Ein Torjäger mit Paprika im Blut

Benjamin und Nikola Koncic feiern ein Tor für die DJK Vierlinden.
Benjamin und Nikola Koncic feiern ein Tor für die DJK Vierlinden.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Mit 31 Treffern, die der Kroate für den Bezirksligisten DJK Vierlinden erzielte, ist Beno Koncic Duisburgs Torschützenkönig der vergangenen Saison.

Karl-Heinz „Ali“ Höfer, sagte einmal: „Die Zwillinge haben Paprika im Blut“. Gemeint hatte der ehemalige Bundesliga-Fußballer von Hannover 96 und frühere Trainer von Hamborn 07 damit die Koncic-Brüder Nikola und Benjamin, die er als 18-Jährige beim TV Jahn Hiesfeld trainiert hatte. Zwölf Jahre später erinnert sich Benjamin „Beno“ Koncic noch immer an die Worte seines damaligen Mentors. Mit 31 Treffern, die der Stürmer für den Bezirksligisten DJK Vierlinden erzielte, ist Beno Duisburgs Torschützenkönig der vergangenen Saison. „Und es hätten noch viel mehr sein können, wenn ich nicht so oft gesperrt gewesen wäre“, grinst der bald 30-Jährige. „Aber wir Kroaten haben halt ein Temperament, das wir nicht immer zügeln können.“ Und das hatte damals auch schon Ali Höfer erkannt.

Zwei Rote, drei Ampelkarten und eine Gelb-Sperre stehen in seiner Rüpel-Bilanz – und zuletzt noch ein Eintrag, der ihm eine Denkpause bis zum Monatsende einbrachte. „Du Vogel“, soll er zum Schiedsrichter gesagt haben, als dieser ihn mit der letzten gelb-roten Karte vom Feld geschickt hatte. „Ich bin es selber Schuld“, weiß Beno, „aber es gibt auch nicht viele Schiris, die überhaupt mit sich reden lassen. Als Kapitän muss ich das aber, sonst machen es zehn andere. Ich weiß, dass ich lauter als meine Kollegen bin, aber die wenigsten Schiris sorgen dafür, dass man wieder ruhiger wird“, wirft Koncic den Ball zurück zu den Unparteiischen.

Tim Ramroth auf Platz zwei

Den Vorsatz zur Besserung hat er sich aber für die kommende Saison schon auf die Fahnen geschrieben. „Die Team-Kollegen veräppeln mich ja schon deswegen. Und unser sportlicher Leiter Markus Greulich hat sogar mal etwas von einer Extra-Prämie gesagt, wenn ich in der nächsten Saison in allen Spielen dabei bin. Das werde ich aber wohl nicht schaffen“, lacht Beno – und schiebt nach: „Fünf gelbe Karten sollten aber reichen.“

Von den Duisburger Kickern konnte ihm bei 31 Treffern trotz seiner nur 25 Einsätze dennoch keiner das Wasser reichen. Der Zweite der Liste, Tim Ramroth von Viktoria Buchholz, kommt mit 25 Toren in 21 Spielen zumindest seiner Quote recht nahe. Da ist Daniel Brosowski mit 21 Toren in 31 Einsätzen für Hamborn 07 schon fast abgeschlagen auf Platz drei.

In der Gruppe 6 der Bezirksliga gab es aber zwei Bessere. Ümit Ertural schoss Blau-Weiß Oberhausen mit 38 Treffern zum Meistertitel. Die Krone holte sich Tobias Hauner mit 44 Toren für Adler Osterfeld. „Ertural hat natürlich den Vorteil seiner genialen Freistöße, da hat er ja sicher 30 Tore mit gemacht“, schätzt Beno Koncic. „Wenn ich öfter dabei gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich sogar noch den Hauner gekriegt. Aber 44 Tore muss man auch erst mal machen. Hut ab.“

Was das Geheimnis für seine Treffsicherheit sei? „Ich habe von allem etwas. Schnelligkeit, Kopfballstärke, außerdem lauere und spekuliere ich oft“, sagt Beno, „ aber meine größte Stärke ist einfach mein Bruder. Ohne Niko hätte ich bestimmt fast 20 Tore weniger geschossen. Ohne mich zu sehen, weiß er, wo ich stehe. Ich muss mich bei dem ganzen Team bedanken. Aber mit keinem Spieler verstehe ich mich so blind wie mit meinem Zwilling.“

Gemeinsam in die nächste Saison

Gemeinsam gehen die Brüder nun in die nächste Bezirksliga-Saison mit der DJK Vierlinden. „Unter die ersten Fünf können wir kommen“, sagt Benjamin Koncic und hat noch ein eigenes Ziel. „Ich möchte meine Quote beibehalten. Dann wären es ja automatisch mehr als 31 Tore.“ Zumindest, wenn er seinen guten Vorsätzen Folge leistet – trotz Paprika im Blut. . .