas Kubinski an der Seitenlinie – hier mit dem lange verletzten Murad Taheri.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Nach einer ganzen Saison in der Abstiegszone konnte die zweite Mannschaft von Hamborn 07 den Sturz in die Kreisliga A nicht mehr abwenden.

Duisburg..  Vier Spiele müssen die Bezirksliga-Kicker von Hamborn 07 II noch über die Bühne bringen. Dann werden sie und ihr Trainer Andreas Kubinski einen dicken Haken dahinter setzen und die Spielzeit ganz schnell verdrängen. Fest steht: Sie wird enden, wie sie begonnen hat. Auf einem Abstiegsplatz.

Verlassen konnte 07 II die Abstiegsregion in der Gruppe 5 zu keinem Zeitpunkt. Das Höchste der Gefühle für die Löwen-Reserve war der 14. Platz. 15 Spieltage lang hielten die Hamborner im Essener Exil die Rote Laterne in der Hand und bilden auch aktuell das Schlusslicht. Den letzten Platz noch zu verlassen, ist die einzige Motivationsspritze, die dem dezimierten Team von Andreas Kubinski noch bleibt. Der Gang in die A-Liga ist bereits unausweichlich.

Da dies schon seit längerem abzusehen war, nimmt der Trainer die rechnerische Bestätigung gelassen hin. „Dass der Klassenerhalt durch ist, wussten wir schon lange“, sagt Kubinski. Doch ein wenig ärgert den Coach, dass er das volle Potenzial seines Kaders, das ihn zu Saisonbeginn einen einstelligen Tabellenplatz als Ziel ausgeben ließ, nie ganz ausschöpfen konnte. „Wenn mir immer alle Leistungsträger zur Verfügung gestanden hätten, hätten wir manchen Gegner abgeschossen“, sagt Kubinski und schiebt nach. „Von der Einstellung her konnte ich den Jungs nur selten einen Vorwurf machen, aber es hat einfach an der Qualität gefehlt.“

Wie jeder Trainer einer Reserve hatte auch „Kubi“ mit dem Los zu kämpfen, gute Spieler wie Selahattin Güner oder Mehmet Kilic in die erste Mannschaft ziehen lassen zu müssen. Zudem musste auch die „Dritte“, die lange ein Wort im Aufstiegskampf der A-Liga mitreden konnte, bedient werden. Hinzu kamen Sperren, wie zuletzt die von Keeper Stefan Minz, die dazu führte, dass mitten im Abstiegskampf mit David Schulz ein Feldspieler gegen Spitzenreiter Essen-West ins Tor musste, was in einem 2:9-Debakel endete. Und auch vom Verletzungspech, durch das 07 beim 1:4 gegen Haarzopf gar in Unterzahl geriet, blieben die Löwen nicht verschont. Leistungsträger wie Murad Taheri und Kapitän Mirko Schwenke spielten in dieser Saison kaum eine Rolle. „So fehlte mir fast immer die Führung auf dem Platz“, sagt Andreas Kubinski.

Da stellt sich die Frage, ob durch Abstellungen aus der „Ersten“, für die es seit Wochen in der Gruppe 6 um nichts mehr geht, nicht mehr im Abstiegskampf möglich gewesen wäre. „Etwas mehr Unterstützung wäre sicher schön gewesen“, so der Trainer, „aber im Stich gelassen, fühle ich mich nicht. Die ,Erste‘ hat nun einmal Priorität.“

Zusammenlegung mit der „Dritten“

Damit wird sich Kubinski in der nächsten Saison nicht mehr beschäftigen müssen. Der Trainer wird das Team verlassen und Richard Zander als Co-Trainer in der A-Jugend zur Seite stehen. Der Verein sieht vor, die zweite und dritte Mannschaft zusammen zu legen. Für Kubinski ist das eine gute Idee: „Mit den besten Spielern beider Teams und den Talenten, die aus der A-Jugend hochkommen, wird es eine sehr gute Truppe werden.“

Das bisherige Gespann der „Dritten“, Coach Hans Herr und Assistent Andreas Schäfer, soll diese neue „Zweite“ führen – aus Vereinssicht am liebsten direkt wieder zurück in die Bezirksliga . . .