Eintracht Duisburg soll nicht auf neuem Kunstrasen spielen

Die Eintracht ist auf dem bestehenden Kunstrasenplatz des Club Raffelberg jetzt schon am Ball. Der benachbarte Ascheplatz soll im Oktober 2016 komplett an den Hockeyklub gehen.
Die Eintracht ist auf dem bestehenden Kunstrasenplatz des Club Raffelberg jetzt schon am Ball. Der benachbarte Ascheplatz soll im Oktober 2016 komplett an den Hockeyklub gehen.
Foto: Lars Heidrich/Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Ascheplatz der Bezirkssportanlage Wedau I soll zum Kunstrasenplatz werden. Das freut allerdings nicht die Fußballer von Eintracht Duisburg.

Duisburg.. Am Montag tagt der Rat der Stadt. An der Drucksache 15-0478 erhitzen sich schon im Vorfeld die Gemüter – vor allem bei der Fußball-Abteilung von Eintracht Duisburg. In dem Papier geht es um eine Umwandlung des Ascheplatz auf der Bezirkssportanlage Wedau I in einen Kunstrasenplatz zum 1. Oktober 2016. Dieser Platz wird dann nur noch der Hockey-Abteilung des Club Raffelberg zur Verfügung stehen.

„Kapazität reicht nicht“

Noch ist der Untergrund hart und rot – und noch nicht weich und grün. Mehrere Vereine nutzen den Platz – allen voran Eintracht Duisburg mit seinen Fußballteams. Zwar wird die Eintracht dann auf dem schon bestehenden Kunstrasen nebenan spielen können, trotzdem sehen die Verantwortlichen des Traditionsvereins große Probleme auf den Klub zukommen. Philipp Gorray, stellvertretender Vorsitzender der Eintracht, sagt: „Wir sind jetzt schon mit einem großen Teil unserer Trainingszeiten auf dem bestehenden Kunstrasen aktiv, wenn uns der Ascheplatz nicht mehr zur Verfügung steht, werden uns Zeiten fehlen.“

Gorray ärgert zudem, dass er und seine Vorstandskollegen per Zufall im Internet auf die Ratsvorlage gestoßen sei. Er kritisiert Duisburg-Sport und damit die Verwaltung. „Wir fühlen uns von Duisburg-Sport hintergangen“, so Gorray, der entsprechende Gespräche mit dem Betrieb vermisste. Marc Rüdesheim, stellvertretender Leiter von Duisburg-Sport, weist diese Kritik zurück: „Wir waren in den letzten Monaten mehrfach mit der Eintracht zu diesem Thema im Gespräch.“

Eintracht-Funktionär will Schärfe herausnehmen

Rüdesheim hält die angedachte Variante, dass der alte Kunstrasenplatz künftig der Eintracht zur Verfügung stehe, für eine gute Lösung. Die Eintracht sieht das anders. Die Kapazitäten seien zu klein.

Kurzfristig hat die Eintracht zahlreiche Lokalpolitiker kontaktiert – mit der leisen Hoffnung, dass die Vorlage am Montag keine Mehrheit erhält. Dies ist indes unwahrscheinlich. So hofft Gorray, dass es bis zum Oktober nächsten Jahres noch andere Möglichkeiten gibt. Der Funktionär will die Schärfe aus der Sache nehmen: „Wir sind zu Lösungen bereit.“

Parallelen zur DJK Wanheimerort

Allerdings können das nach Ansicht der Eintracht-Fußballer keine Ausweichquartiere innerhalb der Bezirkssportanlagen am Kalkweg sein. Gorray nennt ähnliche Argumente, die auch die DJK Wanheimerort auf den Tisch gebracht hatte. Die DJK hatte den Umzug abgelehnt. Unter anderem, weil vor allem im Winter die Zugangswege für Kinder und Jugendliche nicht geeignet seien.

Hätte die DJK Wanheimerort den Vorschlag der Sportverwaltung angenommen und wäre auf die BSA Wedau gezogen, wäre die Situation jetzt noch komplizierter als sie ohnehin schon ist. Dann würde diese Alternative für die Eintracht fehlen.