Einstellung und Wille

EVD-Teamchef Lance Nethery sieht seine Mannschaft für das Spiel gegen Leipzig gerüstet.
EVD-Teamchef Lance Nethery sieht seine Mannschaft für das Spiel gegen Leipzig gerüstet.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
EVD-Teamchef Lance Nethery zeigt sich angetan von seiner neuen Mannschaft. Spielersuche läuft weiter. Am Freitag ist Ost-Meister Leipzig zu Gast.

Duisburg..  Die ersten Tage im neuen Job sind sehr stressig. Wer Lance Nethery derzeit anruft, hört im Regelfall: „Hallo, hier ist Lance Nethery.“ Das sagt er nicht „live“, sondern kommt von der Mailbox. „Ja, ich telefoniere derzeit sehr viel“, schnauft der neue Teamchef des Eishockey-Oberligisten EV Duisburg in einer freien Minute durch. Am Samstag endet die Wechselperiode, bis dahin muss die Suche nach einem zweiten Ausländer abgeschlossen sein, um sich für die heiße Phase des Aufstiegskampfes zur zweiten Liga weiter zu rüsten. Gleichzeitig kümmert sich Nethery natürlich auch sportlich gemeinsam mit Uli Egen um das Team. Denn am Freitag (19.30 Uhr, Scania-Arena) steht das wichtige Heimspiel gegen die Icefighters Leipzig auf dem Spielplan der Endrunde.

Von seiner neuen Mannschaft ist der 57-jährige Kanadier begeistert. „Es ist toll, wie die Jungs mitziehen. Jeder einzelne gibt Gas, ist richtig heiß“, lobt der Füchse-Teamchef. Als Verstärkung sähe Nethery am liebsten einen Verteidiger. „Wenn Pascal Zerressen nicht da ist, haben wir sechs Verteidiger. Das ist ein wenig dünn.“ Doch klassischerweise suchen zu diesem Zeitpunkt so gut wie alle Teams nach Abwehrspielern auf einem in der Regel nicht allzu vollen Markt. „Die Suche ist schwer, aber es gibt noch die eine oder andere Möglichkeit.“ Alternativ könnten die Füchse auch noch auf einen ausländischen Stürmer umschwenken, wenn es mit einem Defensivspieler nun doch nichts wird.

Dass es nach nur wenigen Tagen keinen Radikalumbruch in der Taktik gibt, ist kaum überraschend. „Aber es werden eben noch einige Kleinigkeiten sein, die wir verändern“, so Nethery. „Die Einstellung und der Wille der Jungs ist sehr gut. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht übermotiviert in das Spiel gehen, kopflos nach vorne rennen. Wir müssen clever spielen.“

In Leipzig sieht Nethery „eine erfahrene Mannschaft. Ihnen wird klar sein, dass wir kommen werden, daher gehe ich davon aus, dass Leipzig vorsichtig und diszipliniert spielt.“ Eben jene taktische Disziplin erwartet der neue Chef-Fuchs auch von seiner Mannschaft.

Für die „nominellen“ Leipziger, die allerdings in Taucha beheimatet sind, ist die Partie an der Wedau der erste Vergleich mit einem West-Team. Zwar haben die Icefighters schon zwei Spiele absolviert, aber erst gegen einen Gegner gespielt: In zwei Partien gegen die Black Dragons Erfurt gewannen die Leipziger zunächst daheim mit 6:0 und dann auswärts mit 9:4.

Von der Struktur her könnten beide Teams kaum unterschiedlicher sein. Während das Duisburger Team ausgesprochen jung ist, könnten einige ihrer Gegner fast schon ihre Väter sein, denn mit dem 44-jährigen Esbjörn Hofverberg und dem 46-jährigen (!) Jedrzej Kasperczyk gehören zwei Oldies zum Team, die beide mit viele Torverlagen glänzen. Auch Lars Müller (37) bringt viel Erfahrung mit. Topscorer der Leipziger Mannschaft sind Hannes Albrecht, der lange für Crimmitschau in der zweiten Liga gespielt hat, sowie Florian Eichelkraut, die beide in 20 Spielen der Oberliga Ost auf 36 Scorerpunkte gekommen sind.

„Wir freuen uns auf dieses Spiel“, schaut Lance Nethery nach vorne. Und bis auf Diego Hofland und Pascal Zerressen (beide verletzt) gehen die Füchse komplett in das erste Endrunden-Heimspiel.