Eishockey statt Puppentheater

Zwischen den Füchsen und den Wölfen geht es zur Sache.
Zwischen den Füchsen und den Wölfen geht es zur Sache.
Foto: Ute Gabriel
Was wir bereits wissen
Die giftige Finalserie zwischen den Füchsen und dem EHC Freiburg elektrisiert die Fans. „Genau das wollen die Zuschauer doch sehen“, sagt EVD-Verteidiger Manuel Neumann. Am Dienstag Spiel drei in Freiburg.

Duisburg..  Leos Sulak wollte weg. Und zwar schnell. Die übliche Pressekonferenz nach dem zweiten Finalspiel der Eishockey-Oberliga zwischen dem EV Duisburg und dem EHC Freiburg in einer ausverkauften Scania-Arena wurde auf Wunsch de Freiburger Trainers auf jeweils ein kurzes Statement verkürzt. Auch eines dieser Play-off-Scharmützel? Die Seitenhiebe, Kniffe und Nickligkeiten, die eben dazu gehören?

Jedenfalls geht es am Dienstag um 19.30 Uhr mit Spiel drei in Freiburg weiter, und die Füchse haben das so oft zitierte Momentum auf ihrer Seite. Bei fünf gegen fünf Spielern auf dem Eis waren die Duisburger die klar bessere Mannschaft, lediglich im Powerplay wurde Freiburg gefährlich. Die beiden Anschlusstore beim 3:2-Sieg des EVD fielen de facto bei sechs gegen vier; beim zweiten Tor war der Duisburger Spieler gerade von der Strafbank zurück.

Dieses Finale ist so ganz anders als die „Gute-Laune-Runden“ gegen Hannover und Regensburg. Man mag sich nicht. „Hat er was gesagt, ob sie viele Verletzte haben?“, gab es nach der Pressekonferenz einen Seitenhieb von EVD-Teamchef Lance Nethery. „Das müsste ja eigentlich der Fall sein, so oft wie die auf dem Eis gelegen haben.“ Einmal hatte das sogar zählbaren Erfolg. Steven Billich, der vor allem als Provokateur auffiel, blieb gleich zu Beginn auf dem Eis liegen – Sekunden bevor Christoph Ziolkowskis Schuss zum vermeintlichen 2:0 einschlug, hatten die Unparteiischen abgepfiffen. Und auch als ein Freiburger vom eigenen Mitspieler zu Boden gebracht wurde, forderte man auf EHC-Seite eine Strafe.

Es wird also mit allen Bandagen gekämpft. Ist das nun schlimm? „Nein“, sagte EVD-Verteidiger Manuel Neumann, der ein bombenstarkes Spiel ablieferte. „Das ist das Finale. Das will jeder gewinnen. Und das wollen die Zuschauer doch sehen. Die kommen nicht zum Puppentheater, die kommen zum Eishockey.“

Warum verliefen die Spiele so unterschiedlich? „Bei fünf gegen fünf waren wir schon Freitag nicht die schlechtere Mannschaft“, sagte EVD-Trainer Uli Egen. Dennoch: In Spiel eins lief es nicht rund. Manuel Neumann dazu: „Das hatte etwas mit unserer Unerfahrenheit zu tun. Vielleicht waren wir auch nervös und übermotiviert. Wir haben am Freitag ganz einfach nicht das gespielt, was wir können. Wir müssen unnötige Strafen vermeiden, denn im Powerplay spielt Freiburg stark.“ Also stand in der Folge Videostudium an – nicht des Gegners, sondern der eigenen Spielweise. „Wir wussten, dass wir das besser können. Am Sonntag haben wir viel besser in unserem System gespielt. Auch das war noch nicht optimal, aber deutlich besser.“

Dem Duisburger Spiel hat sicher gut getan, dass der EVD innerhalb der ersten fünf Minuten drei Tore geschossen hat, von denen zwei zählten. „Wir haben das erste Drittel verschlafen“, sagte Sulak in seinem kurzen Statement. Egen sagte: „Jetzt ist es eine Best-of-Three-Serie. Und wir sind bereit, am Dienstag in Freiburg zu gewinnen.

Derweil können die Füchse stolz auf ihre medizinische Abteilung mit Teamarzt Claus Petsch und Physiotherapeut Günter Bruns sein. Denn Stephan Fröhlich wurde bemerkenswert schnell fit und erzielte das 1:0. Auch Bruns’ Sohn Michael half noch mit.

Info zum Vorverkauf:

Egal, wie das Spiel in Freiburg ausgeht: Sicher ist, dass der EVD am Freitag (19.30 Uhr, Scania-Arena) ein weiteres Heimspiel hat. Der Sieger vom Dienstag hat dann „Matchpuck“ zum Titelgewinn. Der Vorverkauf läuft am Dienstag und am Donnerstag (16.30 bis 19.30 Uhr) an der Scania-Arena.